Peru & Bolivien

Nachdem ich Anfang März etwa 2 weitere Wochen mit der Familie von Diego in Ekuador verbracht habe, ging die Reise weiter. Obwohl mich der Verlust meiner Tasche ab und zu doch stark belastet hat, war diese Zeit perfekt zum entspannen und „verdauen“ der vielen Eindrücke von Kolumbien und ich habe gelernt, mit noch weniger auszukommen.

In Ekuador habe ich noch einen Zwischenstopp in Loja eingelegt und war im Regenwald spazieren – ironischer Weise bei Regen 😀   Das war irgendwann etwas zu viel für meine Jacke… Es war aber trotzdem wunderschön und märchenhaft.

Mit einem Bus über Nacht, ging es dann weiter nach Piura im Norden von Peru.

Ich hatte mir vorgenommen, dass ich es dieses Mal auf mich zukommen lassen will und zunächst nichts plane – in der Hoffnung unterwegs jemand zu finden, dem ich mich anschließen kann. Ich war zunächst wieder etwas überfordert mit der neuen Währung und dass es hier offensichtlich nicht EINEN Bahnhof gibt, sondern jede Firma ihren eigenen Terminal hat – solche Infos hätte ich dann doch vielleicht vorher mal lesen sollen. 😀

Piura ist ein guter Ausgangspunkt, um weiter zu reisen, aber besonders viel hat die Stadt nicht zu bieten. Nachdem ich übermüdet und etwas neben der Spur ein paar Busfirmen abgeklappert hatte, die nah beieinander lagen, entschied ich mich für eine Weiterfahrt am Abend nach Lima. Es hat eine Weile gedauert, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich den Tag in dieser Stadt „todschlagen“ muss.  Das Zentrum war zum Glück nicht weit und dort und wollte ich mich auf die Suche nach freiem WLAN machen. Ich habe dann ein Hotel gefunden, wo ich zu Mittag gegessen habe und dann den Pin bekommen habe. Nun konnte ich nach Hostels in Lima suchen. Nach dem Essen entdeckte ich, dass das Hotel im Innenhof einen Pool hat, wo ich dann auf einer Liege entspannt habe. Ich hatte die zweite Nachtfahrt hinter mir und eine weitere vor mir… Ich hatte nur das Nötigste in meine Handtasche getan und meinen Rucksack beim Terminal abgegeben. Nun lag ich am Wasser und konnte nicht rein… Irgendwann hat mir überraschender Weise einer der Kellner ein Handtuch gebracht. Es gab auch eine Dusche bei den Toiletten und alles war perfekt. Es war sehr heiß, sodass das Frischegefühl nicht sonderlich lang angehalten hat, aber ich war überglücklich, dass ich dieses Paradies gefunden habe!

Im Bus konnte ich einen traumhaft schönen Sonnenuntergang genießen und am nächsten Morgen bin ich dann in Lima angekommen.

Im Hostel kam ich dann mit ein paar Leuten ins Gespräch bis sich eine recht große Gruppe zusammengeschlossen hat und wir zum Strand gegangen sind. An dem Abend war Saint Patricks Day und in dem Hostel ziemlich viel los.

Am nächsten Tag habe ich mit ein paar Leuten vom Hostel das Stadtzentrum besichtigt. Ziemlich gruselig waren die Katakomben und zauberhaft eine uralte Bibliothek, in der man das Gefühl hatte, gleich Harry Potter zu begegnen! Am Abend habe ich schließlich die Info bekommen, dass ich meine Tasche am Flughafen abholen kann. Netter Weise hat mir jemand angeboten, mich zu begleiten. Ich wäre einfach hingefahren und mit der Tasche wieder zurückgekommen. Mit Manuel hat es sich allerdings nicht wie eine „Erledigung“ angefühlt. Wir mussten einmal den Bus wechseln und dort erfuhren wir von einem Park, in dem unzählige Katzen leben.  Diesen haben wir zunächst auf uns wirken lassen, bevor wir den Bus zum Flughafen genommen haben. Dort angekommen, haben wir uns dann fleißig durchgefragt, bis ich meine Tasche schließlich in die Arme schließen konnte. Auf dem Rückweg haben wir dann zunächst noch eine Ruine besucht, bis wir zum Hostel zurück sind. Ich hatte einen gemütlichen Abend im Hostel beim Billard spielen und quatschen, bis eine riesige Kolonne von Hostelbewohnern in Richtung Disko losgezogen ist und ich mich auch angeschlossen habe. Es war sehr voll, aber die Liveband war echt super! 😉

Am nächsten Tag wollte ich dann Richtung Süden reisen ohne eine weitere anstrengende Fahrt durch die Berge tiefer ins Landesinnere, aber ich war noch ein wenig unschlüssig. Manuel wohnt in Santiago de Chile und somit war dies die Endstation seiner Reise und er hat mich gefragt, ob ich ihn begleiten möchte. Seine Route klang etwas spannender als Meine, sodass wir uns dann an dem Nachmittag Bustickets nach Cusco besorgt haben. Manuel ist der König der Fragerei – am Tag davor empfand ich das als unterhaltsam, aber wir haben extrem viele Busfirmen abgeklappert, bis endlich eine Entscheidung stand und das hatte mich an dem Tag doch etwas gestresst. Nun haben wir an dem Abend die Monsterfahrt nach Cusco auf uns genommen; 22 h – also kamen wir am folgenden Tag gegen Abend an und haben im Hostel eingecheckt. Nachdem wir ein paar Infos gesammelt haben, dachten wir, dass es besser ist in der Nacht zu starten, damit wir bereits am nächsten Tag Macchu Picchu sehen können. Also haben wir die Rucksäcke mit den nötigsten Dingen gepack und die großen Taschen haben wir im Hostel gelassen – gegen 3 Uhr ging die Fahrt dann los. (Wie erwähnt, ist Manuel ein Meister im Infos sammeln. Der „normale“ Weg mit Zug ist ziemlich teuer, sodass wir eine alternative Route via Sammeltaxi gefahren sind. Wir sind zwei Mal umgestiegen, bis wir  an dem Punkt angekommen sind, von dem man etwa 2-3 h an den Gleisen entlang wandert. Danach ist man an einem Mini-Ort am Fuße des Macchu Picchu. Wir haben uns hier die Eintrittskarten für den Nachmittag besorgt, die wesentlich günstiger waren, als ein Ganztagesticket. Nach einer Stärkung sind wir nun weiter nach oben gewandert, was auch noch mal etwa 1,5 h gedauert hat. Diese historische Stätte ist wirklich ein riesiges Areal und es war spannend und beeindruckend, sie zu erkunden. Irgendwann hieß es dann den Rückweg antreten und wir wollten alles auch wieder laufen. Es wird in Peru schon recht früh dunkel – irgendwann zwischen 18:30 und 19 Uhr. Also sind wir die zig Treppen nach unten gerannt und haben auch den anderen Weg entlang der Schienen recht zügig zurückgelegt. Das letzte Stück brauchten wir dann doch eine Taschenlampe… Wir haben sehr viele Glühwürmchen gesehen und es war recht abenteuerlich den unebenen und teilweise recht schlammigen Weg im Dunkeln zu gehen. Schließlich kamen wir an der Station an, aber so spät gab es kein Sammeltaxi mehr zum nächsten Ort. Wir warteten eine Weile, bis wir ein paar Feuerwehrmänner entdeckt haben, die uns netter Weise auf der Ladefläche ihres Pickups mitgenommen haben. Nun waren wir wieder in Santa Teresa und entschlossen uns dafür, den Tag entspannt ausklingen zu lassen und dort eine Bleibe zu suchen. Am nächsten Tag ging es dann weiter. Wir wollten noch die ein oder andere Ruine auf dem Rückweg nach Cusco ansehen. Ach, Manuel verhandelt auch gern – nachdem wir für eine Teilstrecke nur recht teure Preise genannt bekommen haben, fingen wir an, uns per Anhalter dem Ziel Ollantaytambo zu nähern. Was zwar recht zeitaufwändig war, aber auch recht gut funktioniert hat und man lernt interessante Menschen kennen. Dort angekommen, waren wir sehr beeindruckt von der Kulisse; der kleine süße Ort ist von Bergen umgeben, in denen Inka-Ruinen zu sehen waren. Normaler Weise besorgt man sich vorher ein Kombiticket, mit dem man diverse Ruinen besuchen kann. Dieses hätten wir dort erwerben können, aber wir hatten keine Zeit eine weitere Stätte zu besuchen und für die verbleibenden 2 h war uns das Ticket zu teuer. Manuel fand schließlich heraus, dass es einen „Hintereingang“ gibt… Joa, der Security-Herr hat dann auch „nichts gesehen“, nachdem wir ihm ein paar Peruanische Sols gegeben haben… Diese Ruinen sind ebenso beeindruckend wie Macchu Picchu!! Nach der Besichtigung ging es dann wieder zurück nach Cusco, wo wir nachts noch in einer Bar tanzen waren.

Am nächsten Tag haben wir eine Stadtführung mitgemacht, die etwas seltsam war – wir erfuhren mehr über Pflanzen und Essen als über die Sehenswürdigkeiten, die nur namentlich erwähnt wurden. 😀   Am Nachmittag trafen wir einen Freund von Manuel, den er auf seiner Reise kennen gelernt hatte. Mit ihm und seinem Freund sind wir zu einem Aussichtspunkt gelaufen – dort hätte man eigentlich auch dieses Kombiticket haben müssen, aber die Chilenen haben offensichtlich ein Talent sich durchzumogeln. 😀

Die Herren haben im Anschluss daran der chilenischen Fußballmannschaft zugejubelt, während ich im Hostel ein paar organisatorische Dinge erledigt habe.

In der Nacht ging es dann mit dem Bus weiter nach Puno, wo wir morgens angekommen sind.

Das Highlight hier sind die „islas flotando“ von den Ureinwohnern Urus; Schwimmende Schilf-Inseln. Wir haben also einen Halbtagesausflug dort hin gebucht. Abends ging es dann weiter nach Copacabana (in Bolivien) – am Karfreitag dort anzukommen, war offensichtlich keine besonders gute Idee, da die Hostels Wucherpreise hatten. Nach langer Hostelsuche haben wir uns dann doch dafür entschieden, die Nacht in Manuels Zelt zu verbringen. Mit viel Kleidung war es immer noch ziemlich frisch, aber halbwegs auszuhalten.

Am nächsten Morgen haben wir verzweifelt nach einer Dusche gesucht und zum Glück auch gefunden. Dann ging es mit einem Boot zur Isla del Sol. Man wurde zum einen Ende gefahren und konnte dann entweder quer über die Insel laufen oder mit dem Boot zum anderen Ende fahren und dann erkunden. Da wir gerne ungewöhnliche Wege wählen, sind wir nicht den empfohlenen Pfad gegangen sondern eine längere Strecke – na ja, wir sind sicherheitshalber stückchenweise gerannt. Unterwegs haben wir eine redselige Dame aus Bilbao getroffen, die es auch etwas eilig hatte und wir sie mit unserem Tempo motivieren konnten. 😀

Abends sind wir dann nach ein paar Stunden in La Paz angekommen – der Hauptstadt von Bolivien. Manuel mag Action – also waren wir wieder in einem Hostel, wo viel los war. Am nächsten Tag sind wir dann durch die Stadt gelaufen, haben uns die nächsten Bustickets Richtung Chile besorgt und sind mit einer Gondel zu einem Aussichtspunkt gefahren. Ostern ging dieses Jahr irgendwie ein wenig an mir vorbei… Ich hätte so gern ein buntes Ei zum Frühstück gegessen. Am nächsten Morgen bekam Manuel Besuch von seinen Cousinen, die in La Paz leben. Gegen Mittag mussten wir dann zum Bus.

Kolumbien

Nach einer Nachtfahrt mit dem Bus von Guayaquil nach Quito bin ich gleich weiter Richtung Kolumbien gefahren.

Ich bin sicher nicht die Einzige, die zunächst von der neuen Währung überfordert war; aktuell sind 4000 Pesos etwa 1 Euro. An die vielen Nullen hab ich mich aber mit der Zeit ganz gut gewöhnt.

Am Anbend bin ich dann schließlich völlig erschöpft in Pasto angekommen und wurde von der Familie einer Freundin herzlich empfangen. Es hat mich sehr überrascht, wie gastfreundlich sie zu mir waren, obwohl sie mich gar nicht kennen. Sie haben mir buchstäblich jeden Wunsch mit einem Lächeln erfüllt, sodass ich mich die folgenden 4 Tage bei ihnen pudelwohl gefühlt habe. Sie haben mir die Stadt gezeigt und mich an ihrem Leben teilhaben lassen. Ähm…. jetzt weiß ich auch, wie das Meerschweinen in Kolumbien scheckt… Ich bin eigentlich kein Kaffee-Trinker, aber ich wollte zumindest probieren, wie er in dem Land schmeckt, was für seinen Kaffee bekannt ist. Es scheint so, dass hier Instant-Kaffee mit viel Milch für die beste Rezeptur gehalten wird und diese Version ist tatsächlich auch für mich trinkbar gewesen. 😀 Des weiteren durfte ich beobachten, wie Yuca zubereitet wird und auch der Guanabana-Saft wurde selber gemacht – wooooooow, was für eine Arbeit- aber suuuuuuuuuper lecker!!!
Wunderschön war auch mein Ausflug zur Laguna de la Cocha – ein hübscher See mit einer Insel, die man mit einem Boot besuchen kann.

Von Pasto ging es über Nacht mit dem Bus weiter nach Cali. Meinen Tag in dieser Stadt verbrachte ich mit Liliana, die ich über Couchsurfing gefunden habe. Eine unglaubliche Frau!!! Sie hatte Nachtschicht und hat mich direkt im Anschluss in Empfang genommen – keine Ahnung, wo sie die Energie hernimmt. 😉 Sie hat auch definitiv das Maximum aus diesen Tag herausgeholt! Wir haben uns etwas außerhalb von Cali in einem Fluss erfrischt, anschließend hat sie mir die schönsten Plätze der Stadt gezeigt und nachts waren wir Salsa tanzen. Cali ist DIE Salsa-Hochburg in Kolumbien. Es war wirklich ein wunderschöner und perfekter Tag! 🙂

Leider hatte mein Körper die schnellen Höhenunterschiede (Berge und Strand) nicht so gut weggesteckt und ich musste am nächsten Morgen erkältet den Flug von Cali nach Barranqilla antreten. Jetzt weiß ich, dass man dann den Druckausgleich nicht herbeiführen kann. Es hat sich fast so angefühlt, als ob mein Trommelfell bald platzt… Es war ein schrecklicher Flug und ich war froh als ich endlich ankam. Barranquilla ist in Lateinamerika nach Rio für seinen Karneval bekannt und man wurde mit lauten Trommelklängen empfangen und ein paar Marimondas (typische Verkleidung für Barranquilla) sind auch noch herumgesprungen… Normalerweise hätte mich das begeistert und in Karnevalsstimmung gebracht. Nach dem Flug war ich allerdings noch etwas benebelt und wollte nur noch meine Ruhe… Ich war sehr froh, als ich schließlich bei Onkel & Tante von meinem Freund David angekommen bin und ich mich für ein paar Stunden ausruhen konnte. Danach ging es mir schon besser und ich war fit genug, um die Erste von 4 Nächten Karneval zu feiern. 3 davon verbrachte ich mit Sonia ihrem Mann aus Irland und seinem Bruder, der zu Besuch war. Sie habe ich bei couchsurfing gefunden und sie haben dafür gesorgt, dass ich einen Tag länger geblieben bin, als ich ursprünglich wollte. 🙂 Ich habe auch ihre zwei süßen Töchter kennen gelernt und war beim Barbecue mit den Nachbarn dabei.
Die Autoversicherung in Kolumbien bietet einen tollen Service an, über den man in Deutschland auch mal nachdenken könnte; Wenn man feiern möchte, meldet man vorher an, wann ein Fahrer vorbei kommen soll und dann wird man mit seinem Auto nach Hause gefahren, so kann jeder ausgelassen feiern.
Eine Nacht habe ich mit Julia gefeiert, die Freundin von Ilsa, die in Quito ihr Auslandssemester gemacht hat. Das war glücklicher Weise auch die einzige Nacht, in der ich nicht verschont worden bin und mit dem Schaumzeug besprüht worden bin. Das bereitet den Leuten hier Freude – ebenso das Bewerfen mit Mehl. Eine schöne Schweinerei… 😀
Beim Karnevalsumzug in Mainz ist es meist so, dass einem die Füße einfrieren – in Barranquilla habe ich mir bei der prallen Sonne mehr Sorgen darum gemacht, dass ich nicht verbrenne. 😀
Hier verkleidet man sich nicht, sondern schmückt sich nur mit ein paar Accessoires. Es gibt an mehreren Tagen Umzüge und auch weitere viele open-air-Veranstaltungen. Es war für mich als Neu-Mainzerin sehr spannend mal Karneval in einem anderen Land mitzuerleben!
Nennenswert ist sicher noch die “Troja”. Das ist im Prinzip eine Bar, vor der die Leute auf der Straße feiern – viiiiiiiiiiele Leute – wahnsinns Atmosphäre und wie mir berichtet worden ist, ist dort wohl auch außerhalb von Karneval jedes Wochenende etwas los!
Ich bin dankbar, dass mir Davids Familie auch ein paar schöne Seiten der Stadt gezeigt hat. Es gibt so gut wie keine historischen Gebäude und selbst die größte Kathedrale sieht nicht aus wie eine Kirche. In diesem Ort ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie praktisch es ist, wenn die Straßen nummeriert sind und die Straßen auch größtenteils im Raster verlaufen.
Auch Davids Familie war unheimlich gastfreundlich, hat mir jede Frage geduldig beantwortet und wenn sie das nicht konnten, wurde der Telefonjoker befragt. 😀

Am Dienstag Morgen ging es dann mit dem Iren Darrah weiter nach Minca – das Kontrastprogramm zum Karneval; ein süßer kleiner Ort mit Wasserfällen, wo man schwimmen kann. In dem Hostel waren wir in der ersten Nacht die einzigen Gäste und es tat unheimlich gut, in der Hängematte zu lesen oder einfach nur die Ruhe zu genießen. Das Hostel hatte auch einen Swimmingpool, der etwas abseits lag und wenn man hier baden war, war man vom Wald umgeben – einfach wunderschön!

Der kleine Wasserfall vom Foto war nicht weit weg von dem Hostel entfernt und dadurch, dass er recht klein ist, verlaufen sich toller Weise nicht sonderlich viele Touristen hier hin.

Es ist spannend, dass man ohne Probleme mit wenig auskommen kann (bezüglich Ausrüstung vermisse ich weiterhin nichts) und zu entdecken, was einem mit der Zeit fehlt; Hier wird auffallend wenig Gemüse gegessen. 🙁 In Minca gab es ein gutes Restaurant und die Gemüsepfanne und der Chai-Tee haben mich einfach nur glücklich gemacht!

Nach Minca ging es für mich weiter nach Santa Marta und von hier aus habe ich den Parque Tayrona besucht. Es ist definitiv ein Paradies auf Erden. Ich liebe die Natur – sie hat eine unheimlich beruhigende Wirkung auf mich. Ich wollte in dem Park allein spazieren gehen, um die Ruhe auf mich wirken zu lassen, allerdings ist man dort nicht lange allein geblieben. Der Rückweg war auch etwas abenteuerlich. Ich war der Meinung, dass ich eine Runde laufen kann, wo ich am Ende wieder bei der Straße herauskomme, die nach Santa Marta führt. Wenn ich nach dem Weg gefragt habe, bin ich allerdings immer wieder zurück geschickt worden. Es war schon etwas spät und der Rückweg hätte zu lange gedauert. Schließlich bin ich mit zwei jungen Männern von einem Schnorchelstand zurück gelaufen, die Abkürzungen kannten. Wenn man am Rand des Parkes angelangt ist, führt ein langer Weg zur Straße zurück. Diese Strecke haben mich die Zwei auf ihrem Roller mitgenommen. Sie meinten, dass sie es Sandwich nennen; ich bin der Schinken und die Zwei das Brötchen… joa… Ich war überglücklich, dass direkt ein Bus da stand und ich wieder zurück nach Santa Marta gekommen bin. Ich bin leider viel zu früh aus dem Bus ausgestiegen und hab mich dafür entschieden, das restliche Stück zu Fuß zu gehen. Mir ist vorher schon aufgefallen, dass die evangelischen “Kirchen” hier etwas anders sind. Sie wirken auf mich wie eine Garage und dort geht es mit Musik ganz schön zur Sache. Dieses Mal konnte ich mich ein paar Minuten dazu setzen und es auf mich wirken lassen.

Ich war dann sehr froh, als ich nach diesem langen Tag in meinem Hostel angekommen bin und ich den Abend ganz entspannt ausklingen lassen konnte.

Von Santa Marta aus konnte man auch das süße Fischerdorf Taranga besuchen. Hier hatte ich einen Franzosen und eine Französin als Begleitung. Wir haben in einem Sprachenmix aus Englisch, Spanisch und Französisch miteinander geredet… Das Wichtigste ist ja, dass man sich versteht, aber es war auch etwas verwirrend. 😀

Wir sind von dem Fischerdorf mit einem Bötchen zu einem kleinen Strandabschnitt gefahren, wo nicht viele Leute waren und sind ein paar Stunden später wieder abgeholt worden. Es war super dort zu entspannen.

Nach einem Zwischenstopp in Barranquilla, wo ich meine große Tasche gelassen hatte, ging es dann mit dem Bus weiter nach Cartagena.

Nach dem schnellen Reisetempo, den zahlreichen Eindrücken und den vielen Menschen, die ich unterwegs kennen gelernt habe, war ich nun reizüberflutet und dadruch etwas antriebslos. Nachdem ich im Hostel eingecheckt war, konnte ich mich aber motivieren, einen langen Spaziergang in dieser wunderschönen romantischen Stadt zu machen. Im historischen Stadtzentrum sieht man die spanischen Einflüsse sehr deutlich und wenn man auf der Mauer am Meer entlang läuft, sieht man dass die restliche Stadt mit den Hochhäusern und den schlichten Gebäuden auch noch eine ganz andere Seite hat. Auf mich wirkte es so, als ob man in der Vergangenheit ist und in der Ferne die Zukunft sieht. Am nächsten Tag habe ich einen Tagesausflug zu den Rosario Inseln gemacht. Ich hatte mich vorher nicht sonderlich intensiv informiert und war dann ein wenig enttäuscht, dass auf den kleinen Inseln Häuser standen und man dort angekommen nur die Wahl hatte ins Museum und Aquarium zu gehen oder zu schnorcheln. Die Wahl fiel mir nicht sonderlich schwer und so war ich zum ersten Mal in meinem Leben schnorcheln und konnte die Unterwasser-Welt auf mich wirken lassen. Das war ein sehr schönes Erlebnis – ich glaube ich muss mir so eine Schnorchelbrille besorgen. 😀    Anschließend ging es zu einem Strandabschnitt, der etwas außerhalb von Cartagena liegt und dort gab es einen sehr leckeren Fisch zum Essen. Hier konnten wir dann eine gewisse Zeit am Strand verweilen, bis es wieder nach Cartagena zurück ging. Ich hab die Zeit zum lesen genutz.

Im Norden von Kolumbien war es ja doch sehr warm und spätestens nach dieser Zeit, frage ich mich nun, wie ich vorher ohne einen Sarong leben konnte. Dieses Stück Stoff ist so vielseitig einsetzbar, dass es definitiv zu meinen wichtigsten Utensilien gehört. An dem Strand habe ich ihn zum ersten Mal dazu genutzt, um auf ihm zu liegen, da ich nichts anderes dabei hatte. Vorher hatte ich mich davor gesträubt, da ich ihn hauptsächlich als Kleid oder Tuch nutze und ich dachte, dass er dann voller Sand sein würde – aber der lässt sich wirklich hervorragend abschütteln.

Wir sind dann also mit dem Boot wieder zurück nach Cartagena “gebrettert”. Anders kann man es wirklich nicht ausdrücken – ich war hin- und hergerissen, ob ich mich unbehaglich fühle oder ich es cool finde, wie wir auf den Wellen geritten sind.

Am beeindruckendsten von diesem Ausflug waren für mich die vielen Blautöne des Meeres, die ich ansatzweise für euch auf einem Foto eingefangen habe.

Am folgenden Tag hatte ich den vormittag Zeit das Castillo de San Felipe de Barajas zu besuchen. Es war beeindruckend und auch sehr interessant, mehr über die Geschichte zu erfahren. Dieses beeindruckende Kastell ist das größte, das die Spanier in ihren Kolonien je bauten.

Am frühen Abend ging mein Flug nach Medellin – glücklicher Weise dieses Mal völlig gesund.

Ich hatte in Cartagena gemerkt, dass ich mehr Ruhe um mich herum brauche, weil es mich schon genervt hat, immer wieder die gleichen Unterhaltungen zu führen. Also war ich sehr froh, dass ich über couchsurfing Andrea gefunden habe, wo ich die nächsten Tage wohnen konnte.  Am Anfang meiner Reise fand ich die allgemeinen Fragen noch sehr nett, da sie in gewisser Weise ein Gesprächseinstieg sein können. Mittlerweile war ich allerdings sehr dankbar, wenn man mir einfach nur gesagt hat, wo ich lang laufen muss oder der Taxifahrer mich schweigend zum Ziel gefahren hat. Wenn ich jetzt nach meinem Namen gefragt werde, antworte ich bei solchen kurzen Bekanntschaften mit meinem zweiten Vornamen Sabrina. (Danke Papa, dass du auf diesen Namen bestanden hast und ich weiterhin wahrheitsgemäß antworten kann! 😀 ) Hier kennt keiner den Namen Nadin, sodass ihn niemand versteht und die kreativen Abwandlungen machten mich teilweise schon wahnsinnig. Damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie weit entfernt sie meist liegen; mein Name wurde auf einem Ticket mal so geschrieben “Nallive”????  😀

Nun zurück zu Medellin; ich dachte nicht, dass ich eine Fahrt mit der Metro mal so genießen werde. Das Hauptfortbewegungsmittel ist in Lateinamerika nun mal der Bus und je nach Beschaffenheit der Straße, wird man teilweise recht stark durchgeschüttelt. (Kurze Anmerkung; Ich bin sehr glücklich, dass man mit dem Bus überall hinkommt und das auch noch sehr günstig. 😉 )  Auch fährt die Metro im Tal und Medellin ist von beiden Seiten den Berg hoch gebaut, sodass ich während der Fahrt links und rechts ein Lichtermeer bestaunen konnte.

An dem ersten Abend lernte ich auch Enrique kennen, ein Mexikaner der im zweiten Gästezimmer wohnte. Er ist mit Abstand die inspirierendste Begegnung bisher. Er ist ein Visionär und erklärte mir das Konzept der Permakultur.  Er bereist Lateinamerika und ist gerade für seine Familie auf der Suche, wo sie leben und dieses Konzept im großen Maße umsetzen können. Er hat Medellin als erstes Ziel ausgewählt, weil es für seine überaus freundlichen Bewohner bekannt ist. Wenn man hier nach dem Weg fragt, kann es sein, dass man bis zum Ziel begleitet wird, weil derjenige sicher gehen will, dass man auch ankommt. Diese Erfahrung konnte ich auch ein paar Mal machen. 😀

Die langen Unterhaltungen mit ihm, haben mich auch wieder “aufgeweckt”. Er hat es treffend ausgedrückt, dass wir im Alltag auf “Autopilot” schalten und dadurch rast die Zeit an einem vorbei und man vergisst das Leben zu genießen – man funktioniert einfach nur. Auf Grund dessen, dass ich den Rückflug bereits gebucht hatte, hab ich das Gefühl gehabt, die kurze Zeit, die ich jeweils an den Orten hatte, so effektiv wie möglich nutzen zu müssen. Dies hat mir das Gefühl gegeben, wenig Zeit zu haben. Dabei war es doch auch ein Beweggrund dieser Reise, dass ich mein Leben entschleundigen möchte. Auch ist es mir aufgefallen, dass ich auf diese Weise gar nicht reisen wollte. Mir ging es nicht darum, so viel wie möglich zu sehen, sondern inspirierende Erfahrungen zu machen und da würde ich lieber stundenlang solche Unterhaltungen führen als das “Touri-Programm” durchzuziehen. Enrique hat sich einen Tag Zeit genommen, mir die Stadt durch seine Augen zu zeigen. Er war über seinen Schatten gesprungen und verdient nun Geld, in dem er Gitarre spielt und singt – mittlerweile sieht er dabei sehr routiniert aus und vor allem sieht man, dass es ihm viel Spaß macht. Er hat mir also die Orte gezeigt, an denen er gerne spielt. Die folgenden Tage, war es spannend zuzuhören, wenn er mir von seinen Begegnungen berichtet hat, die er dadurch hatte.

Es gibt bei couchsurfing nun auch eine Funktion, wo man seine Reise eintragen kann und damit anderen die Möglichkeit gibt, mit einem in Verbindung zu treten. Dies habe ich für Medellin und mein letztes Ziel Bogota ausprobiert. Es haben sich Viele gemeldet, die mich zwar nicht beherbergen können, mir aber die Stadt zeigen wollten. Dies wollte ich mal ausprobieren, da Andrea krank war und ich Enrique nicht jeden Tag auf der Pelle hocken wollte. Auf diese Weise wurde mir an einem Tag das Stadtzentrum und weitere Parkanlagen gezeigt, wo wir beobachten konnten, wie ein Tanz einstudiert wurde. Einen weiteren Tag habe ich so Alejandro kennen gelernt, der gar nicht wie ein typischer Kolumbianer aussieht und beeindruckend gut Deutsch spricht! Er hat einen unglaublichen Wortschatz und konnte sich sehr gewählt ausdrücken. Er hat mir sogar ein deutsches Wort beigebracht; Futteral = Gewehrtasche. Fragt mich nicht, wie wir auf das Thema gekommen sind…! Wir sind als erstes mit der Gondel bzw. Metrocable gefahren und waren in einem Park spazieren. Dank ihn habe ich nun jedes Fortbewegungsmittel ausprobiert; beide Metrolinien, die Gondel und aktuell wird auch die neue Straßenbahnlinie getestet. 😀   Nach der Fahrerei waren wir noch in einer Salsa-Bar und ich bin gegen 23 Uhr mit der letzten Metro nach Hause gefahren. Toller Weise hat es gepasst, dass ich mit Enrique die 20 Minuten nach Hause laufen konnte und wir haben uns wieder sehr lange  unterhalten. Ich habe es trotzdem geschafft, am nächsten Tag recht früh aufzustehen, weil ich zum Peñón de Guatapé wollte, der etwa 1,5 h entfernt war. Das ist ein riesiger Stein, von dem man eine wahnsinnige Aussicht hat. Es hatte schon genieselt bevor ich losgefahren bin und dort angekommen, war es auch etwas diesig. Wahrscheinlich wäre die Aussicht bei strahlenden Sonnenschein noch viel schöner gewesen, aber dafür waren die Temeraturen für den Aufstieg sehr angenehm. Oben angekommen,  dachte ich bei der Kulisse an Loch Ness – vielleicht war die ein oder andere Insel ja Nessie – ein Seemonster. 😉 😀

An dem Abend habe ich dann meinen Flug für den nächsten Morgen nach Bogota gebucht, vorher wollte ich mich nicht festlegen, wann ich weiter reisen möchte.

Nachdem ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass ich am folgenden Tag nach einer Nachtfahrt mit dem Bus eine gewisse Müdigkeit durch den Tag schleppe, war in Kolumbien für größere Strecken das Flugzeug doch die bessere Wahl. Inlandsflüge sind verhältnismäßig günstig und definitiv weniger anstrengend. Um euch mal ein Gefühl für die Entfernungen hier zu geben; Medellin und Bogota liegen Luftlinie etwa 250 km auseinander, würde man die Strecke fahren, sind es auf Grund der Berge etwa 450 km und dafür würde man etwa 8 h brauchen.

Ich bin nun also Montag Früh in Kolumbiens Hauptstadt Bogota gelandet und am Mittwoch Nachmittag war schon mein Flug zurück nach Ecuador. Auf meinen Eintrag bei Couchsurfing hatte auch Magda – eine Englischlehrerin – reagiert. Sie hatte mir angeboten, dass ich bei ihr übernachten kann, wenn ich sie in ihre Schule begleite und mit ihren Schülern in Englisch rede. Dies war dann nach einem gemeinsamen Mittagessen meine erste Aktion in Bogota. Was für ein tolles Erlebnis! Sie hatte diese Idee schon länger, aber konnte noch niemand dazu begeistern. Ich war also die Erste, sodass wir noch nicht wussten, wie sie reagieren würden. Magda animierte die Schüler, mir Fragen zu stellen, was sie auch zaghaft taten. Der Knoten platzte langsam, als Magda ein paar Schüler bat, zu mir nach vorn zu kommen und mit mir zu reden.  Nach und nach war ich nun von einer Traube von Schülern umzingelt. Eine der Fragen war, was ich in Kolumbien gesehen habe. Es gab auch jemand aus Cali, der sehr begeistert war, dass ich in seiner Heimatstadt war und seine nächste Frage war, ob ich Salsa tanzen kann. Mein “ja, ein bisschen” reichte ihm, um mich zum Tanzen aufzufordern. Meine Argumente, dass ich zum reden hier bin und um mich herum gerade nicht ausreichend Platz ist, wurden schnell entkräftet. Sie traten einige Schritte zurück, es wurde ein Lied im Handy gesucht und einige Schüler standen parat, das Schauspiel zu filmen…. Mir wurden danach noch einige Fragen gestellt und dann ging es nach draußen zum “Fotoshooting”. Die Schüler haben die Stunde mindestens genauso genossen, wie ich. Ich kam mir vor, wie ein Promi und ich bin mir sicher, dass ich anschließend für viel Gesprächstoff gesorgt habe. 😀

(Ich habe den Eindruck, dass die Müllentsorgung noch nicht so recht im Griff ist. Leider sieht man ab und zu Müll in den Straßen oder auch so in der Landschaft. Deshalb finde ich es super, dass ich häufiger eine kreative Verwendung von Müll entdeckt habe. Unter anderen mal einen Fadenvorhang aus Flaschendeckeln. Wenn ihr auf dem Gruppenfoto mit den Schülern genau schaut, seht ihr dass bei einem Bereich der Mauer PET Flaschen verwendet worden sind – zumindest die Flaschenböden.)

Bei meinem Höllenflug von Cali nach Barranquilla musste ich in Bogota umsteigen und vom Flugzeug aus, sind mir schon fast die Augen rausgefallen, weil diese Stadt einfach unendlich groß ist. Von da an, hatte ich schon Respekt vor diesem Ort. Hier leben 6,7 Millionen Menschen – irgendwo müssen sie ja wohnen…Zum Vergleich; die größte Stadt in Deutschland ist mit rund 3,6 Millionen Einwohnern Berlin. Erfurt und Mainz sind mit 200 000 Einwohnern etwa gleich groß – bei dieser Größe fühle ich mich wohl! In Bogota ist alles gefühlt seeeeeeeeehr weit weg. Zu den Hauptverkehrszeiten, ist extrem viel los auf den Straßen und es ist für die Einwohner normal, dass sie sich täglich durch das Verkehrschaos kämpfen müssen.

Magda hatte den Nachmittag Zeit und wir gingen zusammen in den Botanischen Garten. Der Rosengarten ist ein Traum und die gesamte Anlage ist einfach nur wunderschön! Ich habe es sehr genossen, in diesem Park dem Lärm und dem schnellen Treiben der Stadt entfliehen zu können. Am Abend haben wir uns mit jemanden getroffen, der mich bei cs (couchsurfing) kontaktiert hatte. Er wird im März eine verrückte Reise durch Europa machen, bei der er die meiste Zeit im Bus verbringen wird. Er wollte Tipps haben, was er in den Metropolen machen und besichtigen kann. An dem Abend zeigte sich, dass Magda auch ein wandelnder Reiseführer ist. Sie war zB. noch nie in Paris, aber klang so als ob!  Sie ist wirklich eine tolle Frau, die etwas bewegen möchte. Ich hoffe, dass ihr dafür nie die Energie und Ideen ausgehen werden!

Inspiriert von den Gesprächen mit Enrique in Medellin, wollte ich cs etwas gezielter verwenden und mehr darauf achten, mit wem ich mich treffe. So habe ich mich am Dienstag mit Sergio getroffen, dessen Profil sehr interessant klang. Er hat mir in einer kurzen, aber interessanten Stadtführung das Zentrum gezeigt. Auch hat er mir seine Sichtweise der Welt näher gebracht, für ihn gibt es keine Grenzen in der Welt – wir sind alle gleich.

Er berichtete mir von einer rituellen Zeremonie, die im Botanischen Garten statt fand – also begleitete ich ihn dort hin – auch wenn es etwas seltsam war, dass es mich in der kurzen Zeit in der Stadt zwei mal in diesen Park führte. 🙂  Es war spannend dieser Zeremonie beizuwohnen – den Worten der Ureinwohnern zu lauschen, die Rituale zu beobachten und die Lieder auf mich wirken zu lassen.

Am Abend traf ich mich mit jemand, der offensichtlich laut Profil bei cs ein Nachtmensch war und wir gingen in eine Bar. Es gab sogar Wein aus Chile, der wirklich lecker war. (Normalerweise kann man hier nur in einem Restaurant Wein bestellen. In den Bars war es somit jedes Mal eine Herausforderung, mich für ein Getränk zu entscheiden.)

Während meiner Reise durch Kolumbien bin ich ein paar Mal damit konfrontiert worden, dass ich dem Stereotyp für Deutsche entspreche. ZB. weil ich mit meinem Equipment auf die meisten Situationen vorbereitet bin, weil ich mich allgemein gerne vorbereite und vorab informiere. Andere Nationen fahren einfach los ohne sich vorher groß Gedanken zu machen. Ich denke, dass man es sich in gewisser Weise auch schwer macht, weil zu viele Infos und Meinungen teilweise auch nicht gut sind. Ein gutes Mittelmaß wäre sicher am besten. Also ich übe mich darin, manche Situationen lockerer anzugehen. Ich denke, ich habe mich schon ganz gut daran gewöhnt, dass man hier nur den nächsten Schritt planen kann. Man informiert sich dann jeweils vor Ort erst weiter. Grundsätzlich finden es die Meisten aber ganz gut, dass es in Deutschland ganz viele Regeln gibt, die auch befolgt werden. Ich glaube, dass sie es nur in der Theorie gut finden. 😀

Ich bin in letzter Zeit ein paar Mal gefragt worden, ob ich Heimweh habe und darauf habe ich bisher immer mit nein geantwortet. Vermutlich kommt dieses Gefühl erst, wenn man sich alleine fühlt. Ich habe hier so viele nette Menschen kennen gelernt, die sich Mühe geben, dass ich mich wohl fühle. Kleine Gesten, wie die Frage, ob ich gut angekommen bin, wenn ich weiter reise, zeigen mir auch, dass ich ihnen nicht egal bin.

Ich habe auch nicht das Gefühl weit weg von euch zu sein. Mit dem ein oder anderen bin ich immer mal im Kontakt und es ist schön, dass ich auch aus der Ferne in gewisser Weise an eurem Leben teil haben kann. Einige haben schon einen neuen Beitrag vermisst und sich schon Sorgen gemacht. Ich bin ohne Hochzeitsplanung weiterhin von so viel Liebe umgeben und das bedeuten mir sehr viel und erfüllt mein Herz.

DANKE   🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

Hier mal ein wunderschönes Lied für euch:

Der Anfang – (Ecuador)

21. – 29. Januar: Nachdem ich einen Eindruck vom Leben einer Ecuadorianischen Familie gewinnen konnte, liegt nun eine aufregende Zeit hinter mir, in der ich das Land entlang der “breiten Touristenwege” erkundet habe. Neben der Schönheit der Natur ist mein Fazit: es ist sehr laut, was auf Dauer recht anstrengend ist! In den Bussen steigen ständig Leute ein, die etwas zu Essen oder Trinken verkaufen wollen. Sie laufen dann ein mal komplett durch den Bus und sagen am laufenden Band, was sie verkaufen – ähnlich wie Marktschreier. Das gleiche Schauspiel ereignet sich auch vorher schon am Busbahnhof, wo die Städtenamen wild umher gerufen werden. Ich sehe ganz klar auch den Nutzen dahinter; man muss definitiv nicht verhungern oder verdursten und man findet ggf. seinen Bus schneller… Aber es dauert wohl noch ein bisschen, bis ich mich daran gewöhnt habe.

Aber nun zu meinen Erlebnissen. Nach der Nachtfahrt von Cuenca zur Hauptstadt Quito konnte ich nach einer Gondelfahrt eine beeindruckende Aussicht genießen. Quito liegt ebenfalls sehr hoch in den Bergen und ist eine sehr hügelige bzw. bergige Stadt. Dort oben konnte man auch eine mehrstündige Wanderung zu einem Vulkan machen. Nach der Nacht im Bus habe ich mich allerdings nicht besonders fit gefühlt und da ich unbedingt hoch wollte, habe ich mich von einem Pferd hoch tragen lassen und konnte dadurch ganz bequem die Aussichten bestaunen. Ich bin anschließend selber wieder nach unten gelaufen. Es hat mich überrascht, wie alles um einen herum im Nebel bzw. in den Wolken verschwindet. Der Rückweg war also aus diesem Grund und dem Regen recht ungemütlich. (Es war nicht das erste Mal, dass ich im Regen herumspaziert bin und an dieser Stelle muss ich meine Wellenstein-Jacke loben! Sie hält wirklich einiges aus. Eine spezielle Trekking Jacke vermisse ich bisher nicht. Und meine schnell-trocknende Trekking Hose war eine der besten Anschaffungen vor der Reise!)

Toll war, dass ich die folgenden Eindrücke mit Ilsa teilen konnte. Wir haben uns bei Facebook in einer Reisegruppe gefunden. Ihre Freundin Julia macht ein Auslandssemester in Quito und das hatte sie inspiriert, ihren Urlaub in Ecuador zu verbringen. An dem Abend durfte ich die beiden Damen gemütlich beim Essen und einem anschließenden Cocktail im Irish Pub kennen lernen. Am nächsten Tag ging das Abenteuer zunächst noch in größerer Runde los; die zwei Mädels und ein Kanadier, der zur Gastfamilie von Julia gehört. Nach einer recht langen (und teilweise lauten 😉 ) Busfahrt kamen wir schließlich beim Kratersee “Laguna Quilotoa” an: Einfach nur WOW!!! Ich kannte es bisher nur, dass man nach oben wandert und am Ende wird die Anstrengung mit einer tollen Aussicht belohnt. Jetzt war man schon oben, ist nach unten gelaufen und hat sich anschließend den 1,7 km langen und sehr steilen Weg wieder nach oben “gequält”. (Man hatte auch wieder die Möglichkeit, sich von einem Pferd hoch tragen zu lassen, aber diesen Luxus wollte ich mir nicht schon wieder gönnen. 😀 Dieser See ist später auch von den Woken verschlungen worden.
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Am nächsten Tag ging die Reise dann nur noch zu Zweit weiter. Unser nächstes Ziel war Baños -ein kleiner, schuckeliger Touristen-Ort, der auf Action ausgelegt ist. Wir waren als erstes über dem Abrund schaukeln, was gleichsam ein beeindruckendes wie auch -auf Grund der Schlange an wartenden Menschen- kurzweiliges Vergnügen war. Ebenfalls in Baños konnten wir uns Fahrräder ausleihen, mit denen wir bergabwärts gefahren sind. Was für ein wundervolles Gefühl in dieser tollen Kulisse den Wind in den Haaren zu spüren, vorbei an vielen Wasserfällen! Sehr schön war auch der Zoo, der in die Berge gebaut worden ist.

Als nächstes haben wir eine Zugfahrt zur “nariz del diablo” gemacht (=Teufelsnase, weil der Bau der Gleisen vielen Leuten das Leben gekostet hat). Es war sehr schön, zwischen den Bergen zu fahren und interessant zu sehen, wie der Zug im zickzack bzw. vorwärts und rückwärts gefahren ist. Abgesehen davon war mir der Ausflug definitiv zu viel Bespaßung der Touristen – auch wenn die tanzenden Ureinwohner wirklich hübsch anzusehen waren und sicher gut gemeint waren… .

Danach ging es zurück nach Cuenca. Während Ilsa in der Stadt unterwegs war, brauchte ich einen Tag Ruhe, den ich zur Vorbereitung meiner Reise nach Kolumbien und Wäsche waschen nutzte. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Guayaquil verbrachten wir Ilsas letze 1 1/2 Tage am Strand. Was für ein Temperaturunterschied – eigentlich nicht überraschend, aber als ich aus dem klimatisierten Bus ausgestiegen bin, traf mich echt ein Schlag.

Es war eine interessante Art zu Reisen. Wir hatten einen groben Plan, aber im Prinzip fährt man einfach los und schaut dann vor Ort, wie es weiter geht. Es gibt zwar Internetseiten, aber die Infos zu den Buslinien sind definitiv nicht vollständig. Es hilft lediglich, Entfernungen etwas besser einschätzen zu können und in gewisser Weise auch, welche Orte miteinander verbunden sind. Man fragt sich also durch, was recht abenteuerlich ist, weil man gerne mal unterschiedliche Antworten bekommt.

13. – 20. Januar: Ein Highlight war auf alle Fälle eine Wanderung in dem Nationalpark Cajas, was mit dem Bus für gerade mal 2 Dollar etwa in einer Stunde erreichbar ist. Ich bin ja bereits bei der Anreise hindurchgefahren und war begeistert. Nun bin ich sehr froh, dass ich mich doch dafür entschieden habe, mir den Park auch noch mal genauer anzuschauen! Die Schönheit der Natur war einfach nur überwältigend und hat mich einfach nur glücklich gemacht! Aus jedem Winkel und um jede Ecke gab es immer etwas zu stauen und ich konnte mich gar nicht satt sehen! Ich bin zwischendrin offensichtlich mal vom eigentlichen Weg abgekommen… Da ich allerdings immernoch die Straße in der Ferne gesehen habe, wusste ich in welche Richtung ich notfalls gehen muss. Ich wollte allerdings den Weg wieder finden, also entschied ich mich immer weiter nach oben zu gehen und toller Weise entdeckte ich auch irgendwann die zwei Französinnen in der Ferne, die zu einer ähnlichen Zeit gestartet sind, wie ich.

Ich hatte vorher schon davon gehört, dass es hier etwas anders ist bezüglich Busfahrten. Von meinem Reiseführer wusste ich, dass man für die Rückfahrt einfach am Straßenrand wartet und dem Bus ein Zeichen gibt, wenn man mitfahren möchte. Hat wunderbar funktioniert. 🙂

Ich kenne nun auch das Museum Pumapungo und seinem wunderschönen Park. Beides ist definitiv ein Besuch wert!

Mittlerweile kenne ich noch viele weitere Familienmitglieder, darunter auch den 4-jährigen Sohn von Diegos Bruder. Sie haben ihn mal hier gelassen und ich habe mit ihm gespielt. Ich habe ein Kartenspiel zu einer Art Memorie umfunktioniert, wobei er nicht akzeptieren wollte, dass er nur zwei Karten aufdecken darf. 😀  Er verliert nicht gern, weshalb er dann eben auch immer gewinnt. Er ist wirklich ein kleines Goldstück und offensichtlich hat er sich genauso in mich verliebt, wie ich in ihn. 😉  Wir haben am Wochenende einen gemeinsamen Ausflug in einen Park gemacht, neben Reiten, konnte man auch Quad fahren (was ich tat), auf einen Turm klettern und die schöne Aussicht genießen, für den Kleinen gab es eine Hüpfburg und wir konnten ein paar teilweise lustig gekleidete Leute beobachten, wie sie getanzt haben. Hier gibt es echt einige frei herumlaufende Hunde – auch in dem Park. Wir mussten dann recht schnell feststellen, dass einem Hund die Knochen vom Mittagessen zu geben, keine besonders gute Idee war, da sich dies offensichtlich schnell herumgesprochen hat und wir irgendwann von (glücklicherweise nicht sehr gefährlich aussehenden) Hunden umzingelt waren. Als nichts mehr zu holen war, haben sie sich dann auch friedlich aus den Staub gemacht. Die Fahrten waren auch recht abenteuerlich mit 4 1/2 Menschen auf dem Rücksitz – ich die Einzige die angeschnallt war… Dies ist übrigens auch schon ein “running” Gag. Jedes Mal, wenn wir ins Auto steigen, schnalle ich mich jedes Mal automatisch an, was jedes Mal grinsend überprüft wird.

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Diegos Mum hat mir auch ein Kartenspiel beigebracht; Quarenta   Ich bin begeistert, es gelernt zu haben, obwohl mir viele Wörter ja noch gar nicht gekannt waren. Es macht wirklich Spaß und wir haben es nun schon mehrfach gespielt.

Ein weiteres kulinarisch2016-01-16 21.02.52es Ereignis war nun ein Meerschweinchen zu essen… Die Haut ist hier das Beliebteste daran, was ich nicht wirklich verstehen kann. Sie wurde so lange geprutzelt, bis sie ziemlich hart und extrem knusprig ist – das muss man sich wesentlich härter vorstellen als Chips… Ein Erlebnis, was ich kein zweites Mal brauche. Abgesehen davon, dass ich meinem Meerschweinchen Blacky im Himmel um Verzeihung gebeten habe, ist es mir auch nicht besondes gut bekommen…

9. – 12. Januar: In der Zwischenzeit habe ich Cuenca schon besser kennengelernt. War nun schon mal mit dem Taxi unterwegs, was mit 2,50 Dollar ein mal quer durch die Stadt wirklich spott billig ist, der Bus kostet nur 0,25 Dollar – ich war bisher allerdings noch nicht alleine unterwegs. Ich hab mich nocht nicht mit dem Liniennetz beschäftigt. Ich hab nur festgestellt, dass an den Haltestellen nicht zu sehen ist, wie sie heißt und welche Buslinien dort halten. Cuenca ist von der Größe mit Mainz zu vergleichen und mit ein bisschen Zeit, kommt man dort ja auch überall zu Fuß hin. 😀

Cuenca liegt im Tal und ist somit von Bergen bzw. Hügeln umgeben. Nach der  Stadtbesichtigungstour mit Diego und seiner Schwester sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren. Als wir ankamen hat die Dämmerung bereits angefangen und wir konnten eine atemberaubende Aussicht genießen. Anschließend haben wir uns nur die Kirche von innen angeschaut und als wir wieder herausgekommen sind, sah es gleich ganz anders aus. So hat der gleiche Ausblick gleich zwei Mal dafür gesorgt, dass mein Atem gestockt ist.

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Am gleichen Abend konnte ich auch das Nachtleben etwas erkunden. Auf der Fahrt in die Stadt wurde mir eine Bierflasche gereicht, worauf ich entgegnete, dass mir Bier leider nicht schmeckt. Nachdem das Bier allerdings recht mühsam geöffnet worden ist, wollte ich nicht unhöflich sein und habe immer mal an der Flasche genippt. Glücklicherweise hat das langsame Trinken dazu geführt, dass ich später um Unterstützung bitten konnte, sodass ich mir aus Höflichkeit “nur” ein halbes Bier reingezwungen habe. Nach einer recht starken Piña Colada in einer Bar waren wir in einem anderen Lokal namens Zoociedad tanzen. Auch hier wurden die Getränke unter Freunden fröhlich herumgereicht. Dieses Mal konnte ich allerdings mit Bestimmtheit dankend ablehnen und habe dann zur allgemeinen Erheiterung beigetragen, dass ich als Deutsche kein Bier mag. Es gab allerdings ein anderes Getränk namens Canelazo, was mir sehr gut geschmeckt hat. Habe gerade erst gelesen, dass dieses heiße Getränk einen recht hohen Alkeholgehalt von ab 40 % Vol. hat… Bei den paar Schlückchen, die ich getrunken habe, ist mir dies allerdings nicht aufgefallen.

Auch habe ich in der Zwischenzeit schon weitere Familienmitglieder kennen gelernt. Es ist sehr schön zu sehen, wie der Familienzusammenhalt hier ist und dass “belanglose” Aktionen, wie das Fußballspiel von Diegos Onkel von Diegos ganzen Familie und auch der Familie von seinem Cousin verfogt wurde.

Es ist für mich sehr spannend, einen Einblick in das Leben hier zu bekommen. Dies ist die Art zu Reisen, die mir wahnsinning gut gefällt! Langsam wird es auch einfacher, sich sprachlich zu verständigen. 🙂

Nun würde ich gern meine Erkenntnisse mit euch teilen;

  • Es ist toll, dass ich nun eine “normale” Größe habe!! 😀 😀 😀
  • Man fragt hier “Qué más?” – wörtlich übersetzt: “Was sonst noch?” Diegos Mum fragt mich das gern mal und damit bin ich regelmäßig überfordert. 😀  Darauf kann man im Prinzip antworten, was man will – was man eben gerade so zu erzählen hat. Sie weiß nun, dass sie mir besser eine genauere Frage stellen sollte, aber es rutscht ihr manchmal noch automatisch heraus, was uns dann zum lächlen bringt.
  • Was mir vorher ja schon klar war, aber es doch noch mal etwas anderes ist, wenn man es selber erlebt; die Uhr tickt hier anders! Zwischen lasst uns jetzt gehen und dass tatsächlich gegangen wird, liegt gern mal eine halbe Stunde oder mehr. Es ist noch so, dass dieser Satz dafür sorgt, dass ich schnell parat stehen will, aber mittlerweile lasse ich mich nicht mehr ganz so schnell aus dem herausreißen, womit ich zu dem Zeitpunkt beschäftigt bin. Macht euch also darauf gefassst, dass sich bezüglich meiner Pünktlichkeit wohl eher etwas zum “negativen” verändern wird (nach deutschem Verständnis 😉 ).
  • Ich hatte nun auch schon die Gelegenheit, in Cuenca Auto zu fahren. Davor war mein Eindruck, dass die Autos etwas chaotisch fahren – nun kann ich sagen, dass eher die unberechenbaren Fußgänger das Problem sind.  Diegos Auto muss man zunächst mit einem Passwort “freischalten”, damit der Motor anspringt (ich hab immer noch nicht verstanden, in welcher Reihenfolge man das machen muss – erst Auto zu machen oder erst ins Schloss stecken,… – ich hab immer mindestens zwei Anläufe gebraucht) und die Türen sind auch immer zu, man musste mir also häufiger sagen, ich soll das Auto aufmachen, damit ausgestiegen werden kann.
  • in Diegos Familie wird so ziemlich alles mit Löffel gegessen. Es funktioniert soweit auch ganz gut, das Hähnchen mit dem Löffel klein zu machen… Aber zum Brot/ Brötchen schmieren, bin ich täglich auf der Suche nach dem einen “vernünftigen” Messer oder den anderen drei Schnitzmessern, die es hier gibt. 🙂
  • dann sind da noch die vielen kleinen Dinge; 2016-01-11 19.46.05
    • die Seife zum Geschirr spülen, die aussieht wie Joghurt und es auch erst eins, zwei Tage gedauert hat, bis ich das mal verstanden habe,
    • die unzählig kleinen Lädchen, Ständchen oder Leute, die etwas verkaufen; Schuhputzer, Schaschlikspieße, die an der Straßenecke zubereitet werden und das Partyvolk nachts glücklich macht, der Herr mit seiner Kühltruhe, wo man Eis kaufen kann, …
    • am Tor wird eine Luke herunter geklappt und die Mülltüten darauf gelegt – drei mal pro Woche wird der Müll dann abgeholt
    • Sicherheit – das Tor wird zugeschlossen und hat zusätzlich noch Schlösser dran, wenn Diegos Schwester abends von der Uni wieder kommt, wird sie abgeholt, weil es abends sehr gefährlicher ist – in meiner Partynacht habe ich auch von weiten eine Schlägerei beobachten können und so ziemlich jedes Mal, wenn wir abends/ nachts mit dem Auto unterwegs waren, war irgendwo die Polizei im Einsatz… aber ich bin hier ja in guten Händen und für die weitere Reise bin ich jetzt auch noch etwas mehr sensibilisiert.

82016-01-08 09.27.16. Januar: Nach dem Frühstück im Hotel waren wir in einem Park, in dem sich einige Leguane wohl fühlen.

Nun habe ich auch Guayaquil bei Tag gesehen und die Stadt ist auch bei tageslicht sehr schön. Interessant zu sehen war, dass es in jeder Straße jemand gibt, der sich um die parkenden Autos kümmert. Wir brauchten nun also einen Parkplatz – für 2016-01-08 10.18.20unser deutsches geschultes Auge, war in der Straße allerdings kein Platz zu endecken. Der nette Herr hat dann kurzerhand die Autos zurecht geschoben, sodass wir parken konnten. Man lässt das Auto also beim parken im Leerlauf, damit man es entsprechend rollen kann. Am Ende erhält dieser Herr dann ein paar Doller und alle sind glücklich.

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Mein Freund Diego wohnt in der Stadt Cuenca etwa 3 h entfernt von Guayaquil und er hat mir erklärt, dass wir noch im Hellen ankommen sollten. Bei der Fahrt wurde mir dann auch klar, warum. Um dort hin zu gelangen, muss man zunächst lange bergauf fahren, bis man schließlich an der höchsten Stelle in 4000 Meter von immer dichter werdenden Nebel umhüllt ist und nur noch wenige Meter um sich herum sehen kann. Während der Fahrt sind wir auch durch einige hübsche Örtchen gefahren und im Hochland erfreuten sich meine Augen an den Berghängen und den vielen Seen. Es erinnerte mich an Neuseeland, wo mich die Aussicht auf die kilometerlange Natur beeindruckt hat. Nach Cuenca fährt man dann wieder weiter bergab und hier sah es nun bei dem starken Regen so aus, als ob die Welt unter geht.

Typisch kulinarisch habe ich schon einen suuuuper leckeren Fisch mit Guatita gegessen und ein Getränk aus Weizen (Quaker) getrunken…. mmmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhh!

Das, was ich bisher nicht so recht verstehe und als TV-Hasser auch sehr schade finde, ist dass in jedem Lokal so ein Ding hängt und er an ist… Ist nicht so kommunikativ, wie ich finde.

7. Januar: nach 14 Stunden Flug bin ich gut in Guayaquil gelandet. Kam abends an und wurde von meinem Freund abgeholt. Wir waren noch ein bisschen Spazieren und haben etwas gegessen.

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6. Januar: ich bin 1 Tag zum “umsteigen” in Amsterdam geblieben.

Ich würde sagen, ich hab das Beste aus dem schlechten Wetter gemacht. Zusammen mit einem Mädel aus den USA habe ich ein wenig die Stadt erkundet. Von der Bootstour ist hängen geblieben; Amsterdam hat über 1000 Brücken und insgesamt mehr als 80 km befahrbare Länge der Kanäle, durchschnittlich ein Mal pro Tag rollt ein Auto in den Kanal. 🙂

Mein Fazit nach dem Tag und einer Nacht couchsurfing bei einer beeindruckenden Omi zusammen mit 4 weiteren Mädels; schöne Stadt, in der es doch häufiger mal nach Gras riecht, absolute Fahrradstadt, recht ausgeprägtes Rotlichtmilieu, schöne Dachgiebel, viele Backsteinhäuser und alle Straßen sehen irgendwie gleich aus. Mir hat die Stadt gefallen und sie ist auf alle Fälle einen Besuch Wert!

(Die Dame, bei der ich übernachtet habe, “lebt” für Couchsurfing! Sie scheint jeden Tag mehrere Leute da zu haben und hatte sogar schon mal 15 Gäste! Mir ist ein Rätsel wie man als Lehrerin nach der Arbeit noch so viel reden kann! Der Wahnsinn!)

Vorbereitungen

Die längste Zeit, die ich mal im Ausland war, ist während meiner Ausbildung ein 3-monatiges Praktikum in einem Hotel auf Guadeloupe gewesen. Ich hatte es durch die cholerische Chefin sehr schwer, aber dank einer Familie, zu der ich irgendwann dazu gehört habe, habe ich jetzt eigentlich nur noch schöne Erinnerungen an diese Zeit. Es war einfach eine tolle Erfahrung, in eine andere Kultur und Lebensweise hineinzuschnuppern. Ich liebe die französische Sprache und während dieser Zeit habe ich sogar mal in Französisch geträumt! Spätestens seit diesem Zeitpunkt war es mein Wunsch mal ein Jahr weg zu sein – bzw. seit dem habe ich ständig „Fernweh“.

Bei dieser Reise möchte ich gerne meine Sprachkenntnisse verbessern; Spanisch in Chile, Englisch in USA und Französisch in Kanada. Hier möchte ich jeweils an einem Ort länger (etwa 2 – 3 Monate) verweilen. Ansonsten habe ich keinen konkreten Plan und möchte mich einfach „treiben“ lassen.

Durch diese unkonkreten Vorstellungen stand recht schnell fest, dass ich alles alleine organisieren möchte. Es ist wirklich sehr aufwändig und ich bin sehr froh, dass ich auf dieser Seite viele hilfreiche Tipps finden konnte: http://weltreise-info.de/

Ich werde immer mal gefragt, wie weit ich mit meinen Vorbereitungen bin. Hier erfahrt ihr es. 😉

☑ Work-and-travel Visa beantragen

 

 

 

 

☑ Ich habe mein working Holiday Visum für Chile!!! Wohoooo

Im Moment bereite ich mich nur auf Chile vor und alles Weitere entscheide ich dann unterwegs.

Weitere Einreisebestimmungen & -hinweise überprüfen

 

 

 

Ich habe einige hilfreiche Bekanntschaften und Freundschaften, die mir viel über Chile/ Lateinamerika und das längere Reisen allgemein berichten konnten. 🙂

Vor allem möchte ich Amanda unendlich für ihre Hilfe und Unterstützung danken!!!!

Natürlich ist auch das auswärtige Amt eine informative Quelle.

 Impfungen auffrischen

 

 

 

 

 

 

 

Es ist ein internationaler Impfpass nötig und diverse Impfungen sind auch in manchen Ländern Voraussetzung für die Einreise. (Mein antikes rotes Impf-Büchlein aus der DDR wurde jetzt durch ein neues kleines gelbes Papierheftchen ersetzt.)

☑ Aufgefrischt wurden; Poliomyelitis, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten und Hepatitis A, bei Hepatitis B hatte ich noch ausreichend Antikörper

Neue Imfpungen: Gelbfieber, Typhus, Tollwut

Internationaler Führerschein

 

Ich vermute, dass ich ihn nicht benötigen werde, aber besser ich habe ihn für den Fall der Fälle. Ich bin sehr gespannt, ob ich ihn mal vorzeigen muss!
☑ Hausrat auflösen

 

 

 

 

 

ich musste “nur” mein kleines WG Zimner räumen – das hat schon ziemlich lang gedauert!

Meine Möbel sind verkauft und alles weitere habe ich eingelagert. Der Keller meiner Eltern ist bis zur Decke voll gestellt (vor den letzten beiden Fahrten haben sie mich gefragt, ob ich sicher sei, dass noch etwas in den Keller passt 😀 ).  Tausend Dank auch an Daniel für deine Hilfe!!!!!!! 🙂 🙂 🙂

Die letzten Wochen bis zur Abreise habe ich größtenteils bereits die Dinge genutzt, die ich auch auf der Reise verwende und die letzten Winterklamotten habe ich bei meinem besten Freund gelassen. 

☑ Auto verkaufen

 

 

Es ist praktisch jemand zu kennen, der ständig Autos verkauft! 😉

ich konnte es noch bis zum Tag vor der Abreise fahren. Mein Flitzer war offensichtlich etwas traurig, denn an dem besagten Tag hatte ich noch einen Platten… Zum Glück hatte ich schon meine Reifen geladen, sodass für die paar Kilometer der “Ersatzreifen” hilfreich war und da die Reifen eh abgefahren waren, hatte es auch sonst keinen weiteren Einfluss.

☑ Ausrüstung besorgen & Reiseapotheke zusammen stellen

 

 

Wow, damit kann man wirklich viel Stunden verbringen… Die Zeit wird zeigen, was ich davon wirklich nutze und was nicht.

Danke Stefan, dass du mir beratend zur Seite stehst!

Danke Anja für deine Hilfe bezüglich meiner Reiseapotheke!!

Job suchen

 

 

 

 

 

Ich habe meinen Lebenslauf schon in Spanisch (danke Amanda fürs Korrekturlesen!) und Französisch (danke Eric fürs Korrigieren!) übersetzt. In Englisch bin ich noch dabei…

Ich habe schon einige Portale gefunden, wo ich in Chile Jobs suchen kann. Allerdings musste ich feststellen, dass man sich hier wirklich stundenlang damit beschäftigen kann. Da ich genug Rücklagen habe und nicht zwingend arbeiten muss, werde ich mich bei meinem ersten Stopp in Ecuador erst wieder weiter  bewerben.

Unterkunft suchen

 

 

 

In Ecuador besuche ich einen Freund und kann bei ihm übernachten (Danke Diego für dieses Angebot!) – weitere Unterkünfte werde ich dann jeweils von unterwegs organisieren.

In Chile werde ich den erste Zeit bei der Familie von Amanda bleiben und mir dann eine WG zur Zwischenmiete suchen. Ansonsten wird es wohl eine Mischung aus Jugendherbergen und Couchsurfing werden.

Bezahlung im Ausland checken

Konto im Ausland?

Meine Bank (IngDiba) ist schon sehr gut geeignet.

In Chile werde ich dann vor Ort ein Konto eröffnen.

Versicherungen

 

 

 

 

 

 

Ich habe meine Auslandskrankenversicherung beim ADAC abgeschlossen. Mit meiner deutschen Krankenversicherung habe ich schon geklärt, dass ich sie pausieren kann.

Zusätzlich habe ich eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Danke Gabi für deine super Beratung!

Wer hier noch etwas braucht oder seine aktuellen Versicherungen überprüfen lassen möchte, sollte sich unbedingt an sie wenden: www.versicherungen-frey.de

Gesundheits-Check

 

Ich habe mich bei allen möglichen Ärzten noch mal durchchecken lassen.
Laufende Verträge/ Kosten

 

Handyvertrag ist gekündigt und auch alle weiteren laufenden Kosten werden ab Januar bei 0 sein.
Blog Oh, wie es mich stresst, wenn etwas nicht funktioniert….

Vielen Dank lieber Christopher für deine Geduld!

Flug buchen Ich habe die Flüge über den „großen Teich“ beim Reisebüro meines Vertrauens gebucht: www.fly-away.org
☐ Reisepartner suchen
 

 

 

 

Ich sehe es als großen Vorteil, grundsätzlich alleine unterwegs zu sein. So werde ich meine Entscheidungen alleine treffen können, ohne mit jemand einen Kompromiss finden zu müssen.

Jeder, der flexibel ist und mich mal besuchen möchte, wenn ich länger an einem Ort verweile, kann sich gern bei mir melden.

Natürlich ist es mein Wunsch gewisse Strecken in Begleitung zu verbringen. Ich kenne bereits einige Seiten, wo man Reisepartner finden kann. Ansonsten lerne ich sicher unterwegs zB. in Jugendherbergen Leute kennen.

Es wurde mir auch schon häufiger von Familie und Freunden berichtet, die da „drüben“ leben und die ich zunächst als erste Anlaufstelle nutzen könnte bzw. die mir helfen können, vor Ort zurecht zu finden.

Diverses

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

–          Meine Eltern sind so lieb, mich bei der anfallenden Bürokratie hier in Deutschland zu unterstützen. Dafür ist es nötig, dass sie ggf. auch mit Hilfe einer Vollmacht, Wege für mich erledigen können.

–          Mit dem Thema Sicherheit unterwegs, habe ich mich auch intensiv beschäftigt. Es gibt einige Vorkehrungen, die man hier treffen kann.

–          Logo: Danke liebe Silke für deine Unterstützung und dass du meine Wünsche so toll umsetzt! Ich kann sie nur weiter empfehlen: www.designwash.de

–          Diese Seite hat mich inspiriert, bei meiner Reise auch andere Hochzeitsbräuche kennen lernen zu wollen. Die Zwei haben mir auch schon ein paar Tipps gegeben: http://2people1life.com/

☑ Abschieds-Party
Am 19. Dezember habe ich in Mainz gefeiert. ES war so, wie ich es mir gewünscht habe.

Es gibt noch so viele Personen, die mir geholfen haben… Vielen Dank an euch alle für euer Interesse und eure Anteilnahme.  🙂