Brasilien & Bolivien III

Der Grenzübertritt zwischen der argentischen und der brasilanischen Seite von den Iguazu-Wasserfällen  war etwas seltsam. In Argentinien haben wir noch persönlich unseren Ausreisestempel abgeholt, aber in Brasilien hat jemand alle Pässe eingesammelt und kam später mit dem Einreisestempel darin wieder.

 

Nachdem ich den Park auch von der brasilianische Seite gesehen habe, bin ich zum Busbahnhof gefahren und toller Weise kam auch 15 Minuten später ein Bus nach Florianopolis. Es folgte eine Fahrt über Nacht. Ich war leider etwas erkältet und die Klimaanlage in dem Bus hat ihr Übriges dazu beigetragen. Mein Hals krabbelte die ganze Zeit und beim nächsten Stopp wollte ich mir einen Tee und Bonbons kaufen. Portugisisch ähnelt dem Spanischen, aber die Kommunikation ist doch recht mühselig. Ich versuchte der Dame also zu erklären, dass ich eine Packung Bonbons kaufen möchte. Nachdem sie mich eine Weile nicht verstanden hatte, rutschte mir das Wort „Hals“ heraus. Glücklicher Weise gibt es in Brasilien Bonbons der Marke „Halls“. Nun war die Fahrt in dem Bus nicht mehr ganz so schrecklich.

 

Am Morgen kam ich in Florianopolis an und da das Tourismusbüro geschlossen war, besorgte ich mir im Busbahnhof mein Frühstück und informierte mich über die Preise und Abfahrtszeiten nach Sao Paulo. Da das Touristenbüro immer noch nicht geöffnet war, frage ich bei der Information nach. Nun wurde ich von Person zu Person weitergereicht, bis ich bei einer Dame gelandet bin, die in einem Hostel arbeitet und Englisch spricht. (So ging es mir in Brasilien ständig. Wobei meist das Ende der Weiter-Reich-Schlange nur die geduldigste Person war. 😀 ) Die Frau hat mir natürlich empfohlen, in ihr Hostel zu gehen und sie hat mir erklärt, wie ich dort hinkomme. Nach einem Spaziergang durch die Stadt und weiterer Recherche in meinem Reiseführer, entschied ich mich tatsächlich zu diesem Hostel zu fahren.

Hier lernte ich einen Mexikaner und Brasilianer kennen. Die Zwei wollten nach dem Frühstück bei recht kühlen Temperaturen und Wind surfen gehen (ohne entsprechende Kleidung) und ich sollte ein paar Fotos machen. Später sind wir in einer Sanddüne herumspaziert und haben den Strand genossen. Ich hatte vorher gelesen, dass man gerade in dieser Zeit Wale sehen könnte, wenn man früh aufsteht. Ich ließ mir von der Rezeption erklären, wohin ich gehen müsste und der Brasilianer stand sogar zusammen mit mir auf. Er hat in jedem Boot, was man von weitem sehen konnte, einen Wal entdeckt… Ich war mir nicht sicher, ob er weiß, wie Wale aussehen… 😀

 

Gegen Mittag machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Ein Flug nach Sao Paulo hat so ziemlich das Gleiche gekostet wie ein Bus. Dort kam ich dann recht spät an und unterhielt mich ein wenig mit meinen Zimmergenossen. Die meisten Meinungen zu Sau Paulo waren nicht sonderlich positiv, sodass ich nur einen Tag bleiben wollte. Sao Paulo zählt mit über 11 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Städten der Welt… Nach dem Check-out bin ich mit meinen ganzen Sachen los, damit ich keine Zeit verliere, diese wieder abholen zu müssen. Ich traf bei der Free-walking-Tour zufällig den Mexikaner von Florianopolis wieder und wir verbrachten den restlichen Tag zusammen. Ich entschloss mich, noch eine Nacht länger zu bleiben und checkte in seinem Hostel ein. Am nächsten Morgen kauften wir Sachen zum Frühstücken ein. Ich hatte ein paar Tage vorher Toastbrot gekauft, was durch den Transport nun sehr krümelig geworden ist. Mit Hilfe des Sandwichmakers und des Käses, „bastelten“ wir uns nun unsere Brote zusammen. Es war sehr lustig und tatsächlich auch lecker. 😀   Nach dem Besuch von zwei Museen und einem Abendessen in einem Restaurant, hieß es wieder Abschied nehmen und ich fuhr zum Busterminal.

Ich wollte weiter zur Insel Ilhabela und eine Stunde später saß ich im Bus dort hin. Auf der Insel gab es nicht so viele Hostels und als ich mich während der Anreise im Bus informierte, stellte ich fest, dass man nur bis 22 Uhr einchecken kann. Ich würde deutlich später ankommen… Mit einem etwas mulmigen Gefühl kam ich bei der Insel an und glücklicher Weise hat man mich nach einer Weile an der Tür gesehen und ich konnte etwa 2 Uhr morgens schlafen.

 

In dem Hostel konnte man sich ein Fahrrad ausleihen und ich habe es sehr genossen, die Wege nah zum Meer zu erkunden. Den letzten Abend habe ich mit ein paar Leuten vom Hostel verbracht, die gegrillt haben. Danach wollten wir zu einer Open-Air-Party, wo aber keine war.

Wir waren zunächst in einem Restaurant, wo schöne Live-Musik zu hören war, danach ging es zu einer Party in der Nähe vom Strand. Einer der Anwesenden bat an, noch zu ihm nach Hause zu kommen und dort verweilten wir bis zu den frühen Morgenstunden. Zurück zum Hostel lief ich mit Renato, mit dem ich in der Nacht die meiste Zeit geredet habe. Ich habe im Prinzip gar nicht geschlafen… Dementsprechend war ich etwas träge und bis ich abreisebereit war, dauerte so seine Zeit.

Mein nächstes Ziel war ein kleines Örtchen namens Maringa. Hier wohnt Daniele, die ich in San Pedro de Atacama kennen gelernt hatte. Sie erklärte mir vorher, wo ich umsteigen muss. Dieses Mal war es keine gute Idee, einfach los zu fahren, ohne sich vorher zu informieren. Ich musste jeweils mehrere Stunden auf den nächsten Bus warten und ich kam schließlich am nächsten Morgen gegen 7 Uhr an. Das Warten war leider nicht unbedingt das Schlimmste… In der letzten Nacht auf der Insel kassierte ich einige Mückenstiche – unter anderem auch an meinen Füßen und die Schuhe reibten an ihnen, sodass jeder Schritt unangenehm war. Auch stoß ich mir beim Fahrradfahren meinen Ellenbogen sehr stark und das Rucksack auf- und absetzen war jedes Mal mit Schmerzen verbunden.

Es folgten 5 wunderbar entspannte Tage ohne Internet! Ich las ganz viel in ihrer Hängematte und ich konnte auch ihr Fahrrad nutzen, um die Gegend mit den vielen Wasserfällen zu erkunden. Daniele ist eine tolle Frau und Persönlichkeit und Ich habe es sehr genossen, sie wieder zu sehen.

Nach einer weiteren längeren Fahrt im Bus, kam ich schließlich am frühen Abend in Rio de Janeiro an und genoss die Zeit am Strand Copacabana. Seit ich wieder Internet hatte, schrieb ich mit Renato, den ich in der letzten Nacht auf der Ilhabela kennen gelernt hatte. Er wohnt in der Nähe von Sao Paulo und entschloss spontan, auch nach Rio zu fahren. Am nächsten Morgen war er dann auch schon da. Am ersten Tag wanderten wir den Zuckerhut hoch. Renato hat ein sehr gutes Auge, für die Tiere, die sich so im Dickicht verstecken. So entdeckte er auch ein knuffiges Äffchen, dem wir etwas von unserer Banane abgaben und seine Freunde tauchten dann auch gleich auf. Echt süüüüüüüüüüüß!!   Dann ging es zum Strand und wir haben Kokusnussmilch direkt aus der Kokusnuss getrunken und konnten toller Livemusik lauschen. Es hat viel Spaß gemacht, da er die Gäste bzw. deren Nationalität mit eingebunden hat.  Am nächsten Tag machten wir eine Freewalking-Tour mit, um das Zentrum näher kennen zu lernen und weitere Hintergründe über die Stadt zu erfahren. Meiner Meinung nach hat Rios Innenstadt nicht allzu viel zu bieten. Der besondere Charme der Stadt sind die Strände, Parkanlagen und die vielen Berge!

Nach dem wir im Hostel gekocht hatten, ging es Nachts dann in die Partystraße von Rio „Lapa“. Hier trafen wir die Kolumbianische Familie zufällig wieder, die auch am Morgen bei der Tour dabei war und wir unterhielten uns. Die ganzen Lokale verlangten Eintritt und keiner sprach uns an, sodass wir das Geld lieber sparen wollten. Wir entschieden uns, erst mal etwas zu trinken zu besorgen. Die günstigen Caipis, die wir erwarben, waren sehr stark und gar nicht lecker… Renato meinte, das sei der schlechteste Caipi, den er in seinem Leben getrunken hatte und er  wollte sein Getränk nicht beenden. Ich trank so lange, bis ich merkte, dass ich zu viel getrunken habe. 😀  Bevor wir ein Taxi zum Hostel zurück nahmen, tanzten wir noch zu Salsa-Klängen von einer Band, die sich an der Straßenecke verausgabte. Es war also doch noch eine gelungene Party-Nacht.

Am nächsten Tag durchquerten wir einen wunderschönen Park, um anschließend zum Christo hochzulaufen. Es war ein ziemlich steiler und dementsprechend auch anstrengender Aufstieg, aber es war toll und die Aussicht von oben lässt sich nach dieser Mühe auch viel mehr genießen. Runter wählten wir dann mit der Bahn den einfacheren und schnelleren Weg. Es ging zurück zum Hostel, um unser Abendessen zu kochen. Am nächsten Morgen sind wir etwas früher aufgestanden, weil ich noch ein paar Dinge erledigen wollte. Ich war sehr froh, dass mir Renato als Dolmetscher geholfen hat. Nun ging es nach diesen magischen Tagen wieder weiter; für Renato zurück nach Hause und meine Reise ging weiter Richtung Bolivien.

Ich nahm einen Bus und durchquerte Brasilien bis ich vor der Bolivianischen Grenze noch in Campo Grande eine kurze Tour im Pantanal antreten wollte. Dieser Ort ist für viele Touristen nur Ausgangspunkt für eine Tour und anscheinend verbringen die Wenigsten eine Nacht dort. Ich kam abends an, sodass ich eine Tour am nächsten Morgen starten wollte. Bei dem Hostel, das ich mir vorher herausgesucht hatte, machte niemand auf… Ich glaube, es war eine Art Abendschule direkt daneben, wo mir netter Weise ein Hostel in der Nähe herausgesucht wurde und ich dort auch sehr freundlich empfangen worden bin. Sie boten mir auch eine Tour für den nächsten Tag an und ich entschied mich ohne weitere Vergleiche zu buchen.

Am nächsten Tag ging es dann los und wir fuhren in das Sumpfgebiet. Die erste Aktion, war Piranhas angeln. Keiner von uns 4 hatte solch einen Fisch gefangen, aber bei mir hat etwas angebissen. Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich etwas gefangen. Ich war völlig überfordert und hatte großes Mitleid mit dem zappelnden Fisch an meiner Angel, der seltsame Geräusche machte. Zum Glück haben wir ihn wieder frei gelassen. J Nachts machten wir eine Bootstour, um Tiere zu entdecken. Das Beeindruckendste an dieser Tour, war für mich der „Mondaufgang“. Dadurch, dass die Landschaft hier kilometerweit flach ist, konnten wir einen rot-schimmernden Mond zunächst zwischen den Bäumen und später in voller Pracht aufsteigen sehen.

Am nächsten Tag mussten wir recht früh aufstehen. Es gab das tollste Frühstücksbuffet, das ich während meiner gesamten Reise genießen durfte, was mich den Schlafmangel sofort vergessen ließ.  Wir machten eine Safari-Tour und seit dem finde ich Vögel tatsächlich etwas interessanter. In „meiner“ Touristentruppe vom Vortag war ein Amerikaner, der ein Fernglas dabei hatte. Es war sehr spannend, die Tiere so genauer betrachten zu können. Mir fiel auf, dass der Vogel sehr fett wirkt und nach dieser Bemerkung waren alle Tiere bei mir und dem Ami übergewichtig und müssen definitiv mehr Sport machen. Auch wenn wir uns mit diesen Scherzen über die Tiere lustig gemacht haben, beeindruckte mich diese Tour mit ihrer Artenvielfalt. Teil dieser Tour mit dem Transporter war auch eine Wanderung. Es faszinierte mich, wie man diese Tiere in den Ästen, in den Büschen oder wo sie sich auch sonst versteckt hatten, so gut finden konnte. Wow!  Nun verstehe ich endlich, was die ganzen Leute, an diesen Touren so toll finden!!

Nach diesem wundervollen halben Tag brachten sie mich und weitere Touristen zu einem Sammelpunkt, von wo jeder in eine andere Himmelsrichtung ausschwärmte. Extrem überrascht hatte mich, dass ich dort ein bekanntes Gesicht wieder getroffen habe! Einer der Franzosen, mit dem ich durch Nordargentinien gereist bin, wartete ebenfalls auf seinen Bus. Mein Hostel hatte mir ein Ticket besorgt. Alle waren schon weg nur ich saß noch ganz geduldig da und wartete auf diesen Linienbus. Ich hatte Glück, dass jemand ausstieg. Der Fahrer rechnete offensichtlich nicht mit mir, bremste aber nachdem ich wild mit meinen Armen wedelte. Er fragte mich zähneknirschend, ob ich ein Ticket habe und nachdem er es gesehen hatte, war alles ok.

Nach einer Weile fragte mich der junge Herr vor mir im Bus, wie sich diese Region nennt und es folgten weitere Fragen. Ich erklärte dem Brasilianer,  dass ich mittlerweile  halbwegs Portugisisch verstehe, aber nur Spanisch rede. So wie viele Weitere seiner Landsleute, war diese Info nicht weiter relevant und er redete weiter mit mir. Er war geduldig genug, langsam und deutlich zu reden und meine Antwort erfolgte auf die gleiche Weise in Spanisch. Ich war recht stolz auf mich, dass ich tatsächlich eine Unterhaltung führen kann und es sich nicht all zu anstrengend angefühlt hat. Er und sein Kumpel erklärten mir, dass sie einen Freund besuchen, der in Santa Cruz in Bolivien studiert. Dieser hatte sie auch am Busbahnhof abgeholt und da dies auch mein Ziel war,  luden sie mich ein, sie zu begleiten. Es waren schon 4 Personen und ich war somit die 5… Meine Verwirrung verstanden sie nicht so recht. Schwupps saß ich neben dem Taxifahrer mit 3 Rucksäcken vor mir gestapelt. Hinten waren die 4 Herren übereinander geschachtelt und das Gepäck hat sonst wohl in den Kofferraum gepasst. Wir wurden von der Polizei angehalten, die laut mitzählte, wie viele Menschen aus dem Auto steigen. Nachdem die Herren erklärt haben, dass ich Deutsche sei und sie mir helfen, war ich viel interessanter und es gab kein Problem mehr. Wir überquerten also die Grenze und die Weiterfahrt mit den Brasilianern war recht amüsant. Am nächsten Morgen kamen wir in der Stadt an und ich konnte mich im Apartment von demjenigen, der dort studiert, duschen und frisch machen. Es folgte ein Frühstück in einem Brasilianischen Restaurant und wir verbrachten auch den restlichen Tag miteinander. Ich hatte mich vorher gefreut, wieder in ein spanisch-sprachiges Land zu reisen, indem ich mich vernünftig verständigen kann. Ich dachte mir mehrmals, wie lustig es ist, dass ich nun Zeit mit Brasilianern verbringe, die alle nicht wirklich spanisch sprechen.

 

Am Abend wollte ich einen Bus nach Sucre nehmen. Ganz nach chilenischer Art, habe ich mich am Terminal durchgefragt und Preise eingeholt. Leider gab es so gut wie keine Tickets mehr, sodass auch der Preis der verbliebenen recht hoch war – zumindest für Bolivianische Verhältnisse. Da schon viele von diesem Ort geschwärt haben, wollte ich trotz allem dort hin und kaufte schließlich ein Ticket. Die Fahrt, die folgte, ernenne zur Seltsamsten und Schlechtesten bisher. Uns wurde beim Ticketkauf erklärt, an welchem Bussteig wir warten sollten und etwa nach einer halben Stunde nach geplanter Abfahrtszeit, sah ich wie zig Leute aus dem Terminal herausliefen. Ich ließ mir dann erklären, dass jemand von der Busfirma sagte, dass der Bus von wo anders abfährt und wir folgen sollten. Es war eine sehr seltsame Atmosphäre, weil alle sehr verwirrt waren und vor allem auch aufgebracht. Viele von ihnen hatten erheblichen Balast zu schleppen und es war ziemlich weit, was wir laufen mussten. Der Bus war dann ganz schrecklich; dass die Fahrzeuge für „unsere“ Verhältnisse nicht sehr vertrauenswürdig aussehen, war ich schon gewohnt, aber dieser Bus hatte zusätzlich super kleine Sitze, die sich nicht weit kippen ließen, keine Toilette und schlecht isolierte Fenster – keine so tollen Voraussetzung für eine Nachtfahrt. Wir machten 3 Pausen, in denen man dann in der freien Natur seiner Notdurft nachkommen konnte. Es liefen 3 Folgen von Police Academy, wobei ich bei der Letzten versucht habe zu schlafen, was mir auf Grund der Lautstärke des Films nicht gelang. Das Zentrum von Sucre ist tatsächlich im Vergleich zu den anderen Städten in Bolivien, die ich bisher kenne, hübscher. Ich besuchte ein Museum und es überraschte mich, dass nicht die größere Stadt La Paz sondern Sucre die Hauptstadt des Landes ist. In der nächsten Nachtfahrt ging es dann nach La Paz.

Hier war es mein Ziel, meinen Freund Eric und seine Hobbyfußballmannschaft„Ente Badgdad“ aus Mainz bei ihrer Reise zu begleiten. Ein Teammitglied kommt aus Bolivien und mit Hilfe seiner Familie organisierten sie ein umfangreiches Programm für zwei Wochen. Ich schloss mich in der 2. an.

Nach der Ankunft ging ich zum Hotel, in dem die „Enten“ untergebracht waren. Es folgte eine dieser Duschen, die man nach zwei Nachtfahrten ohne Möglichkeit zu duschen einfach traumhaft findet. Nach einer kurzen Verschnaufpause organisierten wir mir mein Hostel – es wurde das Gleiche, wie bei meinem ersten Besuch in der Stadt. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Verwandten des Bolivianischen Fußballmitgliedes. Ich weiß es immer zu schätzen, wenn ich einen ortsansässigen Führer habe und so lernte ich die Stadt noch mal etwas anders kennen.

Am nächsten Tag ging es mit gesammelter Mannschaft nach Coroico; ein süßes kleines Örtchen etwa 3 h von La Paz entfernt. Hier konnten wir tolle Aussichten auf Berglandschaften genießen. Auch die Anfahrt vorbei an einem traumhaften See in eisiger Höhe und durch die Berge war ein Highlight. Nach dem gemeinsamen Mittagessen organisierte ich mir mein Hostel für die kommende Nacht. In der Zwischenzeit wurde unser Transport zu einem Wasserfall organisiert. Die kleinen Shuttlebusse fahren sonst wohl die Schulkinder nach Hause – nach der Fahrt hatte ich ein schlechtes Gewissen und hoffte ganz stark, dass sie einen anderen Transport gefunden haben. Es war eine beachtliche Strecke und auch recht steil – anscheinend müssen die Kinder das häufiger mal laufen. Zwei von den drei Wasserfällen waren leider ausgetrocknet, sodass wir nur den Letzten besichtigt haben. Hier gab es auch einen kleinen Wanderweg, der einfach zu erklimmen war. Der Abend war zur freien Verfügung und so hatten Eric und ich Gelegenheit uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Am darauffolgenden Tag stand Wellness auf dem Programm. Leider waren einige Bereiche wegen Umbauarbeiten nicht nutzbar. Aber Eric beim Baden im Fluss zu beobachten war ein interessanter Einstieg in den Tag. Er hatte sichtlich Freude, sich vom Flusslauf treiben zu lassen. Dann ging es weiter mit der Entdeckungstour der Anlage. Nach dem Mittagessen spielten wir noch ein wenig Tischtennis und schwammen  im Pool. Dann war die Zeit auch schon vorbei und wir entdeckten, dass die Sauna nun geöffnet ist, weshalb wir uns vor der Abfahrt noch ein paar Minuten gönnten. Im Bus angekommen, warteten alle schon auf uns… ähm… deutsche Pünktlichkeit und so…

An meinem letzten Abend mit dem Team kam ich in den Genuss, sie beim Spielen gegen Bolivianische Schüler zu beobachten – dies war Teil ihres Schulfestes. Vermutlich war es der Direktor oder Sportlehrer, der das Spiel wie ein Sportmoderator begleitete, was ich ziemlich amüsant fand und es auch für eine dynamische Stimmung sorgte. Wenn Eric mal nicht auf dem Spielfeld war, animierte er uns zu Schlachtrufen. Leider verloren die reifen Enten gegen die jungen Schüler. Als Überraschung folgte ein tolles Programm. Es wurden Reden gehalten und die Schüler hatten traditionelle Tänze einstudiert, die sie in ihren Trachten aufführten und uns auch mit integrierten. Ich war hin und weg! Nach dem abendlichen Spiel verbrachte ich noch etwas Zeit mit Eric in meinem Hostel, wo wir wieder Tischtennis spielten und uns noch eine Weile unterhielten. Am nächsten Morgen begleitete er mich noch in ein paar Läden, um mir eine neue Hose zu kaufen. Da fällt mir gerade ein; Danke für meine Lieferanten; Falk, Stefan und Eric! (Unter anderem wurde mir Tomatenmark gebracht – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal vermissen werde!!)

Shopping in Bolivien war übrigens sehr interessant – es scheint nicht üblich zu sein, diese Stretch-Hosen anzuprobieren, bevor man sie kauft. Der Verkäufer war zunächst recht geduldig mit mir und ließ mich in einem Eckchen eine Hose nach der anderen anprobieren. Ich reise nicht mit viel Kleidung, sodass diese jeweils recht stark strapaziert wird. Es war an der Zeit eine Hose zu ersetzen. Nach dem Kauf ging es zum Busbahnhof, um mal wieder nach Iquique zu fahren. Ich erlebte noch einen riesigen Schreckmoment bis ich im richtigen Bus saß; Der andere Bus fuhr bereits mit mir los und zu meinem Glück wurden die Tickets direkt kontrolliert, sodass mir mein Fehler rechtzeitig mitgeteilt wurde. Panisch rannte ich zurück zum Bussteig, wo mein Bus abfahren sollte. Dieser kam gerade erst an – dann fiel mir ein, dass ich eine Tüte in dem anderen Bus vergessen habe, sodass ich wieder panisch zurück gerannt bin und diese glücklicherweise wieder herausholen konnte. Völlig schnaufend saß ich dann im richtigen Bus und es folgte mal wieder eine Fahrt über Nacht – zurück nach Chile.

Ende Juli kam ich morgens in Iquique an. Ich verbrachte eine Nacht bei Pedro, den ich das letzte Mal bereits über couchsurfing kennen gelernt hatte. Nun habe ich Iquique auch noch von einer anderen Seite gesehen; eine Protestation wegen den Studiengebühren, Spaziergang an der Promenade mit vielen Artisten &  Künstler-Ständen & eine Wanderung auf einen Sandberg, wo ich mich zum ersten Mal im Sandboarding probieren konnte. Nach diesen schönen zwei Tagen folgte leider eine weitere dumme Bus-Story. Ich hatte das Ticket nach Santiago direkt bei der Ankunft gekauft – leider wurde ich falsch verstanden, sodass ich ein Ticket für den gleichen Tag erwarb. Erst als ich dann am nächsten Tag im Bus saß und jemand auch ein Ticket für den gleichen Sitzplatz hatte, stellte ich den Fehler fest. Dieser Bus war leider komplett ausgebucht und die Firma hätte erst am nächsten Tag wieder freie Plätzte gehabt. Ich versuchte mein Glück noch bei anderen Gesellschaften und es ergab sich, dass eine Dame ihr Ticket bis nach La Serena loswerden wollte – was auf dem Weg lag. Da dieser Bus auch zeitnah abfuhr, entschied ich mich dafür, es ihr abzukaufen. Ich stellte später fest, dass der gleiche Bus auch nach Santiago fährt, sodass ich einen Aufpreis zahlte und dann im Bus sitzen bleiben konnte. Ich kam sogar zur gleichen Zeit an, wie dies mit dem anderen Bus der Fall gewesen wäre.

Ich konnte in Santiago für ein paar Nächte bei einem Freund übernachten. Ich hab die Tage dazu genutzt, meine Sachen von meinem alten zu Hause abzuholen und meine Freunde wieder zu sehen.

Nach dem wunderschönen Wochenende mit Renato in Rio de Janeiro haben wir täglich geschrieben. Wir wollten uns gern näher kennen lernen, weshalb ich wieder zurück nach Brasilien bin und einen Monat mit ihm und seiner Familie verbracht habe. Sie empfingen mich sehr herzlich und ich war direkt Teil der Familie. Die Kommunikation gestaltete sich auf Grund der Sprachbarrieren teilweise schwierig, aber alle waren sehr nett und geduldig.

Nach der Reiserei war ich wieder reizüberflutet und war sehr froh, nun zur Ruhe kommen zu können. Ich nutze die Zeit hauptsächlich, um die Infos für die Reiseleitung auszuarbeiten.

Nachdem wir uns nun besser kennen lernten, verliebten wir uns noch mehr. 🙂

Renato hatte vor einem Jahr bereits den Plan zu reisen, nun habe ich ihn motiviert, das auch tatsächlich zu tun. Wir bereiteten gemeinsam alles vor und er kam nach dem Monat zusammenmit mir nach Santiago.

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