Hunde-Abenteuer

Ich habe keine Lust mehr aufs Schreiben…

Ihr könnt euch jetzt gemütlich zurück lehnen und einfach berieseln lassen.

Ich experiementiere mal mit dem Videoschnitt und freue mich über euer Feedback, Anregungen und Verbesserungsvorschlägen. Mal sehen, wie lange mir das Spaß macht. Dieses erste Video hat mir auf alle Fälle Freude bereitet und ich hoffe, euch auch.

Da hier in Spanien ja Quarantäne ist, könnt ihr nächste Woche sicher schon das nächste Video erwarten.

Und jetzt; Fiiiiiiiiiiiiiiiiiilm ab………..

Kroatien im Frühling 2017

Auch wenn es nun gefühlt eeeeeeeeeewig her ist, möchte ich gern nen Beitrag über Kroatien veröffentlichen.

Wir haben diese Geschichte schon mehrmals erzählt, aber wer sie noch nicht kennt;

Renato wurde nicht in England rein gelassen; 

Es ist so, dass sich Renato als Nicht-Europäer 90 Tage innerhalb 180 Tagen im Schengen-Raum aufhalten kann. Da wir noch nicht wussten, ob wir länger in Deutschland bleiben werden, hatten wir uns nicht um ein Visum gekümmert und der ursprüngliche Plan war, dass Renato für die 90 Tage nach England geht, bis er wieder einreisen kann. Wir hatten dort bereits Zusagen für Housesitting… (dies machen vorwiegend Leute, die ein Tier haben: während ihres Urlaubs hätten wir ihr Haus und ihre Hunde gehütet). Leider ging es am Flughaffen für Renato nicht weiter und er wurde nach stundenlangen Befragungen bis zum nächsten Morgen in einem Zimmer eingeschlossen und dann zu seinem Rückflug nach Deutschland begleitet. Wir hatten noch Glück im Unglück, da er noch 1,5 Tage von den 90 übrig hatte. Wir mussten also schnell reagieren und haben auf der Landkarte geschaut, welches Nicht-Schengen-Land mehr oder weniger das nächste ist und haben uns für Kroatien entschieden.

Die Fahrt

Gegen Abend sind wir dann los gefahren. Es war eine schreckliche Fahrt, da seltsamer Weise beide Lichter kaputt waren und wir somit die ganze Zeit mit Fernlicht gefahren sind. (Mittlerweile weiß ich, dass man solche Glühbirnen auch in einer Tankstelle finden kann…) In Österreich machten wir dann eine Pause, um ein wenig im Auto zu schlafen. Das war doch schon sehr frisch so Ende Januar… Unglücklicher Weise hatte ich vergessen, das Licht auszuschalten, sodas am nächsten Morgen der Motor nicht mehr anspringen wollte. Zum Glück haben wir jemanden gefunden, der uns Starthilfe geben konnte, sodas wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Die Einreise verlief problemlos und unser Ziel war Zagreb. Hier verbrachten wir nun ein paar Tage. Natürlich sind wir wieder viel durch die Stadt gelaufen und wir wanderten ein wenig in den nahe gelegenen Bergen. 

Nun verbrachten wir also eine Weile getrennt voneinander und Renato konnte seine eigenen Reiseerfahrungen sammeln, während ich in Deutschland meinem Job nachging.

Schließlich fuhr ich im April zu ihm in den Süden nach Split. Er hatte sich um ein Zimmer über airbnb gekümmert und hat es als kleine Überraschung mit Herzchen dekoriert. Split ist ein hübsches touristisches Plätzen am Meer, wobei zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Touristen zu sehen waren. Bevor wir Richtung Norden fuhren, wollten wir noch einen Abstecher über Mostar in Bosnien Herzegowina machen. Die Fahrt dort hin war ein Traum und wir haben die Landschaft sehr genossen.

In Mostar und in dem Land allgemein waren noch sehr viele Schäden vom letzten Krieg zu sehen.

Es wurde wieder atemberaubend schön als, wir nördlicher wieder in Kroatien einreisten und uns den Plitvice Nationalpark anschauten. Unser nächstes Ziel war Zadar und von dort ging es dann entlang des Meeres Richtung Norden. Hier machten wir noch mal in einer recht abgelegenen Airbnb Wohnung Pause, von wo wir eine traumhafte Aussicht genießen konnten und auch die Fahrt dort hin, knauserte nicht mit seinen Naturschönheiten.

Wir hatten zwischendrin auch ein paar Nächte im Auto verbracht und besorgten uns Isomatten und eine Matratze. Mit diesem provisorischem Bett und mit der ausgeliehenen Kühltasche, waren wir dann gut ausgerüstet.

Auf der großen Strecke nach Deutschland, besuchten wir noch eine Familie in Slowenien. Wieder war Renato bei den Kindern sehr beliebt. 😀

Ab da hatten wir die Fahrt bei blabacar angeboten und hatten ein paar nette Mitfahrerinnen.

Spanien & Portugal Nov./Dez. 2016

Wir entschieden uns schließlich, zunächst in Europa bzw. Deutschland zu sein. Anfang November flog Renato nach Madrid, wo wir uns dann wieder getroffen haben.

Ich bin nach Valencia geflogen und konnte die Stadt in einem halben Tag erkunden, bevor ich mit einer Mitfahrgelegenheit nach Madrid gefahren bin. Dort angekommen, habe ich mich mit Inma wieder getroffen. Wir hatten uns vor mehreren Jahren kennen gelernt, als ich in der Nähe von Madrid einen kurzen Au Pair Einsatz hatte. Zur gleichen Zeit war auch ein weiterer Freund von ihr in der Stadt. Wir konnten eine tolle Nacht-Stadtführung von Inma genießen. Es war etwas überraschend, an wie wenig ich mich noch erinnern konnte…

Am nächsten Morgen habe ich Renato vom Flughafen abgeholt. Er hatte ein Hostel gebucht, leider nur für das falsche Datum… Grund war ein Denkfehler; Er ist zwar am 3. November abgeflogen, aber am 4. gelandet. Da das Zimmer nun schon mal für die Nacht davor bezahlt war, nutzten wir es noch bis zum Zeitpunkt des Check-outs zum Frisch machen und haben auch im Hostel gefrühstückt. Da dieses Hostel die folgende Nacht schon ausgebucht war, nutzten wir noch das Internet, um eine Bleibe für die folgende Nacht zu suchen. Wir haben etwas recht Günstiges bei airbnb gefunden. Es nannte sich Hostel, aber war irgendwie recht seltsam “eingerichtet”. Es standen darin wuchtige Schränke, die noch mit Büchern und Dokumenten gefüllt waren und die Doppelstockbetten wurden einfach davor gestellt. Wahrscheinlich trug dieser Ort auch ein wenig dazu bei, dass Renato zunächst erst Mal wieder einen Kulturschock hatte.

Wir schlossen uns einer Stadtführung an, die jemand von couchsurfing angeboten hat, um Kontakte in verschiedenen Ländern zu knüpfen. Mit Inma trafen wir uns noch mal zu einem Café und später mit einer interessanten Dame, die ich bei couchsurfing gefunden habe. Sie reiste bereits mit low-Budget und wir erfuhren etwas mehr darüber. Mit ihr und ihren Freunden waren wir in einer Art Kulturzentrum, wo diverse Musiker zu gange waren. Es war eine sehr alternative Einrichtung, die offensichtlich recht beliebt war. Denn als wir gehen wollten, war der Ein- bzw. Ausgang blockiert. Es wurde keiner mehr reingelassen und wir kamen somit für eine Weile auch nicht hinaus. Wir wurden dann bei einem Hinterausgang raus gelassen.

Wir hatten bereits eine Farm im Süden von Spanien gefunden, wo wir workaway machen können und da wir dort mindestens drei Wochen einplanen sollten, entschieden wir uns bei der Anreise in einigen Örtchen Halt zu machen, um diese kurz zu besichtigen. Größtenteils reisten wir mit Mitfahrgelegenheiten und immer fanden wir ein Zimmer über airbnb.

Unser erstes Ziel war Toledo. In den paar Stunden, die wir vor Ort hatten, konnten wir einen guten Überblick bekommen. Wir erhielten in unserer Unterkunft viele Informationen und auch Tipps. So erfuhren wir von einem Ort mit einer schönen Aussicht und welche Viertel besonders schön sind. Wir lauschten einem Musiker und unterwegs unterhielten wir uns mit einem älteren Herrn, der sehr viel über Toledo wusste und uns auch ganz stolz berichtete, dass dies in der Vergangenheit mal die Hauptstadt von Spanien war.

Gegen späten Nachmittag ging es mit einer Mitfahrgelegenheit weiter nach Cordoba. Hier bin ich dieses Mal in eine “Falle” getappt. Leider hatte ich ein Zimmer in Cordoba in Argentinien gebucht… Wir fanden zum Glück auch noch kurzfristig ein Zimmer, was direkt im Zentrum war. So gingen wir hier am Abend der Ankunft spazieren und am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt weiter zu Fuß.

Am gleichen Tag ging es noch weiter nach Malaga, wo wir unseren bisher seltsamsten Gastgeber antrafen. Ein recht großer Mann mit russischen Akzent, der Künster ist. Seine Art war vermutlich nett gemeint, aber schüchterte doch eher ein. Wahrscheinlich machte er mit seinen bisherigen Gästen die Erfahrung, dass es nötig ist, alles ins Detail zu erklären. Er zeigte, wie man den Gasherd nutzt und bestand darauf, dass ich ihn vor seinen Augen anzünde. Er wollte auch sehen, dass ich in der Lage bin, die Tür aufzuschließen, nachdem er dies vorführte. Er betonte mehrmals, wie nett und großzügig er doch zu seinen airbnb-Gästen ist und vergewisserte sich mehrmals, ob wir zufrieden sind. Wobei seine Art und Weise nichts anderes als ein Ja zu lies. Eine Unterhaltung mit ihm war definitiv sehr unangenehm.

Wir folgten seiner Empfehlung und nutzten den restlichen Abend, um einen Hügel zu besteigen. Wie vorher auch, hatten wir den nächsten halben Tag, um durch die Stadt zu laufen.

Wir verliesen Malaga mit dem Bus und nun ging unser Workaway auf der Farm los. Mercé holte uns ab und brachte uns zur Farm. Erst jetzt wurde uns so richtig klar, dass wir die nächsten drei Wochen völlig abgeschieden verbringen werden. Das nächste Minidörfchen ist etwa 45 Minuten zu Fuß und der nächste Ort MIT kleinen Lebensmittellädchen vielleicht 1,5 oder 2 h – zumindest wenn man den Weg kennt… Wir sind einmal dorthin aufgebrochen und offensichtlich haben wir nicht den direkten Weg gefunden. Netter Weise wurden wir ein paar Mal von Mercé und ihrem Mann Alonsi mitgenommen, um andere nahegelegene Dörfchen zu erkunden. Meist nuzten wir diese Zeit, um einen wifi-Hotspot auszunutzen, da wir in der Farm kein Internet hatten.

Die Farm von Alonsi und seiner Frau Mercé bestand aus einem großen abschüssigen Grundstück mit einem Haus. Wir haben in einem Wohnwagen geschlafen. Im November ist das Klima hier im Süden Spaniens im Vergleich zu Deutschland sehr mild, trotzdem waren manche Nächte etwas frisch. An dem Haus waren Duschen und eine separate Küche mit Kamin, die wir für uns hatten. Da schon eine Weile vorher keiner mehr für die Unterstützung eingesetzt worden war, haben wir unsere Bereiche zunächst gereinigt, wofür wir auch mehrfach gelobt worden sind und es auch in der Referenz erwähnt wurde. Die tägliche Aussicht war ein Traum, Nachts konnte man die Sterne wunderbar betrachten und Sonnenauf- und –untergänge verursachten auch gerne mal ein Farbschauspiel.

Alonsi und sein Bruder erledigten die Farmarbeit und waren somit für die Zeit dort unsere Hauptansprechpartner, wobei sich seine Frau um das Organisatorische gekümmert hat und uns auch sporadisch nach einer Einkaufsliste gebeten hat. In diesen Wochen ernährten wir uns unglaublich gesund, da wir täglich von dem Gemüse aßen, was auf der Farm wächst und auch das zusätzliche Essen immer Bio und genfrei war.

Zu unseren Aufgaben in dieser Farm, die sich um die Erhaltung von historischen Samen kümmert, war natürlich die Gewinnung von Samen und diese für den Verkauf vorzubereiten. Hauptsächlich beschäftigte ich mich mit Tomaten, wovon es dort über 40 verschiedene Sorten gibt. Sie sind sehr darauf bedacht, im Einklang mit der Natur zu leben, sodass sie natürlich ihren Kompost haben, Abfälle wie Eierschalen weiterverwenden, ihr eigenes Anti-Insekten-Spray natürlich herstellen usw.. Wir halfen auch dabei eine Art Dünger aus Kuhmist herzustellen.

Während unserer letzten Tage in der Farm kam eine Kolumbianerin an. Sie beschloss dann allerdings mit uns wieder abzureisen, da es ihr dort sonst zu einsam gewesen wäre. Tatsächlich sahen wir Alonsi und seinen Bruder meist nur bei der Arbeit und Mercé nur, wenn es etwas zu klären gab. Wir genossen die Abgeschiedenheit in dieser malerischen Farm. Wenn man sich darauf einlässt, ist es unheimlich schön, ohne TV und Internet zu sein. Allerdings war es auf der anderen Seite auch etwas schwer, von jemanden abhängig zu sein, um mal weg zu kommen und an Essen zu gelangen vor allem, weil wir nicht wussten, wann wieder eingekauft wird.

Nach der Zeit in der Farm ging es nach Granada. Renatos Urgroßmutter kam von dort, sodass ihn dieser Ort interessiert hat. Neben der Erkundung der Stadt, besichtigen wir auch die Alhambra.

Die nächste Station war Sevilla. Hier hatten wir mit dem Wetter nicht so viel Glück, aber konnten trotzdem einen guten Überblick über die Stadt gewinnen. Eines der Highlights war wohl der Foodmarket, den wir zufällig entdeckt haben und wo wir uns ein wenig durchprobieren konnten.

Weiter ging es dann nach Salamanca, wo wir Renato mit vernünftigen wasserdichten Schuhen ausgestattet haben. Er hatte noch nie Schuhe getragen, die über die Knöchel gehen. Man hat ihm schon sehr angesehen, wie seltsam dieses Gefühl für ihn war. Hier machten wir eine sehr seltsame Entdeckung und so richtig habe ich noch nicht verstanden, warum dort so bunte Tauben herumfliegen.

Dies war die letzte Stadt in Spanien und der Einfluss von der arabischen Kultur war schon recht offensichtlich.

Nach Porto ging es zum letzten Mal mit einer Mitfahrgelegenheit, da blablacar in Portugal anscheinend noch nicht so stark genutzt wird. In dieser Stadt fanden wir jemanden über couchsurfing. Total verrückt, da es fast wie in einem Hostel war. In seiner Wohnung gab es kaum Möbel, aber dafür ziemlich viele Matratzen. Er erzählte mir, dass er während seiner Reise viele herzliche Leute getroffen hatte, die ihn häufiger aufgenommen haben und dass er auf diese Art gern etwas zurückgeben möchte. Er berichtete uns davon, dass er am Abend zu einer Veranstaltung geht, wo gemeinsam traditionelle Tänze getanzt werden. Es war ein riesen Spaß! Die Stadt hatte mich an dem Abend mit seinen Lichtern besonders verzaubert und ich habe es für mich zur schönsten Stadt bei Nacht ernannt. Porto ist durch einen Fluß getrennt und unser Host wohnte auf der Seite, die sich Gaia nennt. Hier wanderten wir Richtung Meer und erkundeten ein Naturschutzgebiet.

Wir bekamen auch eine weitere Zusage über couchsurfing und verbrachten die nächsten zwei Nächte bei Alex. Sie ist eine sehr beeindruckende und inspirierende Frau. Sich mit ihr zu unterhalten war eine unglaubliche Freude und danach sprühte ich vor positiver Energie.

Danach fuhren wir südlich Richtung Fundão, wo wir abgeholt worden sind, um eine Woche in einer Farm zu helfen. Das Häuschen, in dem die workawayer untergebracht werden, wurde erst neu renoviert und war sehr modern eingerichtet. Mittlerweile war schon Dezember und trotz milder Temperaturen war es etwas kühl. Wir konnten die Wohnküche mit einem  Kamin beheizen und in den Zimmern hat die beheizte Matratze für Gemütlichkeit gesorgt. Neben uns war noch eine Mexikanerin mit ihrem erwachsenen Bruder und ihrer Tochter vor Ort. Die etwa 9-jährige Maus musste natürlich nicht auf der Farm helfen, aber sie machte ihre Schule im Eigenstudium / häuslichen Unterricht.

Zu unseren Aufgaben gehörten hauptsächlich, das Grundstück von den Mimosepflanzen zu befreien und diese zu verbrennen. Auch haben wir ein paar Bäume umgesetzt. In dieser Farm musste also auch ich mehr körperliche Tätigkeiten ausführen, wofür bei der anderen Farm eher Renato herhalten musste. Es war mir etwas zu anstrengend, aber auch eine interessante Zeit. Besonders schön fand ich neben der Erkundung des knuffigen Dörfchens, wo die Farm lag, eine Wanderung die wir in den Hügeln gemacht haben. Und toll war es, die Orangen und Mandarinen selber pflücken zu können, statt sie kaufen zu müssen. 😉

Vor unserem Flug nach Deutschland hatten wir noch ein bisschen Zeit in Lissabon. Hier fällt mir folgende Geschichte ein; wir wollten zum Aquarium “Oceanário” und wir hatten beschlossen, dort hin zu laufen, obwohl es 6 km entfernt ist. Dort angekommen, stellten wir fest, dass man laut der Winteröffnungszeiten nun nicht mehr rein kann…. Na ja…. also liefen wir wieder zurück und gingen am nächsten Tag wieder hin. Wir haben wirklich viel Zeit darin verbracht, sodass es gut war, dass wir noch Mal wieder gekommen sind.

Chile Sept./Okt. 2016

Nun bin ich schon wieder etwas mehr als ein Jahr zurück und es war sehr schön, meine alten Notizen zu lesen und den Beginn der gemeinsamen Reise mit Renato noch ein Mal Revue passieren zu lassen. Diese möchte ich jetzt gern mit euch teilen.

Für etwa 2 Wochen empfing uns nun also Josh in seiner WG in Santiago. An diese Couchsurfing-Unterkunft gelangten wir mit Hilfe von einem Freund. Unsere gemeinsame Reise startete somit mit einem recht “luxuriösem” Zimmer mit Doppelbett und einem Bad für uns alleine. Den berühmten zentralen Patz „Plaza de Armas“ erreichte man in wenigen Minuten zu Fuß. So konnte ich Renato schnell und einfach das Zentrum der Stadt zeigen. Wir nutzten die ersten Tage auch, um ihn besser auszurüsten; chilenische SIM und Trekkingequipment (wie zum Beispiel ein schnelltrocknendes Handtuch).

Am besten gefiel Renato an Santiago  „La Vega”, die riesige Markthalle, in der es auch für ihn neue Früchte und unbekanntes Gemüse zu erkunden galt. Im Gegensatz zu mir, konnte er dort viel Zeit verbringen. Mir war das rege Treiben und das Durcheinander zu viel Stress und meist wollte ich schnell wieder mit meinen Einkäufen weg.

Für Renato bedeutete diese Reise sein Land und seinen Familienhaushalt zum ersten Mal zu verlassen und der Kulturschock war ihm anfangs anzumerken.

Wir kamen zu einer recht ereignisreichen Zeit, da am 18. September Nationalfeiertag ist und dieser offensichtlich über mehrere Tage ausgiebig gefeiert wird. So sahen wir beispielsweise auf der Plaza de Armas Leute in traditionellen Gewändern Volkstänze vorführen und waren mit einer Freundin bei einer “Fonda”. Hier handelt es sich um eine Mischung aus Jahrmarkt und Festival; es gab zwar keine Karusells aber mehrere Stände mit Spielen wie “Hau den Lukas”, weiterhin fand man natürlich viele Buden mit Essen und Trinken und auch Bühnen mit Live Musik. Hier trank ich nun zum ersten Mal den unglaublich süßen “Terremoto”, der zu den traditionellen Getränken zählt. Übersetzt heißt das Erdbeben, weil es recht viel Alkohol enthält, den man durch das süße Eis zu spät merkt. Lustiger Weise gibt es dieses Getränk auch in Kleiner und nennt sich dann “Replica” = Nachbeben – also für diejenigen, die nach dem ersten Getränk noch nicht genug hatten. 😀

Der große Abschluss der Feierei macht dann der Tag des Heeres am 19. September. Hier bestaunten wir die beindruckende Militär Parade im Parque O’Higgins.

Nach dem ganzen Trubel begannen wir für Renato sein Working Holiday Visum zu beantragen und ich hatte ein nettes Gespräch mit einer Sprachschule, in der ich Deutschkurse geben kann, sobald Interessenten da sind.

Des Weiteren begannen wir die Suche vor Ort nach einem Hostel, in dem wir Workaway machen könnten. Wir bewarben uns bereits vorher aus Brasilien, allerdings hatte dies keine positiven Ergebnisse gebracht. So klapperten wir nun diverse Hostels ab und erfragten, ob sie dieses Arbeitsmodel unterstützen, dass wir im Tausch gegen Arbeit bei ihnen wohnen können und bestenfalls auch verpflegt werden. Auf diese Weise tat sich ein Hostel auf, die ab Oktober  Hilfe benötigen werden. Einen weiteren Tipp erhielten wir auf einer Party. Nach genauerer Betrachtung hatten wir nun die Wahl zwischen einem Hostel, wo ich an der Rezeption eingesetzt werden würde und Renato bei Reinigungs und Erledigungsarbeiten untestützt hätte. Es war recht modern eingerichtet und sah gut gepflegt aus. Der große Nachteil war, dass es keine Küche gab. Das andere Hostel war bereits auf dem ersten Blick recht chaotisch und die Räume der anderen Workaway-Kollegen sehr undordentlich. Dieses Hostel war mit recht wenigen Zimmern ausgestattet und verdiente sein Geld offensichtlich eher mit seinem Restaurant und der Dachterrasse, die am Abend geöffnet wurde. Wir würden zunächst beide in der “Coperia” eingesetzt werden (Spülen von dem Geschirr, Gläsern und Küchenutensilien) und ich würde später zur Rezeption wechseln.

Beide Hostels waren flexibel, dass ich auch noch einem anderen Job nachkommen konnte. Schließlich entschieden wir uns für das Hostel mit der Küche…  Auch hier war der Start erst zum Ende September möglich, sodass wir noch ein paar Nächte überbrücken mussten und uns netter Weise mein Kumpel Estefano bei sich aufgenommen hat. Der Umzug erfolgte nach einer Jam-Session, zu der uns Rodrigo eingeladen hatte. Nachdem ich zu meinem Geburtstag bereits seinen Klarinette-Tönen lauschen konnte, erlebte ich ihn nun auch beim rappen. Er und seine Freunde waren sehr unterhaltsam.

Am nächsten Tag war Rodrigos Geburtstag und wir fuhren zu ihm. Er wohnt sehr weit weg vom Zentrum; zumindest war die Anfahrt etwas lang und kompliziert. Hier haben wir gemeinsam einen Berg erklommen und gepicknickt. Die Gruppe wuchs langsam und später waren wir noch eine Weile bei ihm zu Hause und durften ihm und seinem Freund beim musizieren lauschen.

Die noch vorhandene uneingeschränkte Zeit vor dem Start im Hostel nutzten wir mit weitere Unternehmungen mit Freunden und wir zeigten meinem damaligen Gastgeber (couchsurfing) Pedro von Iquique die Stadt, der ein paar Tage in Santiago zu Besuch war.

Auch reiste ich mit Renato nach Viña del Mar und Valparaiso. Mein mittlerweile 4. Besuch dieser magischen Touristenorte war wieder eine völlig andere Erfahrung. Wir erkundeten die beiden Örtchen zu Fuß und beobachteten streitlustige Seelöwen, amüsierten uns auf einem Spielplatz und fanden ein Museum mit Gemälden, das man kostenlos besuchen konnte und sahen einen Fischermarkt. Auch Renato staunte über die vielen Grafittis, die es in Valpariso zu sehen gibt. Hier gibt es ein größeres Stück, was ich als Reiseleiterin mit den Touristen gehen würde und ich versuchte mich bereits besser zurecht zu finden. Auch hatte ich meine Aufzeichnunen dabei und erzählte Renato so einiges.

Um den Reiseleiterjob starten zu können fehlten mir nur noch wenige Touren, die ich noch vorher begleiten müsste. So lernte ich nun auch noch die verbleibenden drei Weingüter kennen und lernte viel dazu. Es war auch sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Führungen der einzelnen Weingüter waren. Jedes hatte mich auf seine Weise verzaubert und mit seinen Weinen erfreut. Tatsächlich mochte ich vor meiner Reise keinen Rotwein – entweder ist 30 das Alter, wo sich der Geschmack ändert oder Chiles Weine machen seinem Ruf alle Ehre. 😉

Nun startete also unser erstes Workaway-Erlebnis im Hostel. Wir wurden bereits vorher darauf hingewiesen, dass in dem Zimmer der Damen kein männlicher Übernachtungsgast erwünscht ist. Somit war das Zimmer der Herren überfüllt, da es außer uns auch noch ein weiteres Paar gab. Meine Sachen sollte ich allerdings im Zimmer der Frauen verstauen – in dem anderen Raum war ohnehin kein Platz. Nun konnten wir die Unordnung noch intensiver betrachten und es lag auch ein recht undefinierbarer Geruch in der Luft – vielleicht eine Mischung aus angesammelten Dreck (da hier offensichtlich schon extrem lang nicht mehr gesaugt oder sonstwie saubergemacht worden ist), stinkenden Socken und Schweiß. Trotz fast immer geöffneten Fenster, ließ dieser Gestank an den nächsten Tagen nicht nach. In der ersten Nacht waren wir die ersten, die sich schlafen gelegt hatten und irgendwann spät nachts wurden wir durch das Anschalten des Lichts und lauter Unterhaltungen geweckt. Am nächsten Morgen bekam ich auch noch vom Kollegen Viktor eine dumme Bemerkung, was ich denn im Zimmer der Männer verlohren hätte.

Der Start in dem Hostel war also nicht besonders erfreulich…

2016-10-07 17.50.23Dadurch, dass Renato und ich zunächst als Spülhilfe starteten, hatten wir wenig Zeit zusammen. Da es einen Mangel an Kräften gab, haben wir die zwei Schichten übernommen; Einer von 12 bis 17 Uhr und der Nächste von 20 Uhr bis das Restaurant geschlossen wird – etwa 1 Uhr/ 2 Uhr. Es gab keine Spülmaschine, sodass tatsächlich alles mit der Hand gespült werden musste und bei viel Betrieb gab es Stress, weil sauberes Geschirr oder Besteck fehlte. Die Mitarbeiter in der benachbarten Küche erschienen mir seltsam, was vermutlich an meiner allgemeinen Unzufriedenheit lag. Ich konnte den Wechsel zur Rezeption somit kaum erwarten, der sich leider länger hinzog, als ursprünglich angekündigt.

Wir arbeiteten bei dem Hostel für die Unterkunft und ein Mittagessen täglich. Wir deckten uns also noch mit Lebensmitteln für den restlichen Tag ein. Wir bekamen auch hier recht schnell, das Chaos in der Küche zu spüren. Als ich etwas kochen wollte, fand ich meinen Einkauf nicht mehr in den Schränken – darunter ein 2 kg Sack mit Kartoffeln. Ich erfuhr von den Kollegen, dass die Putzfrau recht radikal ist, was unbeschriftetes Essen im Kühlschrank betrifft und dass sie auch in den Schränken aufräumt. Das Essen tauchte dann zum Glück wieder auf. Das Essen im Kühlschrank hatten wir immer vorbildich beschriftet, auch wenn es bei dem Tütenchaos immer erst wiedergefunden werden musste. Nachdem hier mal etwas fehlte, besorgten wir un seine Dose. Diese war entsprechend gut zu finden und daran machte sich dann auch keiner mehr zu schaffen.

Wir benötigten ein paar Tage bis wir uns an dieses Umfeld gewöhnt hatten. Langsam lernten wir unsere Kollegen kennen und uns mit den Umständen zu arrangieren. Bei den recht individuellen Persönlichkeiten und den Vorkommnissen fühlten wir uns, wie in einer Telenovela. Hier möchte ich euch gern einen Einblick geben.

Zu den Darstellern zählten die festangestellten Damen Loredana und Loreto an der Rezeption.  Loreto kümmert sich auch um die Organisation des Personals und wir hatten auch mit ihr das Vorstellungsgespräch. Diese Beiden hat man somit nur während ihrer Arbeitszeit gesehen.

Der Chef und unser erster Kontakt war Mauricio. Er ist recht mürrisch und seine Autorität lebte er gerne aus. Wenn er in sichtweite war, sollte man besser beschäftigt aussehen und nicht quatschen.

Von der Putzfrau Lucy habt ihr bereits einen Eindruck gewinnen können. Nachdem wir letztlich auch zu ihren Lieblingen zählten, habe ich sie positiv in Erinnerung. Mit den vielen und vor allem ständigen wechselnden Arbeitskräften, ist ihre radikale Herangehensweise wahrscheinlich auch die Effektivste. Sie hat ihre Aufgabe dort sehr ernst genommen und macht somit auch einen guten Job. Mit der Zeit merkten wir, wie erstaunlich gut sie stets informiert war und sie genoss es offensichtlich, zu tratschen.

Santiago & Señora (Frau) Lucy

Santiago & Señora (Frau) Lucy

Zu ihren Schätzen gehörte auch der venezulanische Workawayer namens Santiago, den sie häufer Sohn nannte und für den sie auch häufiger kochte. Santiago hat man gefühlt immer arbeiten sehen. Die politisch instabile Lage in seinem Land war allgemein bekannt und dass er mit wenig Geld in Chile war. Er arbeitete freiwillig zusätzliche Stunden, um sich etwas dazu zu verdienen. Er war in dem Hostel „Mädchen für alles“, also unterstütze er da, wo es gerade nötig war. Wir sahen ihn am meisten beim Putzen oder Bedienen im Restaurant. In seinem Wesen war er recht cool, locker und lustig. Er wollte sein Englisch verbessern, sodas er sich über jeden freute, der Englisch sprechen konnte. Er tat häufiger so, als ob er kein Spanisch versteht, um auf diese lustige Art daran zu erinnern, dass er sein Englisch praktizieren möchte. Er fragte auch jeden, der aus Europa war oder in einem besseren Land wohnte als er, ob man ihn heiraten möchte. Auch ich und Renato bekammen einen Antrag. J Es gab auch mehrere Unterhaltungen darüber, welche Alternativen es gibt, um seinen Traum vom Leben in Europa umzusetzen.

Zwischen ihm und der Inderin Nus gab es eine spezielle Verbindung. Es wirkte wie eine Hassliebe. Sie übernahm meistens die Nachtschicht an der Rezeption und tagsüber gab sie Englischkurse. Ich erlebte sie zunächst immer nur schlafend und war manchmal genervt, dass ich meine Sachen tagsüber immer aus einem dunklen Zimmer heraussuchen musste.

Nach dem Start von einer neuen Kollegin unterhielten wir uns häufiger. Alejandra war nicht sonderlich verständnisvoll, dass die Inderin häufiger den Schlaf nachholen musste, der ihr nach einer Nachtschicht fehlte. Ein Gespräch mit Alejandra dauerte in der Regel eine Weile und in meinem Kopf hatte ich einige Unklarheiten, die ich allerdings in Anbetracht ihres Redeschwalls nie geklärt haben wollte. Nach dem Austausch mit anderen, beruhigte mich die Erkenntnis, dass sie einfach wirr redete und dass es nicht an meinen Spanischkenntnissen lag.

Mit ihrer Ankunft gab es endlich mehr Unterstützung beim Spülen, sodass ich nach einer Einschulung dann an der Rezeption arbeiten konnte. Allerdings war sie nicht wirklich eine Hilfe, da sie unglaublich langsam arbeitete, eine unmenge an Wasser und Schwämme verbrauchte und am Ende ihrer Arbeitszeit noch sehr viel schmutziges Geschirr für die nächste Schicht – also für Renato- übrig blieb.

Es gab da einen Typ, der sie offensichtlich mochte: Der Franzose Preden. Er wurde von allen Pedro genannt, weil niemand seinen Namen aussprechen konnte. Die beiden hatten ein sehr offensichtliches Tächtelmächtel und ließen sich nicht stören, auch wenn jemand anders noch im Zimmer war. Beide waren auf ihre Art seltsam und sorgten zusammen für reichlich Gesprächsstoff. Der Franzose arbeitete als Küchenhilfe im Hostel und versuchte in Santiago als Koch, Geld zu verdienen. Soweit ich es verfolgen konnte, boten sich ihm wohl tatsächlich Möglichkeiten, wobei im Hostel keiner daran glaubte, dass er es schaffen könnte. Lucy war besonders von ihm genervt, da er nach seinen Kochexperimenten nicht ordentlich saubermachte. Nach einem Streit mit Preden alias Pedro verschwand Alejandra schon nach ein paar Tagen unangemeldet aus dem Hostel.

Dann gab es noch das andere Paar Elza und Carlos. Der Kontakt mit ihnen blieb eher oberflächlich. Der Mexikaner Carlos arbeitete abens auf der Terrasse und war allgemein für sein lautes Schnarchen bekannt. Die Brasilianierin Elza wurde an der Rezeption eingesetzt und ich habe sie nur mit einem genervten/ neutralen Gesichtsausdruck in Erinnerung.

Der kurz erwähnte Viktor ist aus Columbien und ein Unruhestifter. Soweit ich es verstanden habe, war er für die Sauberkeit im Restaurant zuständig und musste dafür immer recht früh aufsstehen. Anschließend arbeitete er für Geld in einem Sternehotel. Wenn ich ihn dann mal gesehen habe, konnte ich beobachten, wie er gerne mal Streitereien provuzierte.  Renato und ich waren recht neutral und wir hatten mit niemand in dem Hostel Probleme, sodass uns dieser Griesgrämer wohlgesonnen war.

Dann war da noch Luis, der ebenfalls aus Kolumbien kommt. Ihn würde ich jetzt mal mit einem Kuschelbär vergleichen. Er hatte die Statur dafür und er hatte ein recht zartes Wesen. Wenn wir etwas gekocht haben, hat er mit seinen Kulleraugen gern mal versucht, etwas abzubekommen. Ich weiß gar nicht, was er am Anfang gemacht hatte, aber später wurde er mal zum Spülen eingesetzt und war darin auch seeeeeeehr langsam. Ansonsten war er ab und zu an der Rezeption. Er sang gern mal vor sich hin ohne darauf Rücksicht zu nehmen, ob gerade jemand schläft. Nachts unterhielt er sich auch gern mal stundenlang im Zimmer mit seiner Freundin übers Handy und er machte teilweise seltsame Schnarchgeräusche. Wenn er schlafen wollte und jemand anders laut war, war er hingegen sehr feinfühlig.

Neben Luis und Alejandra, die den Spüljob nicht besonders gut machten, gab es noch Ismael. Er arbeitete eigentlich als Servicekraft auf der Terrasse. Er sah für mich wie der Glöckner von Notre Dam aus und lief irgendwie immer wie ein Zombie herum. Seine schlechte Arbeit in der coperia (beim Spülen) übertraf alle. Viel war nicht sauber, auch bei ihm blieb am Ende einiges für die nächste Schicht übrig und er neigte dazu seine zu letzt gespülten Dinge nicht abzutrocknen, sondern in abenteuerlichen Konstruktionen und Türmen von der Luft trocknen zu lassen.

Nun kennt ihr die Hauptakteure und nun noch ein kleiner Geschmack der Vorkommnisse; Während unseres Aufenthalts wurden ein mal mehr Zimmer/ Betten verkauft, als im Hostel vorhanden waren. Da eine recht große Truppe kam, war dies zu lukrativ, als dass man ihnen hätte stornieren wollen. Mit welchen kreativen Lösungen dies umgesetzt worden war, ist an dieser Stelle im Detail sicher nicht interessant. Aber das Zimmer der Männer wurde mal kurzer Hand als Gästezimmer umfunktioniert. Dieser Umstand sorgte unter den Workawayern für sehr viel Unmut. Letztendliche hatte es aber den positiven Nebeneffekt, dass dieses Zimmer endlich mal gereinigt worden war. Nach der Abreise der Gäste blieb es auch bei einer Geschlechter-Mischung in den Zimmern. So sind wir dann auch die Scharcher losgeworden.

Dann ist mal einer der zwei Kühlschränke ohne Ankündigung verschwunden und irgendwo anders genutzt worden. Die Lagerung von den Lebensmitteln war häufiger mal Grund für Diskussionen und führte bei uns ja auch mehrfach zu kreativen Lösungen. Auch beim Duschen musste man flexibel sein. Es gab 4 Duschen in dem Hostel und nur eine davon, war halbwegs sauber, funktionierte gut und verursachte nur eine geringe Überschwämmung.

Ich erinnere mich an den Anblick einer völlig ekelhaft versauten Toilette mit Scheiße überall. Ich habe keine Ahnung, was da passiert sein könnte… Zumindest nach diesem schockierenden Bild, was sich in meine Erinnerung gebrannt hatte, konnte ich Lucys Unmut sehr gut verstehen.

Es kam häufiger mal vor, dass jemand etwas vermisst hatte und sehr schnell ein Diebstahl dahinter vermutet worden ist, was sich meist recht schnell aufklärte. Nur das Handy von einer der Rezeptionistinnen wurde tatsächlich gestohlen. Ich wurde Zeuge von der neuen Technik, wo man sich auf der Karte anzeigen lassen konnte, wo sich sein Handy befindet. Leider hat das nicht wirklich dazu geführt, dass sie es zurück bekam.

Von Nus erfuhren wir auch recht interessante Sachen, was sich so nachts im Hostel zuträgt. Da gab es zum Beispiel den Santiago, der häufiger mal ein leeres Zimmer nutzte, um mit einer der Servicekräfte seinen Spaß zu haben.

Die freie Zeit nutzen wir für weitere Erkundungen. Wir machten zB. eine Wanderung in den Bergen am Rande von Santiago, besuchten Museen oder gönnten uns mal ein oder andere Essen im Restaurant.

Wir hatten uns schließlich gut eingelebt und irgendwie an dieses Leben in der Dayly Soap gewöhnt bis mich die Nachricht vom tödlichen Unfall meines Opas erreichte. Ich entschied mich, nach Deutschland zu reisen, um die Trauer mit meiner Familie zu teilen. Es stand für mich noch nicht fest, ob ich wieder nach Chile kommen werde, oder in Deutschland bleiben möchte. Ich hatte zum Start meiner Reise den Rückflug von Santiago nach Deutschland gebucht, den ich nun nur noch umbuchen musste. Nachdem ich mich mehrmals fragte, warum ich das Ticket so gebucht hatte, erwies es sich leider doch als gute Entscheidung…

Brasilien & Bolivien III

Der Grenzübertritt zwischen der argentischen und der brasilanischen Seite von den Iguazu-Wasserfällen  war etwas seltsam. In Argentinien haben wir noch persönlich unseren Ausreisestempel abgeholt, aber in Brasilien hat jemand alle Pässe eingesammelt und kam später mit dem Einreisestempel darin wieder.

 

Nachdem ich den Park auch von der brasilianische Seite gesehen habe, bin ich zum Busbahnhof gefahren und toller Weise kam auch 15 Minuten später ein Bus nach Florianopolis. Es folgte eine Fahrt über Nacht. Ich war leider etwas erkältet und die Klimaanlage in dem Bus hat ihr Übriges dazu beigetragen. Mein Hals krabbelte die ganze Zeit und beim nächsten Stopp wollte ich mir einen Tee und Bonbons kaufen. Portugisisch ähnelt dem Spanischen, aber die Kommunikation ist doch recht mühselig. Ich versuchte der Dame also zu erklären, dass ich eine Packung Bonbons kaufen möchte. Nachdem sie mich eine Weile nicht verstanden hatte, rutschte mir das Wort „Hals“ heraus. Glücklicher Weise gibt es in Brasilien Bonbons der Marke „Halls“. Nun war die Fahrt in dem Bus nicht mehr ganz so schrecklich.

 

Am Morgen kam ich in Florianopolis an und da das Tourismusbüro geschlossen war, besorgte ich mir im Busbahnhof mein Frühstück und informierte mich über die Preise und Abfahrtszeiten nach Sao Paulo. Da das Touristenbüro immer noch nicht geöffnet war, frage ich bei der Information nach. Nun wurde ich von Person zu Person weitergereicht, bis ich bei einer Dame gelandet bin, die in einem Hostel arbeitet und Englisch spricht. (So ging es mir in Brasilien ständig. Wobei meist das Ende der Weiter-Reich-Schlange nur die geduldigste Person war. 😀 ) Die Frau hat mir natürlich empfohlen, in ihr Hostel zu gehen und sie hat mir erklärt, wie ich dort hinkomme. Nach einem Spaziergang durch die Stadt und weiterer Recherche in meinem Reiseführer, entschied ich mich tatsächlich zu diesem Hostel zu fahren.

Hier lernte ich einen Mexikaner und Brasilianer kennen. Die Zwei wollten nach dem Frühstück bei recht kühlen Temperaturen und Wind surfen gehen (ohne entsprechende Kleidung) und ich sollte ein paar Fotos machen. Später sind wir in einer Sanddüne herumspaziert und haben den Strand genossen. Ich hatte vorher gelesen, dass man gerade in dieser Zeit Wale sehen könnte, wenn man früh aufsteht. Ich ließ mir von der Rezeption erklären, wohin ich gehen müsste und der Brasilianer stand sogar zusammen mit mir auf. Er hat in jedem Boot, was man von weitem sehen konnte, einen Wal entdeckt… Ich war mir nicht sicher, ob er weiß, wie Wale aussehen… 😀

 

Gegen Mittag machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Ein Flug nach Sao Paulo hat so ziemlich das Gleiche gekostet wie ein Bus. Dort kam ich dann recht spät an und unterhielt mich ein wenig mit meinen Zimmergenossen. Die meisten Meinungen zu Sau Paulo waren nicht sonderlich positiv, sodass ich nur einen Tag bleiben wollte. Sao Paulo zählt mit über 11 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Städten der Welt… Nach dem Check-out bin ich mit meinen ganzen Sachen los, damit ich keine Zeit verliere, diese wieder abholen zu müssen. Ich traf bei der Free-walking-Tour zufällig den Mexikaner von Florianopolis wieder und wir verbrachten den restlichen Tag zusammen. Ich entschloss mich, noch eine Nacht länger zu bleiben und checkte in seinem Hostel ein. Am nächsten Morgen kauften wir Sachen zum Frühstücken ein. Ich hatte ein paar Tage vorher Toastbrot gekauft, was durch den Transport nun sehr krümelig geworden ist. Mit Hilfe des Sandwichmakers und des Käses, „bastelten“ wir uns nun unsere Brote zusammen. Es war sehr lustig und tatsächlich auch lecker. 😀   Nach dem Besuch von zwei Museen und einem Abendessen in einem Restaurant, hieß es wieder Abschied nehmen und ich fuhr zum Busterminal.

Ich wollte weiter zur Insel Ilhabela und eine Stunde später saß ich im Bus dort hin. Auf der Insel gab es nicht so viele Hostels und als ich mich während der Anreise im Bus informierte, stellte ich fest, dass man nur bis 22 Uhr einchecken kann. Ich würde deutlich später ankommen… Mit einem etwas mulmigen Gefühl kam ich bei der Insel an und glücklicher Weise hat man mich nach einer Weile an der Tür gesehen und ich konnte etwa 2 Uhr morgens schlafen.

 

In dem Hostel konnte man sich ein Fahrrad ausleihen und ich habe es sehr genossen, die Wege nah zum Meer zu erkunden. Den letzten Abend habe ich mit ein paar Leuten vom Hostel verbracht, die gegrillt haben. Danach wollten wir zu einer Open-Air-Party, wo aber keine war.

Wir waren zunächst in einem Restaurant, wo schöne Live-Musik zu hören war, danach ging es zu einer Party in der Nähe vom Strand. Einer der Anwesenden bat an, noch zu ihm nach Hause zu kommen und dort verweilten wir bis zu den frühen Morgenstunden. Zurück zum Hostel lief ich mit Renato, mit dem ich in der Nacht die meiste Zeit geredet habe. Ich habe im Prinzip gar nicht geschlafen… Dementsprechend war ich etwas träge und bis ich abreisebereit war, dauerte so seine Zeit.

Mein nächstes Ziel war ein kleines Örtchen namens Maringa. Hier wohnt Daniele, die ich in San Pedro de Atacama kennen gelernt hatte. Sie erklärte mir vorher, wo ich umsteigen muss. Dieses Mal war es keine gute Idee, einfach los zu fahren, ohne sich vorher zu informieren. Ich musste jeweils mehrere Stunden auf den nächsten Bus warten und ich kam schließlich am nächsten Morgen gegen 7 Uhr an. Das Warten war leider nicht unbedingt das Schlimmste… In der letzten Nacht auf der Insel kassierte ich einige Mückenstiche – unter anderem auch an meinen Füßen und die Schuhe reibten an ihnen, sodass jeder Schritt unangenehm war. Auch stoß ich mir beim Fahrradfahren meinen Ellenbogen sehr stark und das Rucksack auf- und absetzen war jedes Mal mit Schmerzen verbunden.

Es folgten 5 wunderbar entspannte Tage ohne Internet! Ich las ganz viel in ihrer Hängematte und ich konnte auch ihr Fahrrad nutzen, um die Gegend mit den vielen Wasserfällen zu erkunden. Daniele ist eine tolle Frau und Persönlichkeit und Ich habe es sehr genossen, sie wieder zu sehen.

Nach einer weiteren längeren Fahrt im Bus, kam ich schließlich am frühen Abend in Rio de Janeiro an und genoss die Zeit am Strand Copacabana. Seit ich wieder Internet hatte, schrieb ich mit Renato, den ich in der letzten Nacht auf der Ilhabela kennen gelernt hatte. Er wohnt in der Nähe von Sao Paulo und entschloss spontan, auch nach Rio zu fahren. Am nächsten Morgen war er dann auch schon da. Am ersten Tag wanderten wir den Zuckerhut hoch. Renato hat ein sehr gutes Auge, für die Tiere, die sich so im Dickicht verstecken. So entdeckte er auch ein knuffiges Äffchen, dem wir etwas von unserer Banane abgaben und seine Freunde tauchten dann auch gleich auf. Echt süüüüüüüüüüüß!!   Dann ging es zum Strand und wir haben Kokusnussmilch direkt aus der Kokusnuss getrunken und konnten toller Livemusik lauschen. Es hat viel Spaß gemacht, da er die Gäste bzw. deren Nationalität mit eingebunden hat.  Am nächsten Tag machten wir eine Freewalking-Tour mit, um das Zentrum näher kennen zu lernen und weitere Hintergründe über die Stadt zu erfahren. Meiner Meinung nach hat Rios Innenstadt nicht allzu viel zu bieten. Der besondere Charme der Stadt sind die Strände, Parkanlagen und die vielen Berge!

Nach dem wir im Hostel gekocht hatten, ging es Nachts dann in die Partystraße von Rio „Lapa“. Hier trafen wir die Kolumbianische Familie zufällig wieder, die auch am Morgen bei der Tour dabei war und wir unterhielten uns. Die ganzen Lokale verlangten Eintritt und keiner sprach uns an, sodass wir das Geld lieber sparen wollten. Wir entschieden uns, erst mal etwas zu trinken zu besorgen. Die günstigen Caipis, die wir erwarben, waren sehr stark und gar nicht lecker… Renato meinte, das sei der schlechteste Caipi, den er in seinem Leben getrunken hatte und er  wollte sein Getränk nicht beenden. Ich trank so lange, bis ich merkte, dass ich zu viel getrunken habe. 😀  Bevor wir ein Taxi zum Hostel zurück nahmen, tanzten wir noch zu Salsa-Klängen von einer Band, die sich an der Straßenecke verausgabte. Es war also doch noch eine gelungene Party-Nacht.

Am nächsten Tag durchquerten wir einen wunderschönen Park, um anschließend zum Christo hochzulaufen. Es war ein ziemlich steiler und dementsprechend auch anstrengender Aufstieg, aber es war toll und die Aussicht von oben lässt sich nach dieser Mühe auch viel mehr genießen. Runter wählten wir dann mit der Bahn den einfacheren und schnelleren Weg. Es ging zurück zum Hostel, um unser Abendessen zu kochen. Am nächsten Morgen sind wir etwas früher aufgestanden, weil ich noch ein paar Dinge erledigen wollte. Ich war sehr froh, dass mir Renato als Dolmetscher geholfen hat. Nun ging es nach diesen magischen Tagen wieder weiter; für Renato zurück nach Hause und meine Reise ging weiter Richtung Bolivien.

Ich nahm einen Bus und durchquerte Brasilien bis ich vor der Bolivianischen Grenze noch in Campo Grande eine kurze Tour im Pantanal antreten wollte. Dieser Ort ist für viele Touristen nur Ausgangspunkt für eine Tour und anscheinend verbringen die Wenigsten eine Nacht dort. Ich kam abends an, sodass ich eine Tour am nächsten Morgen starten wollte. Bei dem Hostel, das ich mir vorher herausgesucht hatte, machte niemand auf… Ich glaube, es war eine Art Abendschule direkt daneben, wo mir netter Weise ein Hostel in der Nähe herausgesucht wurde und ich dort auch sehr freundlich empfangen worden bin. Sie boten mir auch eine Tour für den nächsten Tag an und ich entschied mich ohne weitere Vergleiche zu buchen.

Am nächsten Tag ging es dann los und wir fuhren in das Sumpfgebiet. Die erste Aktion, war Piranhas angeln. Keiner von uns 4 hatte solch einen Fisch gefangen, aber bei mir hat etwas angebissen. Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich etwas gefangen. Ich war völlig überfordert und hatte großes Mitleid mit dem zappelnden Fisch an meiner Angel, der seltsame Geräusche machte. Zum Glück haben wir ihn wieder frei gelassen. J Nachts machten wir eine Bootstour, um Tiere zu entdecken. Das Beeindruckendste an dieser Tour, war für mich der „Mondaufgang“. Dadurch, dass die Landschaft hier kilometerweit flach ist, konnten wir einen rot-schimmernden Mond zunächst zwischen den Bäumen und später in voller Pracht aufsteigen sehen.

Am nächsten Tag mussten wir recht früh aufstehen. Es gab das tollste Frühstücksbuffet, das ich während meiner gesamten Reise genießen durfte, was mich den Schlafmangel sofort vergessen ließ.  Wir machten eine Safari-Tour und seit dem finde ich Vögel tatsächlich etwas interessanter. In „meiner“ Touristentruppe vom Vortag war ein Amerikaner, der ein Fernglas dabei hatte. Es war sehr spannend, die Tiere so genauer betrachten zu können. Mir fiel auf, dass der Vogel sehr fett wirkt und nach dieser Bemerkung waren alle Tiere bei mir und dem Ami übergewichtig und müssen definitiv mehr Sport machen. Auch wenn wir uns mit diesen Scherzen über die Tiere lustig gemacht haben, beeindruckte mich diese Tour mit ihrer Artenvielfalt. Teil dieser Tour mit dem Transporter war auch eine Wanderung. Es faszinierte mich, wie man diese Tiere in den Ästen, in den Büschen oder wo sie sich auch sonst versteckt hatten, so gut finden konnte. Wow!  Nun verstehe ich endlich, was die ganzen Leute, an diesen Touren so toll finden!!

Nach diesem wundervollen halben Tag brachten sie mich und weitere Touristen zu einem Sammelpunkt, von wo jeder in eine andere Himmelsrichtung ausschwärmte. Extrem überrascht hatte mich, dass ich dort ein bekanntes Gesicht wieder getroffen habe! Einer der Franzosen, mit dem ich durch Nordargentinien gereist bin, wartete ebenfalls auf seinen Bus. Mein Hostel hatte mir ein Ticket besorgt. Alle waren schon weg nur ich saß noch ganz geduldig da und wartete auf diesen Linienbus. Ich hatte Glück, dass jemand ausstieg. Der Fahrer rechnete offensichtlich nicht mit mir, bremste aber nachdem ich wild mit meinen Armen wedelte. Er fragte mich zähneknirschend, ob ich ein Ticket habe und nachdem er es gesehen hatte, war alles ok.

Nach einer Weile fragte mich der junge Herr vor mir im Bus, wie sich diese Region nennt und es folgten weitere Fragen. Ich erklärte dem Brasilianer,  dass ich mittlerweile  halbwegs Portugisisch verstehe, aber nur Spanisch rede. So wie viele Weitere seiner Landsleute, war diese Info nicht weiter relevant und er redete weiter mit mir. Er war geduldig genug, langsam und deutlich zu reden und meine Antwort erfolgte auf die gleiche Weise in Spanisch. Ich war recht stolz auf mich, dass ich tatsächlich eine Unterhaltung führen kann und es sich nicht all zu anstrengend angefühlt hat. Er und sein Kumpel erklärten mir, dass sie einen Freund besuchen, der in Santa Cruz in Bolivien studiert. Dieser hatte sie auch am Busbahnhof abgeholt und da dies auch mein Ziel war,  luden sie mich ein, sie zu begleiten. Es waren schon 4 Personen und ich war somit die 5… Meine Verwirrung verstanden sie nicht so recht. Schwupps saß ich neben dem Taxifahrer mit 3 Rucksäcken vor mir gestapelt. Hinten waren die 4 Herren übereinander geschachtelt und das Gepäck hat sonst wohl in den Kofferraum gepasst. Wir wurden von der Polizei angehalten, die laut mitzählte, wie viele Menschen aus dem Auto steigen. Nachdem die Herren erklärt haben, dass ich Deutsche sei und sie mir helfen, war ich viel interessanter und es gab kein Problem mehr. Wir überquerten also die Grenze und die Weiterfahrt mit den Brasilianern war recht amüsant. Am nächsten Morgen kamen wir in der Stadt an und ich konnte mich im Apartment von demjenigen, der dort studiert, duschen und frisch machen. Es folgte ein Frühstück in einem Brasilianischen Restaurant und wir verbrachten auch den restlichen Tag miteinander. Ich hatte mich vorher gefreut, wieder in ein spanisch-sprachiges Land zu reisen, indem ich mich vernünftig verständigen kann. Ich dachte mir mehrmals, wie lustig es ist, dass ich nun Zeit mit Brasilianern verbringe, die alle nicht wirklich spanisch sprechen.

 

Am Abend wollte ich einen Bus nach Sucre nehmen. Ganz nach chilenischer Art, habe ich mich am Terminal durchgefragt und Preise eingeholt. Leider gab es so gut wie keine Tickets mehr, sodass auch der Preis der verbliebenen recht hoch war – zumindest für Bolivianische Verhältnisse. Da schon viele von diesem Ort geschwärt haben, wollte ich trotz allem dort hin und kaufte schließlich ein Ticket. Die Fahrt, die folgte, ernenne zur Seltsamsten und Schlechtesten bisher. Uns wurde beim Ticketkauf erklärt, an welchem Bussteig wir warten sollten und etwa nach einer halben Stunde nach geplanter Abfahrtszeit, sah ich wie zig Leute aus dem Terminal herausliefen. Ich ließ mir dann erklären, dass jemand von der Busfirma sagte, dass der Bus von wo anders abfährt und wir folgen sollten. Es war eine sehr seltsame Atmosphäre, weil alle sehr verwirrt waren und vor allem auch aufgebracht. Viele von ihnen hatten erheblichen Balast zu schleppen und es war ziemlich weit, was wir laufen mussten. Der Bus war dann ganz schrecklich; dass die Fahrzeuge für „unsere“ Verhältnisse nicht sehr vertrauenswürdig aussehen, war ich schon gewohnt, aber dieser Bus hatte zusätzlich super kleine Sitze, die sich nicht weit kippen ließen, keine Toilette und schlecht isolierte Fenster – keine so tollen Voraussetzung für eine Nachtfahrt. Wir machten 3 Pausen, in denen man dann in der freien Natur seiner Notdurft nachkommen konnte. Es liefen 3 Folgen von Police Academy, wobei ich bei der Letzten versucht habe zu schlafen, was mir auf Grund der Lautstärke des Films nicht gelang. Das Zentrum von Sucre ist tatsächlich im Vergleich zu den anderen Städten in Bolivien, die ich bisher kenne, hübscher. Ich besuchte ein Museum und es überraschte mich, dass nicht die größere Stadt La Paz sondern Sucre die Hauptstadt des Landes ist. In der nächsten Nachtfahrt ging es dann nach La Paz.

Hier war es mein Ziel, meinen Freund Eric und seine Hobbyfußballmannschaft„Ente Badgdad“ aus Mainz bei ihrer Reise zu begleiten. Ein Teammitglied kommt aus Bolivien und mit Hilfe seiner Familie organisierten sie ein umfangreiches Programm für zwei Wochen. Ich schloss mich in der 2. an.

Nach der Ankunft ging ich zum Hotel, in dem die „Enten“ untergebracht waren. Es folgte eine dieser Duschen, die man nach zwei Nachtfahrten ohne Möglichkeit zu duschen einfach traumhaft findet. Nach einer kurzen Verschnaufpause organisierten wir mir mein Hostel – es wurde das Gleiche, wie bei meinem ersten Besuch in der Stadt. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Verwandten des Bolivianischen Fußballmitgliedes. Ich weiß es immer zu schätzen, wenn ich einen ortsansässigen Führer habe und so lernte ich die Stadt noch mal etwas anders kennen.

Am nächsten Tag ging es mit gesammelter Mannschaft nach Coroico; ein süßes kleines Örtchen etwa 3 h von La Paz entfernt. Hier konnten wir tolle Aussichten auf Berglandschaften genießen. Auch die Anfahrt vorbei an einem traumhaften See in eisiger Höhe und durch die Berge war ein Highlight. Nach dem gemeinsamen Mittagessen organisierte ich mir mein Hostel für die kommende Nacht. In der Zwischenzeit wurde unser Transport zu einem Wasserfall organisiert. Die kleinen Shuttlebusse fahren sonst wohl die Schulkinder nach Hause – nach der Fahrt hatte ich ein schlechtes Gewissen und hoffte ganz stark, dass sie einen anderen Transport gefunden haben. Es war eine beachtliche Strecke und auch recht steil – anscheinend müssen die Kinder das häufiger mal laufen. Zwei von den drei Wasserfällen waren leider ausgetrocknet, sodass wir nur den Letzten besichtigt haben. Hier gab es auch einen kleinen Wanderweg, der einfach zu erklimmen war. Der Abend war zur freien Verfügung und so hatten Eric und ich Gelegenheit uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Am darauffolgenden Tag stand Wellness auf dem Programm. Leider waren einige Bereiche wegen Umbauarbeiten nicht nutzbar. Aber Eric beim Baden im Fluss zu beobachten war ein interessanter Einstieg in den Tag. Er hatte sichtlich Freude, sich vom Flusslauf treiben zu lassen. Dann ging es weiter mit der Entdeckungstour der Anlage. Nach dem Mittagessen spielten wir noch ein wenig Tischtennis und schwammen  im Pool. Dann war die Zeit auch schon vorbei und wir entdeckten, dass die Sauna nun geöffnet ist, weshalb wir uns vor der Abfahrt noch ein paar Minuten gönnten. Im Bus angekommen, warteten alle schon auf uns… ähm… deutsche Pünktlichkeit und so…

An meinem letzten Abend mit dem Team kam ich in den Genuss, sie beim Spielen gegen Bolivianische Schüler zu beobachten – dies war Teil ihres Schulfestes. Vermutlich war es der Direktor oder Sportlehrer, der das Spiel wie ein Sportmoderator begleitete, was ich ziemlich amüsant fand und es auch für eine dynamische Stimmung sorgte. Wenn Eric mal nicht auf dem Spielfeld war, animierte er uns zu Schlachtrufen. Leider verloren die reifen Enten gegen die jungen Schüler. Als Überraschung folgte ein tolles Programm. Es wurden Reden gehalten und die Schüler hatten traditionelle Tänze einstudiert, die sie in ihren Trachten aufführten und uns auch mit integrierten. Ich war hin und weg! Nach dem abendlichen Spiel verbrachte ich noch etwas Zeit mit Eric in meinem Hostel, wo wir wieder Tischtennis spielten und uns noch eine Weile unterhielten. Am nächsten Morgen begleitete er mich noch in ein paar Läden, um mir eine neue Hose zu kaufen. Da fällt mir gerade ein; Danke für meine Lieferanten; Falk, Stefan und Eric! (Unter anderem wurde mir Tomatenmark gebracht – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal vermissen werde!!)

Shopping in Bolivien war übrigens sehr interessant – es scheint nicht üblich zu sein, diese Stretch-Hosen anzuprobieren, bevor man sie kauft. Der Verkäufer war zunächst recht geduldig mit mir und ließ mich in einem Eckchen eine Hose nach der anderen anprobieren. Ich reise nicht mit viel Kleidung, sodass diese jeweils recht stark strapaziert wird. Es war an der Zeit eine Hose zu ersetzen. Nach dem Kauf ging es zum Busbahnhof, um mal wieder nach Iquique zu fahren. Ich erlebte noch einen riesigen Schreckmoment bis ich im richtigen Bus saß; Der andere Bus fuhr bereits mit mir los und zu meinem Glück wurden die Tickets direkt kontrolliert, sodass mir mein Fehler rechtzeitig mitgeteilt wurde. Panisch rannte ich zurück zum Bussteig, wo mein Bus abfahren sollte. Dieser kam gerade erst an – dann fiel mir ein, dass ich eine Tüte in dem anderen Bus vergessen habe, sodass ich wieder panisch zurück gerannt bin und diese glücklicherweise wieder herausholen konnte. Völlig schnaufend saß ich dann im richtigen Bus und es folgte mal wieder eine Fahrt über Nacht – zurück nach Chile.

Ende Juli kam ich morgens in Iquique an. Ich verbrachte eine Nacht bei Pedro, den ich das letzte Mal bereits über couchsurfing kennen gelernt hatte. Nun habe ich Iquique auch noch von einer anderen Seite gesehen; eine Protestation wegen den Studiengebühren, Spaziergang an der Promenade mit vielen Artisten &  Künstler-Ständen & eine Wanderung auf einen Sandberg, wo ich mich zum ersten Mal im Sandboarding probieren konnte. Nach diesen schönen zwei Tagen folgte leider eine weitere dumme Bus-Story. Ich hatte das Ticket nach Santiago direkt bei der Ankunft gekauft – leider wurde ich falsch verstanden, sodass ich ein Ticket für den gleichen Tag erwarb. Erst als ich dann am nächsten Tag im Bus saß und jemand auch ein Ticket für den gleichen Sitzplatz hatte, stellte ich den Fehler fest. Dieser Bus war leider komplett ausgebucht und die Firma hätte erst am nächsten Tag wieder freie Plätzte gehabt. Ich versuchte mein Glück noch bei anderen Gesellschaften und es ergab sich, dass eine Dame ihr Ticket bis nach La Serena loswerden wollte – was auf dem Weg lag. Da dieser Bus auch zeitnah abfuhr, entschied ich mich dafür, es ihr abzukaufen. Ich stellte später fest, dass der gleiche Bus auch nach Santiago fährt, sodass ich einen Aufpreis zahlte und dann im Bus sitzen bleiben konnte. Ich kam sogar zur gleichen Zeit an, wie dies mit dem anderen Bus der Fall gewesen wäre.

Ich konnte in Santiago für ein paar Nächte bei einem Freund übernachten. Ich hab die Tage dazu genutzt, meine Sachen von meinem alten zu Hause abzuholen und meine Freunde wieder zu sehen.

Nach dem wunderschönen Wochenende mit Renato in Rio de Janeiro haben wir täglich geschrieben. Wir wollten uns gern näher kennen lernen, weshalb ich wieder zurück nach Brasilien bin und einen Monat mit ihm und seiner Familie verbracht habe. Sie empfingen mich sehr herzlich und ich war direkt Teil der Familie. Die Kommunikation gestaltete sich auf Grund der Sprachbarrieren teilweise schwierig, aber alle waren sehr nett und geduldig.

Nach der Reiserei war ich wieder reizüberflutet und war sehr froh, nun zur Ruhe kommen zu können. Ich nutze die Zeit hauptsächlich, um die Infos für die Reiseleitung auszuarbeiten.

Nachdem wir uns nun besser kennen lernten, verliebten wir uns noch mehr. 🙂

Renato hatte vor einem Jahr bereits den Plan zu reisen, nun habe ich ihn motiviert, das auch tatsächlich zu tun. Wir bereiteten gemeinsam alles vor und er kam nach dem Monat zusammenmit mir nach Santiago.

Bolivien II & Argentinien I

Die zweite Einreise in Bolivien erfolgte mit Falk, um die Salzwüste Uyuni zu erkunden. Wir haben nun also die Grenze zwischen Chile und Bolivien passiert und wurden von einem guten Bus in einen schäbigen Bus um verfrachtet. Die Fahrt ging ziemlich lange und wir hatten zwischendrin eine Reifenpanne und der Reifenwechsel wurde recht kreativ gelöst. Im Ort Uyuni angekommen, wurden wir von einer Dame angesprochen, die uns im Anschluss ihre Tour vorgestellt hat. Wir haben noch ein wenig nachverhandelt und da ihr Angebot ganz gut klang und wir nach der langen Fahrt auch kein weiteres so ausführliches Gespräch haben wollten, haben wir die Tour über 3 Tage bei ihr gebucht.

 

An dem Abend litt Falk an der Höhenkrankheit, was durch die Koka-Blätter ganz gut gelindert werden konnte und am nächsten Tag ging es ihm wieder gut. Bei der Tour waren wir zu 7; ein französisches Paar, ein Italiener, eine Engländerin und eine Chilenin. Im Prinzip fährt man die 3 Tage komplett herum und steigt immer Mal aus, um die Natur zu genießen und Fotos zu machen.

Das erste Ziel war ein „Zugfriedhof“. Ich konnte damit zunächst nicht besonders viel anfangen und habe mich gefragt, warum man am Anfang von einer Tour durch die Natur gerade Schrott/ Müll betrachten soll!? Aber es ist als Fotokulisse doch recht brauchbar.

Dann ging es weiter in die Salzwüste. Es war sehr beeindruckend, stundenlang durch diese weiße Landschaft zu fahren und kilometerweit nichts zu sehen. Wir haben auch die typischen Spaßfotos gemacht und zum Ende des Tages einen Sonnenuntergang in der Wüste genießen dürfen. Anschließend ging es querbeet Richtung Unterkunft für die Nacht. Es gibt in dem Gebiet keine Straßen und ich finde es nach wie vor sehr bemerkenswert, dass der Fahrer problemlos den richtigen Weg gefunden hat! Die nächsten beiden Tage konnten wir wunderschöne Seen, farbenfrohe Berge, Tiere und einfach traumhafte Landschaften betrachten. Es ging stetig bergauf und der höchste Punkt waren Geysire, die wir auch extrem früh im Morgengrauen bestaunen konnten. Hier waren es auch Minusgrade und ich hatte mehrere Schichten Kleidung an, die dann tatsächlich auch warm gehalten haben. Die Nächte möchte ich an dieser Stelle auch noch kurz beschreiben; kalt!! Und nur mit Schlafsack und mehreren Schichten Decken, konnte ich mich recht gut warm halten. Das sorgte allerdings auch dafür, dass man wenig Lust hatte, das Bett zu verlassen – zum Beispiel für das Abendessen… Wir erfuhren, dass wir zur kältesten Zeit unterwegs sind… Wir hätten dem Ziel, in die Wärme zu reisen wohl nicht weiter entfernt sein können. 😀

 

Unsere Tour endete wieder im Ort Uyuni und wir sind über Nacht Richtung Argentinische Grenze gefahren. Dort kamen wir seeeehr früh an, sodass wir in der Kälte noch warten mussten, bis diese endlich öffnet. Wir haben versucht, uns im Busbahnhof aufzuwärmen. Unerfreulicher Weise war dort ein sehr penetranter, alkoholisierter Herr, der uns davon überzeugen wollte, die Weiterfahrt in Argentinien bereits in Bolivien zu kaufen. Allerdings habe ich gelesen, dass falsche Karten verkauft werden und ich hatte den Eindruck, dass es in Argentinien günstiger sein wird. Wir kamen somit nicht ins Geschäft. 😀

 

Der Norden von Argentinien ist für seine spektakulären Felsformationen bekannt und unser Plan war es, zu dem Berg der 7 Farben zu fahren. Dies war also auf dem Weg nach Salta das Ziel. Bereits die Busfahrt bis dorthin war ich völlig entzückt! In dem kleinen Örtchen haben wir ein paar schöne Stunden verbracht, mit leckerem Essen und schönen Wanderungen! Abends ging es weiter und glücklicher Weise haben wir nach langem fragen, doch noch einen Busticket nach Salta erwerben können.

Die Chilenin Karen, die auch in Uyuni bei der Tour dabei war, haben wir in Salta wieder getroffen und die Zeit zusammen verbracht. Wir haben zusammen die Stadt erkundet und schließlich stand der Abschied mit Falk an. Mir war unser Reisetempo etwas zu schnell und der Flug nach Iguazu war mir etwas zu kostenintensiv. Also hat sich Falk Iguazu und Buenos Aires allein angesehen, bevor es wieder zurück nach Deutschland ging. Und ich bin für die wundervollen Fotos dankbar!!

 

Ich bin nun also noch mit Karen alleine in Salta geblieben und wir hatten beschlossen, gemeinsam noch ein wenig die Umgebung zu erkunden. Mittlerweile ist mir klar, dass es recht typisch für Chilenen ist, Preise zu vergleichen und diese dann noch zu verhandeln. Wir haben also unzählige Informationen eingeholt zum Ausleihen von Autos & die möglichen Touren via Reisebüro. Am Abend wieder im Hostel angekommen, haben wir mit dem Franzosen Francois beschlossen, ein Auto auszuleihen. Dies taten wir am nächsten Morgen und es ging Richtung Cafayate. Die Fahrt in der Gegend zählt zu den Highlights und ich bin froh, dass wir dank des Autos flexibel waren. In Cafayate angekommen, trafen wir im Hostel ein paar nette Leute und haben uns während der Zubereitung des Abendessens gut unterhalten. Unter anderen mit zwei weiteren Franzosen; Alice und Jean. Wir stellten fest, dass sie auch die Wanderung und die Weinverkostung am nächsten Tag machen wollten, also schlossen wir uns zusammen. Bei der Wanderung gab es unzählige Wege und ich habe nach dem hin & her und auf und ab irgendwann die Orientierung verloren. Ich ging vorher davon aus, dass es zu den Wasserfällen bergauf geht, aber wir sind zwischen den Bergen und über die Hügel gelaufen – das war ein wirklich schöner und abwechslungsreicher Ausflug. Die anschließende Weinverkostung in diversen Weingütern war auch sehr toll. Die Krönung war das Barbecue im Hostel und das Dorffest, bei dem Karen mit einem Hund getanzt hat! 😀

Am nächsten Tag wollten wir weiter fahren und die zwei Franzosen haben sich uns angeschlossen. Wir haben wieder die Aussichten auf der Strecke genossen. Diesen Abend haben wir in Chachi im Hostel ausklingen lassen und Francois hatte endlich mal Lust, auf seiner Gitarre zu spielen. Es war eine gemütliche Atmosphäre und bei der Kälte war es besonders schön, sich hier am Kamin aufwärmen zu können. Der nächste Tag war zunächst von sehr gemischten Gefühlen geprägt, da alle außer Francois direkt nach Salta weiter fahren wollten. Dieser entgegnete allerdings bei jeder Diskussion, dass die Strecke die Schönste von dieser Rundfahrt ist und bei diesem bedeckten Wetter würden wir nichts sehen. Alle schienen auf Harmonie aus zu sein und niemand wollte diese Unterhaltung zu Ende führen. Also wurde die Entscheidung lange aufgeschoben, bis es nicht mehr ging. Wir hatten in der Zwischenzeit weitere Informationen eingeholt; bezüglich Wetteraussicht und es wurde mehrfach bestätigt, dass dieser Weg besonders schön sein soll. Nachdem ich dann auf eine Abstimmung bestanden habe, konnte ich mich dann auch damit anfreunden, dass wir erst am nächsten Tag weiter fahren werden. Das Highlight dieses Tages war ein Dorffest, bei dem wir an traditionellen Tänzen teilgenommen haben. Der ganz leichte Schnee ließ auch schon vermuten, dass die Nacht noch kälter werden wird. Wir kochten wieder und gingen recht früh schlafen, da wir zeitig aufstehen mussten, um das Auto pünktlich zurück zu bringen.

Wir hatten am Vortag bereits kurz die Befürchtung, dass der Weg nach Salta auf Grund des Schnees geschlossen sein könnte, dies war dann tatsächlich auch der Fall. Nachdem wir uns bei der Polizei informierten, sagten diese allerdings, dass wir ganz vorsichtig passieren können. Es war zunächst sehr neblig, aber später als es wieder bergabwärts ging, lichtete es sich langsam. Ich bin mir nicht sicher, wie häufig hier Schnee liegt, aber die Landschaft sah einfach zauberhaft aus, sodass sie mir den Atem stocken ließ! Es hat sogar in der Luft geglitzert! Einfach nur wow!!!! Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich glücklich, dass wir uns entschieden haben, später zurück zu fahren. Wir haben es auch noch rechtzeitig nach Salta geschafft.

An diesem Abend haben wir dann das Fußballfinale vom Copa América zwischen Argentinien und Chile gesehen. Seltsamer Weise schien es die Argentinier nicht besonders zu interessieren – es gab viele Orte, an denen das Spiel gezeigt wurde, aber nicht besonders Viele, wo auch Menschen drin waren. Wir entschieden uns für ein Restaurant, in dem wir auch gegessen haben und die Stimmung war recht lahm… Karen hat sich auf alle Fälle gefreut, dass Chile schließlich im Elfmeter-Schießen das Spiel gewonnen hat. In der Nacht war ich sehr traurig, nicht in Santiago zu sein… Dort wurde auf alle Fälle ausgelassen gefeiert!

Jeder von uns reiste alleine und nach den gemeinsamen Tagen ging es für alle schließlich in eine andere Richtung weiter. Bevor ich dann meine Monsterbusfahrt nach Iguazu antritt, habe ich noch entspannte Zeit mit Jean verbracht, der noch länger in Salta verbleiben wollte. Ich kam in den Genuss mit ihm Crêpe zu kochen – gefüllt mit Schinken, Käse, Zwiebel und Ei – ooooooooooohhhhhhhhhh mein Gott wie lecker!!!!!

 

Ich glaube, die Fahrt nach Iguazu hatte über 24 h gedauert – dass empfinde ich dann doch auch als lang. 😀   Nachdem ich mich im Hostel frisch gemacht habe, bin ich durch den Ort spaziert. Es gibt am anderen Ende eine Stelle, wo man Paraguay und Brasilien auf der anderen Seite des Flusses sehen kann. Hier wollte ich ein wenig verweilen. Auf der anderen Straßenseite saß ein miauendes Kätzchen und nach einer Weile kam sie zu mir. Ihr wurde offensichtlich ein Stück des Schwanzes abgeschnitten und es fehlte leider auch ein Bein. 🙁 Sie war zunächst noch etwas unnahbar, bis ich mir dachte, dass ich mit ihr meinen Schinken teile, den ich kurz vorher gekauft hatte. Sie aß ihn ganz glücklich und sie schien dann immer noch hungrig zu sein, also gab ich ihr schließlich alles. Sie zeigte anschließend ganz süß ihre Dankbarkeit.

Vor der Reise war ich etwas besorgt zu hören, dass es viele Straßenhunde gibt. Während meiner Reise habe ich allerdings festgestellt, dass diese in der Regel nicht gefährlich sind – eher im Gegenteil sie haben mir meine Zeit durch ihre warmherzige Anwesenheit die Zeit versüßt.

 

Die Wasserfälle von Iguazu bestehen aus unzähligen Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 km! Man kann sie von der argentinischen und der brasilianischen Seite betrachten.

Falk war begeistert, sodass ich voller Euphorie den Park betrat. Ich reiste nur mit einem Rucksack, den ich im Hostel gelassen habe und meine Verpflegung für den Ausflug in eine Plastiktüte packte. Die Katze ließ sich meinen Schinken schmecken, also habe ich für meine Brote die Marmelade vom Hostel verwendet. Den Nasenbär, der mich im Park begrüßt hat, fand ich zunächst sehr süß – bis er ein Loch in meine Tüte gemacht hat und sich zusammen mit seinen unzähligen Freunden, die plötzlich auftauchten, über meine Brote hermachte. Ich hatte glücklicher Weise noch anderes Essen dabei, was sie nicht interessiert hat. Später begegnete mir noch ein Affe, der meine Banane entdeckt hatte, aber ich konnte schneller rennen als er… Bei der argentinischen Seite konnte man sehr nah an die Wasserfälle herangehen und sie aus vielen Perspektiven betrachten. Auf der brasilianischen Seite erhält man dafür einen besseren Überblick. Ich hatte vorher Fotos im Internet gesehen und empfand die Wasserfälle irgendwie als hässlich, da sie so dreckig aussehen. Nachdem ich dieses Naturschauspiel allerdings hautnah erlebt habe, bin ich auch völlig begeistert! Nun beginnt also meine Reise durch Brasilien, die ihr später in einem separaten Blogbeitrag lesen könnt.

Ich möchte mit euch die tollen Fotos von Falk teilen, die er von den Wasserfällen gemacht hat.

Chile

Mai – Mitte Juni

Nun ist doch schon eine laaaaaange Weile vergangen, als ich das letzte Mal etwas geschrieben habe…. Ich habe festgestellt, dass es doch sehr schön ist, mit Hilfe des Blogs die vergangene Zeit noch ein Mal revue passieren zu lassen und ich danke euch, dass ihr euch die Zeit nehmt, meine Zeilen zu lesen! Die Fragen, wann ich mal wieder etwas schreiben werde, motivieren mich, euch weiterhin auf den Laufenden zu halten. :*

Nun aber zu den Fakten… 😉

Ich hatte nun also Kontakt zu einer Firma, die Reiseleiter ausbildet und ich hatte das Vergnügen, an einigen Touren teilzunehmen. Dieser Part ist der Angenehmste; Man nimmt mehr oder weniger als Gast teil, macht sich Notizen und bekommt alles kostenlos; Tour, Eintritte und Verpflegung. 😀 Die wichtigste Tour ist sicher die Stadtrundfahrt. An meinem Schnuppertag war mal wieder Streik und somit eine der Hauptverkehrsstraßen durch das Zentrum mit dem Bus nicht passierbar. Also musste die Reiseleiterin improvisieren und ich hoffe sehr, dass ich das in Zukunft auch so gut hinbekommen werde. 😀

Als nächstes habe ich an einer Tour in die Berge teilgenommen, die offensichtlich hauptsächlich für Brasilianer interessant ist, die noch nie Schnee gesehen haben.

Die Begleitung der Tour nach Valparaiso war offensichtlich etwas viel für mich… Man startet (wie bei den anderen Touren auch) am Morgen und landet im Berufsverkehr, wenn dann alle Gäste auf der Liste vom Reiseleiter aus ihren Hotels eingesammelt worden sind, werden sie an einem Sammelpunkt in die entsprechenden Buse verteilt, für die sie die Tour gebucht haben. Dann folgte die 1,5 h Busfahrt nach Valparaiso und die Tour durch den wunderschönen Ort mit unzähligen Informationen – am Abend dann wieder Stau, weil alle von der Arbeit nach Hause fahren… Es hatte sehr lange gedauert, bis ich dann wieder im Zentrum war… Es war zu spät, um noch an der Freiwilligenarbeit mit den Obdachlosen teilzunehmen. Hinzu kam noch, dass ich sehr hungrig war und nachdem ich mich durch die Menschenmassen auf der Straße nach Hause gekämpft habe, war ich nur noch froh, nichts mehr zu machen… Diese Informationsflut und der Stadtstress waren definitiv zu viel für mich! An diesem Abend habe ich mich mal wieder gefragt, warum ich eigentlich in so einer riesigen Stadt gestrandet bin – na ja, irgendwas hat Santiago halt…. 😀

Weiter ging es mit einer Tour zum Museum von Pablo Neruda – zur Isla Negra (schwarze Insel). Das ist Eines seiner drei Häuser. Ich vermute, dass es nicht viele Deutsche geben wird, die diese Tour buchen werden, aber hier in Lateinamerika scheint dieser Herr doch recht bekannt zu sein. 😀  Er ist genauso wie Gabriela Mistral Nobelpreisträger für Literatur und diese Zwei sind die einzigen Chilenen, die diesen Preis erhalten haben. Nach dem Museum ging es in das Weingut Viña del Mar zur Weinprobe. An dieser Stelle muss ich mal die suuuper leckeren Weine von Chile erwähnen. Mir hat vor der Reise so gut wie kein Rotwein geschmeckt – nur die Süßen. 😀  Und die Chilenischen Rotweine finden bei mir gleichermaßen Begeisterung wie die Weißen!!  Mjaaaaaaaaaaaamiiiiiiii!!!  Haltet mal bei der nächsten Gelegenheit Ausschau nach einem Chilenischen Wein und trinkt Einen auf mich! 😉   Salud! = Prost!

Ich glaube, ein paar Touren fehlen mir noch – aber die Wichtigsten habe ich auf alle Fälle und ich werde demnächst (endlich mal) damit beginnen, zu lernen… Ich kann auch für andere Firmen aktiv werden und habe es mir gerade fest vorgenommen, Mitte September schließlich doch mal Geld damit zu verdienen.

Des Weiteren hatte ich die Idee, Hochzeitslocations zu kontaktieren. Ich hatte etwa 10 angeschrieben und zwei davon haben sich tatsächlich auf meine paar Zeilen gemeldet. Die eine Firma richtet Feiern in zwei Locations aus; eine sehr Moderne im Stadtzentrum und eine sehr Romantische am Stadtrand im Grünen. Pablo war an einer Zusammenarbeit interessiert und hat mir angeboten, eine Woche auf Probe zu arbeiten und danach schauen wir weiter. In dieser Woche habe ich Stefanie kennen gelernt, seine reizende Assistentin. Sie ist Kolumbianierin und wir sind gute Freundinnen geworden. Es war eine spannende Erfahrung – allerdings auch extrem anstrengend. Ich habe mich als Hochzeitsplanerin nicht vor körperlicher Arbeit gescheut, aber in einer Location gibts davon ziemlich viel…. Am Wochenende war eine Hochzeit und in dem Haus & Garten war durch den vielen Regen einiges im Argen… Ich habe sogar geholfen, den Teppich  zu säubern, damit er wieder halbwegs ansehnlich ist (Rotwein auf einem weißen Teppich ist recht schwer weg zu bekommen). Der Tag der Hochzeit startete 11 Uhr und ich war zwischen 4-5 Uhr endlich in meinem Bett – völlig erschöpft; nach dem Tische rücken & decken, Stühle mit Kissen bestücken, Gläser & Besteck polieren, …  Ich habe an dem Abend auch nach langer, langer Zeit mal wieder gekellnert… Ich musste feststellen, dass es mir offensichtlich nicht mehr so richtig liegt… Leider habe ich beim Verteilen von Getränken mein Tablett mit den restlichen Gläsern über eine sehr hübsch gekleidete Dame geleert… *stellt euch jetzt meinen roten Kopf vor…. 😉    Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich talentierter bin im Anweisungen geben. Es hat mir auch immer Spaß gemacht, mit anzupacken, aber alles im Rahmen. 😀 😀 😀

Pablo hatte nun in der Zwischenzeit einen Burnout und anscheinend wird er nur noch die bestehenden Aufträge abarbeiten. Stefanie muss sich gerade einen neuen Job suchen und ich vermute, dass ich hier auch nicht mehr besonders viel arbeiten werden kann.

Die andere Location ist recht gehoben mit Stuck an den Wänden und liegt im Stadtzentrum. Mit dem Miguel bin ich noch im Kontakt und wir hatten zu letzt auch über eine Zusammenarbeit in Form vom Freelancing gesprochen.

 

Nachdem ich im Mai immer noch nicht “richtig” gearbeitet habe, konnte ich den Rückflug nach Iquique wahrnehmen und den Norden bereisen. Ich hatte damals von Bolivien kommend den Hinflug und damals irgendein Datum für den Rückflug ausgewählt. Es stellte sich dann heraus, dass es zu dem Zeitpunkt tatsächlich sehr passend ist. Es war etwa eine Woche vor dem Geburstag von Estefano, den er in seiner Heimat La Serena feiern wollte, was etwa 6 h nördlich von Santiago liegt und somit auf dem Rückweg nach Santiago lag. Am 21. Mai ging also mein Flug nach Iquique – lustiger Weise an dem Tag, wo 1879 hier eine bedeutende Seeschlacht gegen Peru statt fand. Dieses Fest, von dem mir vorher auch berichtet worden ist, wird allerdings recht ruhig angegangen. Es waren merklich wesentlich mehr Menschen auf den Straßen und haben mit ihren Familien den Tag genossen, aber es schien sonst nichts weiter Spektakuläres los zu sein. Mein Plan war, über Nacht nach San Pedro de Atacama weiter zu fahren und somit hatte ich den ganzen Tag in Iquique zur Verfügung. Ich hatte Kontakt mit jemanden von couchsurfing und wir haben eine schöne Zeit zusammen gehabt und schließlich den Tag am Strand mit Rotweinchen ausklingen lassen. Über Nacht ging es schließlich weiter in die Wüste – von der schon so Viele vorher geschwärmt haben! Ich hatte durch Couchsurfing Kontakt zu Mauricio, der mir seine Couch angeboten hatte und der in einem Reisebüro arbeitet. Er hatte mir allerdings zu letzt eine seltsame Nachricht geschrieben, in der es so schien, als ob ich bei meiner Ankunft doch nicht bei ihm übernachten kann. Ich bin also sehr früh angekommen und habe zunächst Essen zum frühstücken besorgt und wollte etwas die Zeit todschlagen, um ggf. doch noch eine positive Nachricht von Mauricio zu bekommen. Irgendwann entschloss ich doch mal in einem Hostel einzuchecken. Ich wollte ihm dann in seinem Reisebüro einen Besuch abzustatten, um mich zu informieren, was man so alles machen kann. In dem Hostel schien ich der einzige Gast zu sein und bei den vielen Reisetouren, war es extrem schwer, sich für etwas zu entscheiden… Für den Tag entschloss ich mich ein Fahrrad auszuleihen und die nahe Umgebung zu erkunden. Am Abend war ich mit Alexis (ebenfalls) von Couchsurfing verabredet und wir sind in eine tolle Bar mit Livemusik gegangen. Hier wurden die Cocktails im 1/2 l Glas angeboten und nach dem zweiten Glas, war ich doch schon ziemlich gut dabei… hicks… ich habs toller Weise noch zum Hostel zurück gefunden, aber ich erinnere mich, dass es doch etwas schwieriger war… Ich bin allerdings sehr stolz auf mich, denn für die Tour am nächsten Tag zu den Geysieren wurde ich um 4 Uhr abgeholt und trotz wenig Schlaf und Restalkohol im Blut war ich pünktlich abfahrbereit. Glücklicherweise dauerte die Anfahrt über eine Stunde und dort angekommen, konnte ich dieses Naturschauspiel nüchtern genießen. Ich wurde am Vortag von Mauricio darauf hingewiesen, dass man diese Tour für ein paar Tage später buchen sollte, da es recht hoch liegt und man sich zunächst an die Höhe gewöhnen sollte. Also meinen Körper hat das nicht interessiert – ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er kein Problem mit der Höhe hat! 😀  Es war sehr kalt dort und ich habe mich trotzdem dazu aufgerafft, in der heißen Quelle zu baden. Es war allerdings nicht ganz so toll, wie ich mir das gedacht hatte. Das Wasser war zwar im Vergleich zur Außentemperatur warm, aber heiß war es nur ab und zu an einer bestimmten Stelle… Ok, diese Erfahrung habe ich dann jetzt auch gemacht… 😀

Diese Tour war am Morgen, danach konnte ich aus dem Hostel auschecken und bei Mauricio “einziehen”. Anschließend hatte ich eine wunderschöne Fahrradtour mit Alexis durch die “Garganta de Diabolo” (es gibt ziemlich viel, was nach Teufelsschlund benannt wird). Es war allerdings auch so abenteuerlich, wie es der Name vermuten lässt.

Für den nächsten Tag war ich wieder mit Alexis verabredet und wir wollten wieder mit dem Fahrrad unterwegs sein. Leider musste er an dem Tag dann doch arbeiten und ich brauchte eine Weile, bis ich mich aufraffen konnte, ein Rad auszuleihen und die geplanten Orte alleine zu besuchen. Ich war etwas traurig, weil ich das gerne mit jemanden geteilt hätte und habe mich etwas alleine gefühlt und die Zweifel & stressigen Gedanken in meinem Kopf ließen sich nicht abschalten. Es war also etwas spät, um das Mondtal (Valle de la luna) und das Todestal (Valle de la muerte) noch an einem Tag zu schaffen. Ich setzte mich also unter Druck und konnte es somit nicht genießen. Später hatte ich eine tolle Begegnung, die mein Kopfchaos zum Stillstand gebracht hat und ich konnte den restlichen Tag noch gut genießen. Am Abend ging es dann wieder in diese coole Bar – dieses Mal mit Mauricio und seinen Freunden.

Am nächsten Tag hatte ich eine Ganztagestour zu den Piedras Rojas (roten Steinen) gebucht. Das war für mich das Highlight von meiner Reise in San Pedro! Atemberaubende Landschaften und zur Krönung einen 360 Grad Sonnenuntergang, der mit Worten einfach nicht beschreibbar ist und der auf den Fotos nur annährend eingefangen ist.

Wer noch weitere Details zu den Erlebnissen erfahren möchte, kann diese hier nachlesen – etwas spirituell angehaucht. 😉

Während dieser Tour enstand eine Freundschaft mit der Brasilianerin Daniele. Wir sind an dem Abend auch in eine Bar gegangen und ich habe vermutlich, den stärksten Drink meines Lebens getrunken. Er sah gut aus, aber ich war nach ein paar Mal nippen schon gut angetrunken. Den Wunsch, ihn etwas zu verdünnen, hat irgendwie nichts gebracht. Mir gefällt es nicht, völlig besoffen zu sein, also habe ich fleißig von den Häppchen gegessen und nichts mehr davon getrunken.

Die letzten beiden Tage habe ich recht entspannt gentuzt und mehr Wert darauf gelegt, die Zeit mit den tollen Menschen zu verbringen, die ich kennen gelernt habe, als weitere Touren zu buchen. Am Ende ging  es dann mit dem Bus über Nacht weiter nach La Serena.

Estefano hat mich vom Busbahnhof abgeholt und wir sind in sein altes zu Hause gefahren, wo jetzt sein Bruder und seine Mutter wohnt. Seine Mum war verreist, aber zusammen mit seinem Bruder, einer Deutschen und einer Dame aus Litauen haben wir zunächst gefrühstückt. Dann ging es mit dem Bus in das Elqui Tal, wo wir an einer Pisco-Tour teilgenommen haben. Nun weiß ich wie das alkoholische Nationalgetränk hergestellt wird. Es ist ein Destillat aus Traubenmost und wird traditionell mit mit Limetten, Eiweiß und Sirup gemischt und nennt sich dann Pisco Sour.

Am Abend ging es dann wieder zurück in die Stadt und wir haben für die Geburtstagsfeier eingekauft. Es war eine feucht, fröhliche Party mit Barbecue.

Am nächsten Tag haben wir etwa 1 h entfernt von La Serena eine Bootstour mitgemacht und konnten Tiere beobachten, wie Pinguine, Seelöwen und Vögel. Es war auch sehr interessant die Vegetation zu beobachten.

Manuel kommt auch ursprünglich aus La Serena und war auch zu der Zeit in der Stadt. Wir haben den Abend zusammen in einer Karaokebar verbracht. Am nächsten Morgen hat er mir noch die Stadt gezeigt und wir sind am Strand spazieren gegangen. Am Abend haben wir ein Auto ausgeliehen und sind zu einem Campingplatz im Elqui-Tal gefahren. Von dort kann man normaler Weise die Sterne besonders gut sehen, aber in dieser Nacht waren sie leider etwas schüchtern. Den nächsten Tag haben wir das Tal mit dem Auto erkundet. Manuel hat mir erzählt, dass im Elqui-Tal ein starkes Energiefeld ist und auf Grund dessen langsam Leute aus der ganzen Welt hier her ziehen. Wir hatten auch zwei interessante Begegnungen bzw. Gespräche, die dies bestätigt haben. Während unserer Spazierfahrt haben wir uns auch in einer Bierbrauerei erklären lassen, wie sie Bier herstellen und wir waren im Museum von Gabriele Mistral. Nachdem wir das Auto gerade noch pünktlich zurück gegeben haben, haben wir uns um unsere Rückfahrt nach Santiago gekümmert. Es dauert wie erwähnt nur 6 h und wir wollten gern am frühen Morgen ankommen. (Mein Empfinden bezüglich Entfernungen hat sich mittlerweile schon angepasst.)  Um die Zeit bis zu unserem späten Bus todzuschlagen, sind wir ins Kino gegangen. Es lief zu der Zeit kein besonders interessanter Film und da es Manuel liebt, viele Fragen zu stellen, haben wir uns von diversen Angestellten in dem Kino beraten lassen…. Joa, wir sind eingeschlafen und am Ende des Films wieder wach geworden…. Die Beratung hat sich gelohnt. 🙂

Vielleicht ist es noch erwähnenswert, dass ich für Amandas Familie Kartoffelpuffer gekocht habe – das erste Mal in meinem Leben habe ich sie völlig selber gemacht! Der “Mangel” an diesen Fertigprodukten in den Supermärkten eröffnet also meinen Horizont. 🙂

Und mit Pablo (von der Location) ist auch eine Freundschaft entstanden und für ihn habe ich mal ein Gericht mit Senfsoße gemacht.

Seit Juni gehöre ich ja nun auch zu dem Club der 30iger. 😀

Mein Freund Falk aus Deutschland kam am 11. Juni in Santiago an. Nachdem ich ihn vom Flughafen abgeholt habe, haben wir das Zentrum zu Fuß erkundet und die fehlenden Zutaten eingekauft, für die Gerichte, die ich für meine Feier vorbereiten wollte. Anschließend half er mir dann, alles vorzubereiten; Kartoffelsalat (nach Papas Rezept) und dazu Würstchen, Eier bei denen wir das Eigelb zu einer Creme verarbeitet haben, Falk hat Sauerkraut mitgebracht, was wir nur noch erhizen mussten und als Nachtisch Apfelringe. Es war eine schöne gemütliche Feier, wie ich sie mir gewünscht habe mit Livemusik von einem Freund, der Flöte spielt & sein Freund ihn mit Gitarre begleitet hat. Da der Raum in dem Gebäude, wo ich gewohnt habe nur bis 0 Uhr gemietet werden konnte, sind wir im Anschluss noch in eine Bar gegangen.

Falk und ich waren am nächsten Tag in den Bergen um Santiago wandern. Am Montag ging es in den riesigen Stadtfriedhof und wir haben an einer freewalking-Städte-Tour teilgenommen. Am Dienstag habe ich ihm Valparaiso gezeigt.

Falk hatte einen Flug nach Santiago und von Buenos Aires zurück nach Deutschland. Wir hatten uns vorher überlegt, auf alle Fälle die Iguazu-Wasserfälle zu bereisen. Die ursprüngliche Idee war nach Brasilien zu fliegen und dann über Land Richtung zu den Wasserfällen und dann nach Buenos Aires. Leider waren die Flüge zu teuer, also hatte ich dann die Idee über Land durch Argentinien zu den Wasserfällen und wieder in Buenos Aires zu enden… Wir stellten dann aber am Busbahnhof fest, dass die Fahrt nach Mendoza in Argentinens Grenze zu Chile nicht direkt erfolgen kann… man durchquert die Anden, was auf Grund des Schnees nicht möglich ist und man somit einen riesigen Umweg fahren müsste. Plan B kam somit nun auch nicht in Frage… Ich unterhielt mich dann mit Manuel, der schon sehr viel gereist ist und er hatte die Idee über den Norden von Chile, dann in die Salzwüste Uyuni in Bolivien, dann nach Salta im Norden von Argentinien, anschließend weiter nach Iguazu und schließlich nach Buenos Aires… Falk fand diese Idee “leider” sehr gut… es klang für mich sehr verrückt und stressig, hinzu kam, dass wir eigentlich in eine warme Region wollten und diese Zielen versprachen eher das Gegenteil… Die Entscheidung haben wir nun also Dienstag Abend getroffen und wir haben kurzerhand den Flug nach Calama gebucht. Nach einer Stunde Schlaf ging es also zum Flughafen und wieder in den Norden. 😀 Wir verbrachten einen halben Tag in San Pedro und nun kenne ich auch die offizielle Tour in das Mondtal. “Damals” war ich sehr hin- und hergerissen und es war wirklich schön diese Tour nun doch mitgemacht zu haben.

Ich freue mich, euch nun die tollen Fotos von Falk zeigen zu können – meine Handykamera kann da nicht wirklich mithalten. 😀

Die Nacht haben wir in Calama verbracht und am Morgen ging es dann mit dem Bus weiter nach Bolivien. Wie es weiter geht, er fahrt ihr im Beitrag zu Bolivien & Argentinien. 😉

Einreise Ende März – Ende April

Ich dachte vorher nicht, dass die 90 Tage, die ich nach Ausstellung des Visums für die Einreise Zeit hatte, ein Thema sein würden! Am 88. Tag war es dann soweit und ich war überglücklich, endlich in Chile einzureisen! Ich freute mich darauf, für eine Weile wieder ein geordnetes Leben aufbauen zu können. Es war auch schön zu wissen, dass Amandas Familie auf mich wartet. Wir haben uns kennen gelernt, als sie in Mainz ein Auslandssemester gemacht hatte. Ich liebe sie, wie eine kleine Schwester!

Früh morgens kamen Manuel & ich dann schließlich in Iquique – im Norden von Chile an. Nach einem schönen Spaziergang am Meer entlang, Frühstück in einem Einkaufszentrum, Erkundungstour im Stadtzentrum und abends traditionelle Speisen essen (Empanada & pastel de choclo), ging es dann zum Flughafen. Etwa zur gleichen Zeit hatten wir einen Flug nach Santiago – allerdings mit verschiedenen Airlines. An dem Tag war wohl eine recht große Protestaktion in Santiago, weshalb es für Amandas Familie sehr gefährlich war, mich nachts gegen 1 Uhr  vom Flughafen abzuholen. Manuel hatte mir somit angeboten, bei ihm zu übernachten. Nachdem ich in der Hauptstadt gelandet bin, stimmte offensichtlich etwas mit dem Band nicht, denn die Koffer wollten und wollten nicht kommen… Ich wurde immer nervöser, weil ich wusste, dass Manuel auf mich wartet und da sein Akku leer war, konnte ich ihn auch nicht kontaktieren – gleichzeitig frage ich mich, warum mich meine Tasche schon wieder ärgert… Voller Adrenalin konnte ich etwa nach 40 Minuten endlich den Sicherheitsbereich verlassen… Überraschender Weise strahlte mich Amanda an, die mit ihrem Dad geduldig auf mich gewartet hatte. Da ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, war ich einerseits überwältigt und glücklich, sie schließlich wieder zu sehen, aber konnte mich nicht richtig freuen, da ich nur im Kopf hatte, Manuel so schnell wie möglich zu finden… Nachdem Manuel gefunden & alles aufgeklärt war, war ich froh , dann endlich im Bett zu liegen.

Der folgende Tag war auch gleich sehr ereignisreich. Amanda hatte mich vorher gefragt, ob ich sie bei ihrem Uni-Ausflug begleiten möchte. Dies bedeutete; wenig Schlaf! Ich habe noch nie eine soooooo riesige Studentenparty gesehen. Dieser Ausflug zu einem Campingplatz findet wohl zwei Mal im Jahr statt… Jeder hatte etwas zum Grillen und Trinken dabei. Neben dem DJ gab es zB. auch eine Maschine zum Bullen reiten. Ich hatte auf alle Fälle meinen Spaß. Den Tag haben wir dann bei einem tollen gemeinsamen Abendessen mit Amandas Familie ausklingen lassen.

Die folgenden Tage brauchte ich zum Ankommen; ausruhen, Schlaf nachholen, Wäsche waschen, Stellenanzeigen suchen, wohnhaft melden & temporären Ausweis beantragen, …

Nach ein paar Tagen hatte Manu wieder ein paar Tage frei und wir sind nach Valparaiso gefahren, was nur etwa 1,5 h entfernt ist. Dies ist eine wunderschöne bunte Hafenstadt und nicht unweit davon liegt Viña del Mar. Hier haben wir am Strand entspannt und sind dann am Meer zurück nach Valparaiso gelaufen. Was für ein atemberaubender Sonnenuntergang!!!

Durch ein Couchsurfing-Treffen habe ich ein paar weitere nette Menschen kennen gelernt. Estefano & ein Paar aus Brasilien habe ich ein paar Tage später wieder gesehen. Ich hatte beim couchsurfing-Treffen erwähnt, dass am Wochenende ein Unplugged-Konzert in einem Park ist… Amanda und eine Freundin von ihr sind auch gekommen…  Es ist ziemlich lustig, wenn man nicht das vorfindet, was man erwartet hatte… zumindest die Gesichtsausdrücke: Die Musiker waren Teenager und die überschaubare Menge an Zuschauern ebenfalls. Wir sind trotzdem dort geblieben und haben uns super unterhalten. In dieser Nacht waren wir “fast” in einer Disko; stattdessen waren wir bei Estefano zu Hause und Amandas Freundin hat mir mit voller Elan erklärt, worauf man bei Reggeaton achten sollte. Im Prinzip ist es ein Tanz ohne wirkliche Schrittfolge… Nach etwa einer Stunde kam ich zu dem Entschluss, dass ich einfach weiterhin so tanzen werde, wie ich Lust habe. 😀 Aber es war sehr amüsant und vor allem interessant!

Ein weiteres Highlight meiner bisherigen Zeit hier in Chile war die Wanderung mit Amanda auf einen Hügel/ kleinen Berg in Santiago; Cerro San Cristobal. Unser Ziel war ein Event von Amandas Capoeira-Gruppe. Oben angekommen, haben wir zunächst die weitreichende Aussicht genossen und dann die energiegeladene Kampftanzeinlagen bestaunt. Wir konnten auch den Sonnenuntergang über der Stadt genießen und bei dem Fußmarsch nach unten sind wir wieder der Gruppe begegnet, die die Wanderung mit Trommelkängen und Gesang begleitet hat.

Bezüglich Arbeitssuche habe ich neben der Suche in Internet mal bei einem Unternehmertreffen teilgenommen. Hier habe ich jemand kennen gelernt, der ein Café hat und auch Catering für Firmen anbietet. Diesen Zweig würde er gern weiter ausbauen und wir haben uns intensiv darüber unterhalten, ob ich ihm vielleicht dabei unterstützen kann. Nach langem Überlegen kam ich allerdings zu der Erkenntnis, dass „Türklinken putzen“ auf Provisionsbasis viel Energie kosten bzw. Durchhaltevermögen abverlangen wird und ich dazu nicht bereit bin.

Weiterhin habe ich mich bezüglich Freiwilligenarbeit informiert und war bei einer Organisation, die sich um das Lächeln der Menschen bemüht – also Aktionen rund um das Thema Zähne. Hier könnte ich mit einer Bürotätigkeit unterstützen -ich bin noch unschlüssig, ob ich das machen möchte. An einem Wochenende habe ich mit einer Gruppe von Leuten für Kinder mit schwierigen Familiensituationen gekocht. Des Weiteren lernte ich ein Haus für Heimatlose kennen, wo sie durch einen geringen Tagessatz ein zu Hause mit Verpflegung und Unterstützung bekommen, um wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Diese Einrichtung verteilt zwei Mal in der Woche Essen an Menschen, die auf der Straße leben. Hier helfe ich ein Mal in der Woche und bin anschließend von den Geschichten, die ich dort höre, ziemlich betroffen…

Einen weiteren Ausflug habe ich mit Manuel an seinem freien Tagen unternommen; wir haben einen Tag in Talca mit seinem Sohn verbracht und sind dann über Nacht weiter in den Süden nach Pucon gefahren. Es war seltsam, dass die Sonne erst nach 8 Uhr aufgetaucht ist und auch zu dieser Zeit das kleine Örtchen erst so langsam erwacht. Wir haben uns im Turismusbüro informiert und nachdem wir erfahren haben, dass “jetzt” der Bus zum Park abfährt, in dem wir Trecking machen wollten, sind wir los gerannt. Wir haben ihn toller Weise auch noch erreicht. 🙂 Die Strecke in dem verwunschenen Wald und entlang an hübschen Seen war durch den Regen leider etwas ungemütlich und für unsere Jacken auch irgendwann zu viel… Allerdings wollten wir nicht umsonst soweit gefahren sein und sind somit noch einen anderen Weg gelaufen. Hier haben wir unterwegs jemand kennen gelernt und sind dann zu dritt weiter gegangen. Wir haben einen Pfad gewählt, der genau genommen gar kein Weg war. Es war sehr abenteuerlich bis wir irgendwann einsehen mussten, dass wir offensichtlich nicht richtig gelaufen sind bzw. wir nicht dort herauskommen, wo wir dachten. Nachts ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach Santiago.

Das Wetter scheint auch hier in Chile etwas verrückt zu spielen. Offensichtlich hat es viel mehr geregnet, als dies normaler Weise der Fall wäre. Dies hatte Mitte April zur Folge, dass an einem Tag das Wasser von 800 000 Haushalten abgestellt worden ist. Wenn nichts mehr aus dem Wasserhahn kommt, stellt man erst mal fest, wie viel man davon tatsächlich nutzt…. Die Info kam sehr kurzfristig und da ich keine Gelegenheit mehr hatte zu duschen, habe ich das Wasser wirklich sehr vermisst!

Bei der Suche nach einer WG habe ich festgestellt, dass ich doch recht anspruchsvoll war… Die drei Wohnungen, die ich angeschaut hatte, kamen somit nicht in Frage. Schließlich berichtete mir Amanda, dass ihre Deutschlehrerin Johanna ein freies Zimmer hat. Nachdem ich auch hier wieder etwas auszusetzen hatte, bin ich ganz froh, dass mich Amanda trotzdem dazu bewegt hat, einzuziehen. Hier in Santiago sind die Wohnungen größtenteils alle ähnlich geschnitten; eine 2-Raum-Wohnung würden wir in Deutschland wohl 1,5 Zimmer nennen. Ein Raum ist “normal-groß” und in das Andere passt eigentlich nur ein Bett rein. Bei Johanna steht ein kleines Bett quer vor dem Fenster und somit hat noch ein kleiner Schreibtisch Platz. Ich bin froh, dass ich ein Zimmer habe, in dem ich mehr machen kann als schlafen! Und wenn ich in meinem süßen Bettchen liege, was genauso lang ist, wie ich, kann ich aus dem Fenster schauen und habe das Gefühl über Santiago zu schweben! 🙂

Johanna gibt nicht nur Sprachunterricht, sondern ist auch als Reiseleiterin tätig. Sie hat mich ihrer Chefin vorgestellt, da gerade Personal dafür gesucht wird. Ich musste noch warten, bis mein temporärer Ausweis fertig ist, damit ich mich um die fehlenden Dokumente kümmern konnte.

(Als erstes musste ich mich hier wohnhaft melden und anschließend konnte ich meinen Ausweis beantragen. Erst mit dem Ausweis kann man ein Konto eröffnen – allerdings auch nur bei der BancoEstado, da andere Banken einen Arbeitsvertrag bzw. einen Nachweis über ein regelmäßiges Einkommen sehen wollen. Da ich im Reisebüro als Freelancer tätig sein werde, musste ich mich beim Finanzamt entsprechend melden, um Rechnungen schreiben zu können.)

Bisher kann ich mich auch ohne Job sehr gut beschäftigen und fühle mich hier sehr wohl. Ich habe schon genügend Freunde, mit denen ich unterwegs bin. In Chile wird gern gefeiert, also tu ich dies auch recht häufig. Und seit ich von der Idee, als Reiseleiterin zu arbeiten, begeistert bin, besuche ich Museen und dergleichen nun auch Stück für Stück. In Santiago gibt es auch Fahrräder an mehreren Stationen in der Stadt verteilt, die man nutzen kann. Ich genieße es sehr und nutze nur noch wenig Metro oder Busse. 🙂

Ich habe nun erreicht was ich wollte; ein “normales” Leben in einem anderen Land. 🙂 🙂

PS: Ich habe noch nie mit so großer Begeisterung gekocht! Endlich habe ich wieder Essen für eine längere Zeit! Unterwegs musste ich leider doch häufiger Junk-Food essen…

Peru & Bolivien

Nachdem ich Anfang März etwa 2 weitere Wochen mit der Familie von Diego in Ekuador verbracht habe, ging die Reise weiter. Obwohl mich der Verlust meiner Tasche ab und zu doch stark belastet hat, war diese Zeit perfekt zum entspannen und „verdauen“ der vielen Eindrücke von Kolumbien und ich habe gelernt, mit noch weniger auszukommen.

In Ekuador habe ich noch einen Zwischenstopp in Loja eingelegt und war im Regenwald spazieren – ironischer Weise bei Regen 😀   Das war irgendwann etwas zu viel für meine Jacke… Es war aber trotzdem wunderschön und märchenhaft.

Mit einem Bus über Nacht, ging es dann weiter nach Piura im Norden von Peru.

Ich hatte mir vorgenommen, dass ich es dieses Mal auf mich zukommen lassen will und zunächst nichts plane – in der Hoffnung unterwegs jemand zu finden, dem ich mich anschließen kann. Ich war zunächst wieder etwas überfordert mit der neuen Währung und dass es hier offensichtlich nicht EINEN Bahnhof gibt, sondern jede Firma ihren eigenen Terminal hat – solche Infos hätte ich dann doch vielleicht vorher mal lesen sollen. 😀

Piura ist ein guter Ausgangspunkt, um weiter zu reisen, aber besonders viel hat die Stadt nicht zu bieten. Nachdem ich übermüdet und etwas neben der Spur ein paar Busfirmen abgeklappert hatte, die nah beieinander lagen, entschied ich mich für eine Weiterfahrt am Abend nach Lima. Es hat eine Weile gedauert, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich den Tag in dieser Stadt „todschlagen“ muss.  Das Zentrum war zum Glück nicht weit und dort und wollte ich mich auf die Suche nach freiem WLAN machen. Ich habe dann ein Hotel gefunden, wo ich zu Mittag gegessen habe und dann den Pin bekommen habe. Nun konnte ich nach Hostels in Lima suchen. Nach dem Essen entdeckte ich, dass das Hotel im Innenhof einen Pool hat, wo ich dann auf einer Liege entspannt habe. Ich hatte die zweite Nachtfahrt hinter mir und eine weitere vor mir… Ich hatte nur das Nötigste in meine Handtasche getan und meinen Rucksack beim Terminal abgegeben. Nun lag ich am Wasser und konnte nicht rein… Irgendwann hat mir überraschender Weise einer der Kellner ein Handtuch gebracht. Es gab auch eine Dusche bei den Toiletten und alles war perfekt. Es war sehr heiß, sodass das Frischegefühl nicht sonderlich lang angehalten hat, aber ich war überglücklich, dass ich dieses Paradies gefunden habe!

Im Bus konnte ich einen traumhaft schönen Sonnenuntergang genießen und am nächsten Morgen bin ich dann in Lima angekommen.

Im Hostel kam ich dann mit ein paar Leuten ins Gespräch bis sich eine recht große Gruppe zusammengeschlossen hat und wir zum Strand gegangen sind. An dem Abend war Saint Patricks Day und in dem Hostel ziemlich viel los.

Am nächsten Tag habe ich mit ein paar Leuten vom Hostel das Stadtzentrum besichtigt. Ziemlich gruselig waren die Katakomben und zauberhaft eine uralte Bibliothek, in der man das Gefühl hatte, gleich Harry Potter zu begegnen! Am Abend habe ich schließlich die Info bekommen, dass ich meine Tasche am Flughafen abholen kann. Netter Weise hat mir jemand angeboten, mich zu begleiten. Ich wäre einfach hingefahren und mit der Tasche wieder zurückgekommen. Mit Manuel hat es sich allerdings nicht wie eine „Erledigung“ angefühlt. Wir mussten einmal den Bus wechseln und dort erfuhren wir von einem Park, in dem unzählige Katzen leben.  Diesen haben wir zunächst auf uns wirken lassen, bevor wir den Bus zum Flughafen genommen haben. Dort angekommen, haben wir uns dann fleißig durchgefragt, bis ich meine Tasche schließlich in die Arme schließen konnte. Auf dem Rückweg haben wir dann zunächst noch eine Ruine besucht, bis wir zum Hostel zurück sind. Ich hatte einen gemütlichen Abend im Hostel beim Billard spielen und quatschen, bis eine riesige Kolonne von Hostelbewohnern in Richtung Disko losgezogen ist und ich mich auch angeschlossen habe. Es war sehr voll, aber die Liveband war echt super! 😉

Am nächsten Tag wollte ich dann Richtung Süden reisen ohne eine weitere anstrengende Fahrt durch die Berge tiefer ins Landesinnere, aber ich war noch ein wenig unschlüssig. Manuel wohnt in Santiago de Chile und somit war dies die Endstation seiner Reise und er hat mich gefragt, ob ich ihn begleiten möchte. Seine Route klang etwas spannender als Meine, sodass wir uns dann an dem Nachmittag Bustickets nach Cusco besorgt haben. Manuel ist der König der Fragerei – am Tag davor empfand ich das als unterhaltsam, aber wir haben extrem viele Busfirmen abgeklappert, bis endlich eine Entscheidung stand und das hatte mich an dem Tag doch etwas gestresst. Nun haben wir an dem Abend die Monsterfahrt nach Cusco auf uns genommen; 22 h – also kamen wir am folgenden Tag gegen Abend an und haben im Hostel eingecheckt. Nachdem wir ein paar Infos gesammelt haben, dachten wir, dass es besser ist in der Nacht zu starten, damit wir bereits am nächsten Tag Macchu Picchu sehen können. Also haben wir die Rucksäcke mit den nötigsten Dingen gepack und die großen Taschen haben wir im Hostel gelassen – gegen 3 Uhr ging die Fahrt dann los. (Wie erwähnt, ist Manuel ein Meister im Infos sammeln. Der „normale“ Weg mit Zug ist ziemlich teuer, sodass wir eine alternative Route via Sammeltaxi gefahren sind. Wir sind zwei Mal umgestiegen, bis wir  an dem Punkt angekommen sind, von dem man etwa 2-3 h an den Gleisen entlang wandert. Danach ist man an einem Mini-Ort am Fuße des Macchu Picchu. Wir haben uns hier die Eintrittskarten für den Nachmittag besorgt, die wesentlich günstiger waren, als ein Ganztagesticket. Nach einer Stärkung sind wir nun weiter nach oben gewandert, was auch noch mal etwa 1,5 h gedauert hat. Diese historische Stätte ist wirklich ein riesiges Areal und es war spannend und beeindruckend, sie zu erkunden. Irgendwann hieß es dann den Rückweg antreten und wir wollten alles auch wieder laufen. Es wird in Peru schon recht früh dunkel – irgendwann zwischen 18:30 und 19 Uhr. Also sind wir die zig Treppen nach unten gerannt und haben auch den anderen Weg entlang der Schienen recht zügig zurückgelegt. Das letzte Stück brauchten wir dann doch eine Taschenlampe… Wir haben sehr viele Glühwürmchen gesehen und es war recht abenteuerlich den unebenen und teilweise recht schlammigen Weg im Dunkeln zu gehen. Schließlich kamen wir an der Station an, aber so spät gab es kein Sammeltaxi mehr zum nächsten Ort. Wir warteten eine Weile, bis wir ein paar Feuerwehrmänner entdeckt haben, die uns netter Weise auf der Ladefläche ihres Pickups mitgenommen haben. Nun waren wir wieder in Santa Teresa und entschlossen uns dafür, den Tag entspannt ausklingen zu lassen und dort eine Bleibe zu suchen. Am nächsten Tag ging es dann weiter. Wir wollten noch die ein oder andere Ruine auf dem Rückweg nach Cusco ansehen. Ach, Manuel verhandelt auch gern – nachdem wir für eine Teilstrecke nur recht teure Preise genannt bekommen haben, fingen wir an, uns per Anhalter dem Ziel Ollantaytambo zu nähern. Was zwar recht zeitaufwändig war, aber auch recht gut funktioniert hat und man lernt interessante Menschen kennen. Dort angekommen, waren wir sehr beeindruckt von der Kulisse; der kleine süße Ort ist von Bergen umgeben, in denen Inka-Ruinen zu sehen waren. Normaler Weise besorgt man sich vorher ein Kombiticket, mit dem man diverse Ruinen besuchen kann. Dieses hätten wir dort erwerben können, aber wir hatten keine Zeit eine weitere Stätte zu besuchen und für die verbleibenden 2 h war uns das Ticket zu teuer. Manuel fand schließlich heraus, dass es einen „Hintereingang“ gibt… Joa, der Security-Herr hat dann auch „nichts gesehen“, nachdem wir ihm ein paar Peruanische Sols gegeben haben… Diese Ruinen sind ebenso beeindruckend wie Macchu Picchu!! Nach der Besichtigung ging es dann wieder zurück nach Cusco, wo wir nachts noch in einer Bar tanzen waren.

Am nächsten Tag haben wir eine Stadtführung mitgemacht, die etwas seltsam war – wir erfuhren mehr über Pflanzen und Essen als über die Sehenswürdigkeiten, die nur namentlich erwähnt wurden. 😀   Am Nachmittag trafen wir einen Freund von Manuel, den er auf seiner Reise kennen gelernt hatte. Mit ihm und seinem Freund sind wir zu einem Aussichtspunkt gelaufen – dort hätte man eigentlich auch dieses Kombiticket haben müssen, aber die Chilenen haben offensichtlich ein Talent sich durchzumogeln. 😀

Die Herren haben im Anschluss daran der chilenischen Fußballmannschaft zugejubelt, während ich im Hostel ein paar organisatorische Dinge erledigt habe.

In der Nacht ging es dann mit dem Bus weiter nach Puno, wo wir morgens angekommen sind.

Das Highlight hier sind die „islas flotando“ von den Ureinwohnern Urus; Schwimmende Schilf-Inseln. Wir haben also einen Halbtagesausflug dort hin gebucht. Abends ging es dann weiter nach Copacabana (in Bolivien) – am Karfreitag dort anzukommen, war offensichtlich keine besonders gute Idee, da die Hostels Wucherpreise hatten. Nach langer Hostelsuche haben wir uns dann doch dafür entschieden, die Nacht in Manuels Zelt zu verbringen. Mit viel Kleidung war es immer noch ziemlich frisch, aber halbwegs auszuhalten.

Am nächsten Morgen haben wir verzweifelt nach einer Dusche gesucht und zum Glück auch gefunden. Dann ging es mit einem Boot zur Isla del Sol. Man wurde zum einen Ende gefahren und konnte dann entweder quer über die Insel laufen oder mit dem Boot zum anderen Ende fahren und dann erkunden. Da wir gerne ungewöhnliche Wege wählen, sind wir nicht den empfohlenen Pfad gegangen sondern eine längere Strecke – na ja, wir sind sicherheitshalber stückchenweise gerannt. Unterwegs haben wir eine redselige Dame aus Bilbao getroffen, die es auch etwas eilig hatte und wir sie mit unserem Tempo motivieren konnten. 😀

Abends sind wir dann nach ein paar Stunden in La Paz angekommen – der Hauptstadt von Bolivien. Manuel mag Action – also waren wir wieder in einem Hostel, wo viel los war. Am nächsten Tag sind wir dann durch die Stadt gelaufen, haben uns die nächsten Bustickets Richtung Chile besorgt und sind mit einer Gondel zu einem Aussichtspunkt gefahren. Ostern ging dieses Jahr irgendwie ein wenig an mir vorbei… Ich hätte so gern ein buntes Ei zum Frühstück gegessen. Am nächsten Morgen bekam Manuel Besuch von seinen Cousinen, die in La Paz leben. Gegen Mittag mussten wir dann zum Bus.